ges fahne“, iſt kürzlich daſelbſt aufge⸗
ſchuldigungen des Hausherrn; aber
Teitung der Novita dliszellen.
Paris. Die Pariſer Polizei hat in den lezten Tagen, in Folge gemach⸗ ter Entdekungen, Diebe à Ja eire ver— haftet. Das Verfahren dieſer Indu⸗ ſtrieritter, das lange Zeit, zum gro⸗
ßen Schaden der Pariſer Reſtaurateurs, gelungen war, iſt folgendes: Ein erſter Gaſt tritt in eine Reſtauration, ſezt ſich an einen angezeigten Vlaz, ſpeiſt dort glänzend, und entwendet ein Kou⸗ vert, das er vermittelſt eines ſehr ela⸗ ſtiſchen Stükes Wachs unter das Tiſch⸗ blatt feſtklebt; wird das entwendete Silberwerk vermißt, ſo beſteht er dar⸗ auf, daß man ihn durchſuche, und em⸗ pfiehlt ſich, überhäuft mit den Ent⸗
nach ihm kommt ein zweiter Gaſt, der mehr Eile hat, ſezt ſich an dem näm⸗ lichen Plaz, nimmt das angeklebte Kouvert weg, bezahlt, und zieht ſich ſchnell zurük. Man hat die Spuren von mehr als 60 Diebſtählen dieſer Art gefunden, die ſeit langer Zeit durch zwei associés à la cire verübt worden ſind. B.
Dresden. Die Prinzeſſin Ama⸗ lie von Sachſen, Gemahlin des Prin⸗ zen Johann, der Dante's„göttliche Komödie“ überſezte, hat ein Luſtſpiel, „Wahrheit und Lüge“, geſchrieben, welches in Dresden mit Beifall gege— ben wurde.(In Wien war dies nicht der Fall.) Auch ein von der Prinzeſ⸗ ſin komponirtes Singſpiel,„die Sie⸗
führt worden. M. Berlin. In einen Gaſthof kam jeden Abend ein gut gekleideter junger Mann und trank, ſo oft es ſich thun ließ, den anderen Gäſten den Wein
weg. Da dies Einer von denſelben be⸗
ten und Anſichten.
merkte, ſo fragte er ganz erbittert: Wie mögen Sie ſo unverſchämt ſein und den Wein anderer Gäſte trinken? — Verzeihen Sie, erwiderte der junge Mann, dazu glaube ich das vollkom— menſte Recht zu haben, denn auf dem Schilde dieſes Gaſthofes ſteht ja deut⸗ lich angeſchrieben: hier teinkt man fremde Weine. 38. Straßburg. Ein junger Mann von achtzehn Jahren in Verly, von ziem⸗ licher Größe und gut gebaut, pflegte ſeine Bekannten durch Proben ſeiner Stärke zu unterhalten. Vor etlichen Tagen befand er ſich in einer Scheune und machte Cider. Nachdem ſich mehrere andere junge Leute bei ihm eingefun⸗ den hatten, wettete er, er wolle blos mit den Zähnen, ohne die Hände zu Hilfe zu nehmen, ein Faß forttra⸗ gen, worin ſich 184 Litres Aepfel⸗ wein befanden. Die Wette wurde an⸗ genommen; man umſchnürte das Faß von allen Seiten mit einem ſtarken Strike und band die Enden über dem Spunde zuſammen. Im Anfange zö⸗ gerte der junge Mann, als ihn aber ſeine Kameraden nekten, wurde er un⸗ willig, faßte den Strik mit den Zäh⸗ nen, hob ſo das Faß mit einem Ruke auf, trug es aus der Scheune hinaus und bis an das Ende eines ziemlich großen Hofes. Von allen Seiten wünſch⸗ te man ihm Glük, aber als er ſeine Laſt niedergelegt hatte, konnte er we— der den Mund ſchließen, noch ein Wort ſprechen. Er 7 ohnmächtig und be— wußtlos zu Boden, man trug ihn zu ſeinen Eltern, und dort ſtarb er nach zehn Tagen, ohne einen Augenblik wieder zur Beſinnung gekommen zu ſein. L. „Leipzig. Künftig muß Alles rutſchen. In Leipzig iſt erſchienen: „Was wäre das Leben ohne Rutſcher!


