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Seemannes ſo poſitive Nachweiſungen, daß er ſich ſchnell faßte, Katharinen in die Arme ſchloß und ſagte:„umar— me deinen Vater.“ So endigte die Hochzeit. 8. Paris. Es iſt jezt der 15te und lezte Band des Livre des cent-et-un (Buches der 101) herausgekommen. H.
Nom. Zu Rom hat man nach einem offiziellen Verzeichniſſe im ver— floſſenen Jahre 150,016 Einwohner ge⸗ zählt(im Jahre 1825 nur 138,730), Darunter befinden ſich 39 Biſchöfe, 1424 Prieſter, 1857 Mönche, 1359 Non⸗ nen, 598 Seminariſten. Die Zahl der Proteſtanten, Türken und Ungläubigen (ohne die Juden) betrug 210. Es wur— den geboren 4454 Kinder; es ſtarben 3480 Perſonen, und Ehen wurden ge⸗ ſchloſſen 1579. 3.
München. Bei der Induſtrie⸗ ausſtellung in München befindet ſich auch eine kleine Thurmuhr neuer Konſtruk— tion von Joſeph Manhardt in Mün— chen, welche noch das Hiſtoriſch-Merk— würdige hat, daß ſie für das Münz— gebäude in der neuen Hauptſtadt von Griechenland, Athen, beſtimmt iſt. D.
London. Hr. Holman zu Lon⸗ don, der bekanntlich ganz blind iſt, hat ſo eben den zweiten Theil ſeiner „Reiſe um die Welt““ herausgegeben. Der erſte Band enthielt die Ergebniſſe ſeiner Reiſe nach der Weſtküſte von Afrika und Südamerika. Im zweiten Bande ſchilderte er ſeine Beobachtun— gen in Braſilien, Südafrika, Mau- ritius und Madagaskar. M.
— Peſther Lokalzeitung.
Lanner ⸗Ball. Am 25. Jan. fand in unſerm Redoutenſaal der erſte Masken— ball ſtatt, wobei Hr. Joſe ph Lanner,
Kapellmeiſter aus Wien, verſönlich die Muſtt dirigirte. Den Saal füllte eine eben ſo äu— ßerſt zahlreiche als glänzende Verſammlung und man tanzte in Peſth gewiß noch nie mit ſolchem anhaltenden Wohlbehagen und ſolcher Lebensluſt. Lanners magiſche Kompoſitionen und ſein hinreißender Vortrag, waren von elektriſcher Wirkung. Dieſe Zaubertöne dran— gen vom Gehöre durch das Herz in die Beine. Wer nicht mit den Füßen hüpfen konnte, dem hüpfte das Herz ob dleſer ſo lieblichen und erwekenden Melodien. Beſonders waren die hier zum Erſtenmale produzirten„Dampf- walzer“ von unendlichem Effekte. Ste ſind voll Originalität, und es herrſcht. darin, wenn wir uns ſo ausdrüken dürfen, eine grazjöſe Bizarrer ie. Der dritte, vierte und fünfte tragen beſonders dieſen Charakter an ſich, und der Schweif(Coda) enthält auf eine ſehr eigenthümliche Weiſe einen der ſchon⸗ ſten Galopven, die wir je gehört haben. Im Ganzen können dieſe„Dampfwalzer“ zu den allergelungenſten dieſes beliebten Kompoſi— teurs gezählt werden.— Lanner wurde von der zahlreichen Menge mit unbeſchreiblichem Jubel empfangen und ſeine Leiſtungen mit ſtürmiſchem Beifall belohnt. Es ward ihm auch die Auszeichnung zu Theil, von ſchönen Damenhänden, betränzt zu werden, und ſehr artige Gedichtchen wurden ihm zu Ehren unter die wogende Menge vertheilt.— Der zweite und lezte, morgen ſtattfindende Ball wird noch mehr an Intereſſe gewinnen, da der uner— ſchöpfliche Lanner, während ſeiner diesmali— gen Anweſenheit in Peſth, wieder ganz neue Walzer komponirte, deren Titel die anweſen— den Damen beſtimmen werden. Jede eintre— tende Dame übergibt nämlich einen, auf un— gariſche Nationalität bezüglichen Titel, und das Loos entſcheidet dann. M.
Hängende Ball⸗Loken, welche nie aufgehn, ſind in Mel ber's Friſeur-Gewölbe in Peſth, Maria-Do— rotheagaſſe, Nro. 8, zu haben.
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Beilage: Der Schmetter⸗ ling. Rr. 2.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſe en.


