Jahrgang 
Band 1 (1835)
Seite
65
 
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Kunst, Eleganz und Mode.

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(Achter Jahrgang.)

N 7

Halbjſähriger Preis 4 fl., mit freier Poſtzu⸗ sendung 5 fl. Auf Velinpapier mit erſten Kupferabdrüten 5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M.

Man bränumerirt im Kommiſſtonsamt zu Ofen (Feſtungsauffahrt), in Ferd. Tomalas Kunſthand lung zu Peſth und bei allen k. t. Poſtämtern.

rn.

Von Johann Gabriel Seidl.

K Der Geſellſchaftsball.

Sie ſtand, geſchmükt wie ein Nymfchen, In einem Kleid von Kryſtall; Und that Sie's mir zu Gefallen? Nein einem Geſellſchaftsball.

Ich ſaß ihr im Wagen zur Seite, So ſcheu in die Eke gepreßt,

Als könnte mein Hauch ſie zerſtäuben, Wie flokige Blüten der Weſt.

Schon ſteh'n wir im brauſenden Saale, Schon zieht es Sie mächtig von mir, Schon wird gegafft und gemuſtert.,

Schon drängt es ſich ſchmeichelnd zu ihr.

Schon fliegt ſie hinab mit dem Tänzer, Dem Abgott, der ſie mir raubt; Sie kommt zurük mit dem Zweiten, Und lispelt:Iſt es erlaubt?

Dem Zweiten entreißt ſie der Dritte, So fliegt ſie von Hand zu Hand:

Sie läßt mir, um mich zu vertröſten,

Für's Herzchen den Shawl mir als Pfand.

Sie wandert von Eke zu Eke Hinauf und hinum und hinein; Sie ſcheint im Geſellſchafts⸗ balle Der Ball der Geſellſchaft zu ö ſein. 2 9.

Der Glökchenwalzer. Lichter flimmern, Saiten klingen, Losgelaſſen iſt die Luſt;

Walzend wogt es auf und nieder, Aug' in Auge, Bruſt an Bruſt.

) Aus dem, von Ad. TChamiſſo und G. Schwab herausgegebenen, deut ſchen Muſenalmanache f. 1835, in welchem ſich, außer einem Beitrage des konigl. Sängers, Ludwig von Bai⸗ ern, und Liedern der beſten auslandi⸗ ſchen Dichter, auch Spenden zweier va⸗ terländiſcher Lyriter, des An aſtaſius Grün und des Verfaſſers der obenſte⸗ henden Gedichte finden. A. d. R.