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Der erſte ſeiner Freunde ihn nach ſeinem Namen fragte,
ging durch das Thor und antwortete, Einbein.
als man Man ließ ihn gehen. N
Einen Augenblik darauf kam der zweite und antwortete auf dieſelbe
Frage, Zweibein. Dem Thorwärter fiel
kein Wort.
Der dritte kam bald nach und ſagte, Dreibein. Der Thorwärter ließ ſi mich zum Beſten?« dachte er bei ſich ſ.
einiger Ueberlegung meinte er indeß, haben und ließ den Mann gehen.“
dies etwas auf, er ſagte aber
als er gefragt wurde, er heiße
ch den Namen wiederholen.„Hat man elbſt und wollte ſchon auffahren. Nach die Sache könne doch ſeine Richtigkeit
Aber es waren noch nicht fünf Minuten vergangen, ſo kam der Flamän⸗ der.„Ihr Name d“ fragte der Thorwärter.
„Vierbein, Mynherr.“
—„Das geht zu weit,“ dachte der Thorwärter,„Du ſollſt für die
Andern mir büßen müſſen.“
zu hören, ließ er ihn auf die Wache bringen, wo er ſeine Karte
und ſich als Vier bein auswies.
Und ohne auf die Betheuerungen des Flamänders
vorzeigte
Norreſpondenz.
Wien(30. Jan.). Der Kar ne⸗ val wüthet wie die Cholera, nur iſt die Faſchingsſeuche konta giös; denn wenn ein tanzluſtiger Mann ein Mäd— chen nur mit den Fingerſpizen berührt, ſo fährt dieſes Kon ta gi um der Tanzteufel in den Körper des armen Mädchens. Bei Einigen äußert ſich das Kontagium noch auf ſchmerzlichere Weiſe. Wenn er nämlich ſeine Geld— börſe zu oft angreift, wird ſie da— von ſehr angegriffen, bekommt Entkräftung und Schwindſucht und bringt nicht ſelten ihren Beſizer in unangenehme Berührun gen mit Wucherern, Pfänderverleihern 95. de. Bei Anderen wirkt die Seuche auf das Gehirn, denn nur gehirnkranke Per— ſonen ſind im Stande ſolchen Unſinn zu erſinnen, wle unſere Walzer⸗ kompoſiteurs in ihren Titeln kund ge⸗ ben, z. B.„Karouſſel-Stech-Tour-Ga⸗ loppe“?, Karneval⸗Sturm“;„Dampf⸗ wagen⸗Walzer“ u. f. f. Ich kenne ein
franzöſiſches Sprichwort, das ſolgen—
dermaßen lautet:„Un sot trouve tou jours un plus sot qui l' admire“ zu deutſch:„Ein Narr macht zehn“, und ein Wiener famoſer Rezenſent bewahr—⸗ heitete dieſes Proverbium, indem er Astel Drukbogen über den lezten dieſer unſinnigen Titel voll ſchrieb, worin der Dampf au pied de la lettre die Hauptrolle ſpielt; denn erſtens kommt dieſes Wort 200-mal in der berzrüh⸗ renden Rezenſion vor und zweitens iſt der ganze Aufſaz ſo wäſſerig, daß er am Feuer des gerechten Zorn's, den der geplagte Leſer über ſolchen Galli mathias empfinden muß, in Dampf aufgeht und den Leuten blauen Dunſt vor die Augen macht. Der geniale Re- zeſent findet in dieſen Wal zern Wiz, Gemüth, Pyantaſiſe und Gott weiß, was noch Alles).— Einem andern
) Wenn hier vielleicht Lanners „Dampfwalzer““ emeint werden, ſo müſſen wir bekennen, daß ſie wirklich in ihrer Art ausgezeich⸗ net ſind. d. R.


