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Hund, der ruhig auf dem beladenen Wagen ſaß, ſprang in dieſem Augenblike herunter, warf einen Räuber um, ihm das Geſicht zerfleiſchend, ſprang dann an einen der beiden, die mit dem Kärrner rangen, hinan, biß ihn in die Naſe, verwundete dann den dritten, und machte es ſo ſeinem Herrn möglich, ans den Händen der Räuber(der vierte war mit dem Halten der Pferde beſchäftigt) zu entſpringen, und in der nahgelegenen Meierei Hilfe zu ſuchen. Mit Heu⸗ gabeln bewaffnet eilten die Knechte aus derſelben ſammt dem Kärrner zurük;— die Räuber waren verſchwunden, Wagen und Pferde an derſelben Stelle, nur eine Laterne und ein Sak Kleie fehlten.(Echo.)
Die Taucher in Dekkan.
Der Lieutenant Taylor, dem man die nachſtehenden Nachrichten verdankt, ließ eines Tages einen Brillantring in einen Teich in Dekkan fallen, wo er ſich gebadet hatte. Man rieth ihm, ſich an eine Tauchergeſellſchaft zu wenden, und dieſe verſchaffte ihm wirklich nach einigen Stunden den Ring wieder.
Der Vorſteher dieſer Geſellſchaft ſteht in dieſem Theile Indiens wegen des außerordentlichen Talents, womit er ſeine ſchwierige Beſchäftigung treibt, in großem Anſehen. Er trägt einen koſtbaren Stok, den ihm der Peiſchwah Boje Row dafür geſchenkk, daß er ihm einen koſtbaren Smaragd aus dem Taplie geholt.
Eine Tauchergeſellſchaft beſteht gewöhnlich aus drei Perſonen, von denen abwechſelnd zwei tauchen, während der dritte am ufer bleibt. Die beiden Tau⸗ cher laſſen ſich an der angegebenen Stelle hinab und nehmen einen Eimer mit.
Auf dem Grunde füllen ſie den Eimer mit Erde und Sand, und ſteigen mit dieſer Laſt wieder an die Oberfläche. Während der dritte in der Geſell⸗ ſchaft den Eimer ausleert und nach dem verlorenen Gegenſtande aufmerkſam darin ſucht, tauchen die erſtern wieder unter und ſezen die Arbeit mehrere Stunden lang fort, bis ſie den Boden an der angezeigten Stelle genau durch⸗ ſucht baben. Selten verfehlen ſie ihr Ziel. Jeder Taucher bleibt gewöhnlich anderhalbe Minute in dem Waſſer. Man pflegt ihnen ein Drittel vom Werthe des wiedergefundenen Gegenſtandes zu geben.
8rd n.
Als die Franzoſen 1791 in Brüſſel die Republik mit allen Freiheiten, außer der Preßfreiheit, der individuellen Freiheit, der Glaubensfreiheit de., eingerichtet hatten, verlangte man doch, wie in Paris, von jedem, der durch ein Thor in die Stadt kam, eine Karte zum Ausweiſe. Da man ſich indeß in Brüſſel faſt ſämmtlich einander vom Anſehen kannte, ſo beſchränkte wan ſich in den meiſten Thoren darauf, nur nach dem Namen der in die Stadt Gehen⸗ den zu fragen.
Ein launiger Flamänder nun, der eine Viertelſtunde von Brüſſel mit drei guten Freunden in einem Wirthshauſe ſaß, ſchlug vor, den Leuten im Thore einen kleinen Poſſen zu ſpielen. Der Flamänder hieß Vierbein.


