Jahrgang 
Band 1 (1835)
Seite
105
 
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Mittwoch, 18. Februar. 1853.

Kunst, Eleganz und Mode.

(Achter Jahrgang.)

Halbjähriger Preis 4 fl., mit freier Poſtzu⸗? Man pränumerirt lim Kommiſſionsamt zu Ofen ſendung 5 fl. Auf Velinpapler mit erſten?(Feſtungsauffahrt), in Ferd. Tomalas Kunſthand⸗ Kupferabdrilken 5 fl. und poſtfret 6 fl. C. M.? lung zu Peſth und bei allen k. k. Poſtämtern.

Das känſtliche Bein.

(Beſchluß.)

Mit freudigem Herzklopfen ſezte er ſeinen Weg weiter fort, bis er beim RNathhauſe angelangt, von Weitem ſeinen alten Freund, Herrn Van Ontern, auf ihn zukommen ſab. Schon von Ferne rief ihm dieſer einen herzlichen gu ten Morgen zu, und Wodenblock verdoppelte ſeine Schritte, ſeinen Herzens bruder zu umarmen. Beide Freunde ſtrekten ſchon von ferne, um ſich ſchneller zu erreichen, die Hände gegen einander aus. Doch wer beſchreibt das Erſtau nen Van Onten's, als er ſah, daß Wodenblock, ſtatt bei ihm ſtehen zu blei ben, und ein trauliches Wörtchen mit ihm zu ſchwazen, in harrender Schnel ligkeit an ihm vorübereilte. Wodenblok trug jedoch in Wahrheit an dieſer Unhöflichkeit nicht die geringſte Schuld und ſein Staunen war noch 1000 Mal größer, als das ſeines Freundes, als er bemerkte, daß er nicht mehr Meiſter der Be wegungen und der Richtung ſeines Beines ſei. So lange ſeine Wünſche im Einklan ge mit der Triebkraft der Räder und Federn im Innern des Beines ſtanden, ging Alles vortrefflich; als er aber nun, wider alle Erwartung, gezwungen war, der von ſeinem Willen ganz unabhängigen mechaniſchen Kraft zu gehorchen, verſuchte er ſein mit einem Male widerſpenſtig gewordenes Bein deſpotiſch zu beherrſchen. Allein troz aller Anſtrengungen, ſtehen zu bleiben, mußte er nolens volens weiter, denn das verdammte Bein ſtrebte in immer wachſender Eil fertigkeit vorwärts. Nun wollte er die Schnelligkeit der Schritte mindern, aber auch dieſes Beſtreben war vergeblich. Jezt war er bemüht ſich an der Mauer anzuklammern, allein das beſeſſene Bein eilte mit ſolcher Heftigkeit weiter, daß er, um ſich nicht auch noch die Arme zu verrenken, gezwungen