Jahrgang 
Band 1 (1835)
Seite
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Elfen⸗, Orakel, Elſenbahnen⸗ und Li⸗ monaden⸗Rutſcher fürs Piano⸗Forte. a T.

A ſchaf fen burg. Am 18. Jan. Abends um 7 Uhr verließen ein Bur⸗ ſche und ein Mädchen, der erſtere aus Grünmorsbach, die leztere aus Straß⸗ beſſenbach(Ortſchaften im dieſſeitigen Landgerichtebezirke), die Wohnung ei⸗ nes Bauern des lezteren Ortes, wo⸗ hin ſie ſich bermuthlich einander beſtellt hatten, und waren am 19. Nachmit⸗ tags nicht zurükgekehrt, auch nicht aufgefunden wurden, ob ſchon die El⸗ tern, beſonders der Vater des Mäd⸗ chens, welcher inzwiſchen entdekt hat te, daß ſeine am Zapfenbrette neben dem Bette gewöhnlich hängende Hausflinte entwendet war, und des halb ein Un glük fürchtete, alle Mühe zu Auffin⸗ dung angewandt hatten. Am 19, Jan. Nachmittags wurden 2 Leichen in ei⸗ nem Wieſenthale, zwiſchen Straßbeſ

ſenbach und Grünmorsbach, ohngefähr

1000 Schritte von der Chauſſee ab wärts gegen den Gebirgszug hin, von einem Gend'armen und einem Bauern ſohne aus Straßbeſſenbach an einem Raine auf den Rüken liegend gefun den. Ein Schuh Raum trennte ſie von einander. Die weibliche Leiche lag in ihren feſtlichen Kleidern angezogen, mit zum Beten über die Bruſt gefal⸗ teten Händen, in welchen ſich ein Ge betbuch, ein Saktuch und zwei unver ſiegelte Briefe einen an ihre Eltern und einen an den Pfarrer gerichtet, hielt, ihr Kopf war ganz vernichtet und zerſchmettert, nur die Haare des Hinterkopfes, mit Blut getränkt, wa⸗ ren ſichtbar. Die männliche Leiche lag ebenfalls in ihrer ſonntäglichen Klei dung, der halbe Kopf von unten nach oben war zerſtört, und die dem Vater des Maͤdchens entwendete Flinte lag in Stüken um die Leiche herum zerſtreut. Es iſt ohne Zweifel, daß der Burſche

das Maͤdchen mit einem Schuſſe tödtete, und daß er mit dem nämlichen Gewehr durch einen Schuß ſich den Kopf ſpal⸗ tete, wobel das Gewehr zerſprang. Vermeintliche unüberſteigliche Hinder niſſe zu ihrer ehelichen Verbindung ſollen die Urſache dieſes verabredeten zweifachen Mordes geweſen ein,.

Darmſtadt. Auch dieſer bisher

ſo auffallend gelinde Winter ſcheint ähnliche Erſcheinungen zu bieten, wie der vorjährige an Naturmerkwürdig⸗ keiten ſo reich. Man bringt uns heute einen blühenden Kirſchbaumzweig aus einem Garten vor dem hieſigen Main⸗ thore. Der Baum ſteht, jedoch nur auf der einen, nach Süden gewandten Seite, in voller Blüte. G. Paris. Man ſpricht in Paris ſeit einiger Zeit allgemein von einer neuen Erfindung eines Herrn Sauvage, wodurch man auf mechaniſche Weiſe

ganz genau die Züge des menſchlichen

Geſichts wiedergeben könne. Das In⸗ ſtrument heißt der Vhyſtonot y pe,

iſt einfach und leicht anwendbar; es

beſteht nämlich aus einer Metallplatte mit einer zahlloſen Menge kleiner cher, in die man ungefähr ſechs Zoll lange ſtählerne Nadeln ſtekt, welche wiederum genau auf die Löcher einer

zweiten ähnlichen Platte paſſen. Dieſe

Nadeln laſſen ſich außerordentlich leicht ſchieben, ohne ſich zu verrüken. Die Perſon, deren Geſicht nachgebildet wer den ſoll, drükt daſſelbe leicht an dieſe Nadeln die nicht ſtechen und es entſteht dadurch eine vertiefte Flä⸗ che darin; einige Nadeln werden mehr, andere weniger weit zurükgeſchoben, je nach den mehr oder minder vorſprin⸗ genden Theilen des Geſichts, kurz das Geſicht wird genau ſeiner Form nach wiedergegeben. Die Nadeln, welche zu⸗ rükgeſchoben werden, bilden hinter der zweiten Platte er haben das Gegen⸗ bild und drüken es auf irgend etwas