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zogin von Leuchtenberg, königl. Hoheit, und es ſoll bereits nicht Sammet ge⸗ nug in der Stadt ſein, um alle For⸗ derungen nach prächtigen Mänteln zu befriedigen. J. Antwerpen. Ein junger baier. Arzt ſtarb in Folge eines Blutbre⸗ chens. Seine Kollegen glaubten es we— nigſtens, und legten ihn in einen Sarg. Am zweiten Tag begoß die Schweſter des Verſtorbenen deſſen Lei— che mit einem aromatiſchen Liqueur, um ben üblen Geruch zu entfernen; alsbald bewegte ſich der Körper und der Sarg krachte. Dr. Schmitmüller, ſein Freund, wurde gerufen, und hatte nach angewandten Hilfsmitteln das Glük, ihn wieder ins Leben zu rufen, und lebt noch. T.
Paris. Ein hieſiges Blatt, le Von Sens, erzählt folgendes beluſti— gende Mährchen:„In Polen ſind die Bären ſehr häufig: die Bauern fangen ſie, wenn ſie noch ganz jung ſind, und unterrichten ſie in allerlei Arten häus⸗ licher Beſchäftigung. Der Bär hat viel Intelligenz, und iſt beſonders geſchikt, ſeine Vorderpfoten zu gebrauchen, weß— wegen man auch bei vielen Gaſtwirthen Bären findet, die mit vieler Geſchik— lichkeit die Bratſpieſe wenden. Für einen Fremden, der in eine pol niſche Küche tritt, iſt es ein ganz eigenes Schauſpiel, Bären zu finden, die, ernſthaft auf ihren Hinterpfoten ſizend, mit den Vorderpfoten einen ungeheu— ern Bratſpieß, vermettelſt einer künſt— lich eingerichteten Handwinde, in Be⸗ wegung ſezen.“ B.
Frankfurt. Beinahe wäre ein ſehr unſchuldiges Subjekt Opfer der wegen des neulichen meuchleriſchen Mordanfalls auf eine hieſige Bürgers⸗ frau aufgereizten Volksſtimmung ge— worden. Es geht hier ein Maler um⸗ ber, der aus Rubens Bildniß geſehen
hatte, daß dieſer Halbgott ſeines Kunſt⸗ faches Schnurr- und Knebelbart trug, wie es damals Mode war. Das Nach⸗ äffen dieſer heute nicht mehr für den Civiliſten paſſenden Mode, dazu ein Hut mit breitem Rande und ein Man⸗ tel um die Schultern, gibt dem jun⸗
gen Manne das Anſehen fremder Ab⸗
kunft, der Anzug ähnelt der gewöhn⸗ lichen Bekleidung der Banditen, und ſiehe, der in den friedlichſten Abſichten zwiſchen Licht und Dunkel wandernde Künſtler ward für verdächtig gehalten, niedergeworfen, und nur die in der Todesangſt brüllende Verſicherung, daß er kein Bandit, ſondern ein echt Frank furter Bürgerſohn ſei, befreite den Armen von der in ähnlichen Fällen üblichen Fauſtjuſtiz.— Man erzählt ſich im Publikum, daß der neulich durch einen Stich verwundete Muſiker aber⸗ mals einen Drobbrief erhalten habe, worin geſagt ſei, der lezte Streich ha⸗ be gefehlt, man werde aber, wenn er ſeine Beſuche bei der Sänger⸗Familie fortſeze, das nächſte Mal beſſer treffen. Unſere Polizei iſt fortwährend bemüht, den Urhebern der gemeldeten Verbre— chen auf die Spur zu kommen, bis jezt immer erfolglos. Natürlich werden da⸗ durch viele Leute beſorgt, und andere verbreiten lügenhafte Gerüchte. Vor Einrichtung der Stadtpoſt war der Unfug, der jezt mit anonymen und Drohbriefen getrieben wird, etwas hier ganz Unbekanntes; in deſſen wäre es gewiß betrübend, wenn durch das erbärmliche Treiben einiger muthwilli⸗ gen Buben eine nüzliche Anſtalt ge⸗ fährdet würde. B.
Peſther Kokalzeitung.
Zweiter! Lanner⸗Ball. Am 29 Jan. fand im hieſigen Redoutenſaale ein großes außerordentliches Ballfeft ſtatt., wobei


