Jahrgang 
Band 1 (1835)
Seite
49
 
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5*. 2 Sonnabend 24. Januar. 1853

5 r Kunst, Eleganz und Mode.

(Achter Jahrgang.) 4.

Halbjähriger Preis 4 fl., mit freier Poſtzu-? Man pränumerirt im Kommiſſionsamt zu ofen ſendung 5 fl. Auf Velinpapier mit erſten 2(Feſtungsauffahrt), in Ferd. Tomalas Kunſtlkand⸗ Kupferabdrüken 5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M.? lung zu Peſth und bei allen k. k. Poſtämtern.

8* e Paris ſo n ſt n* n(Gertſezung.) N a Vergnügungsſucht, Ueberdruͤß an Feen Leben ohne Luſt, Mangel an Religion und Sittlichkeit füllen Spielhaus, Morgue und Findelhaus. Das ſind die Früchte der Revolution? Nein, mit dieſem Jammer hat die Re⸗ votution ſo gut wie nichts zu ſchaffen. Vor der Revolution gab es vierzig⸗ tauſend ſchlechte Weibsbilder, jezt ſind ihrer ſechstauſend; vor der Revolution gab es fuͤofzehn privilegirte Spielhäuſer, jezt nur acht; vor der Revolution floß, nach Mereier, alles Geld aus den Provinzen in die Hauptſtadt, und alles Geld in der Hauptſtadt in die Taſchen ſchlechter Weiber; vor der Revo lution, ſagt Chamfort, ſah ich einen Mann die Damen von der Oper aufge ben, weil ſie in ſo ſchlechtem Rufe ſtehen, als die Damen der großen Welt. Nein, man kann keineswegs klagen, daß die politiſchen Ereigniſſe an den Sitten der Pariſer zu viel, ſondern eher, daß ſie zu wenig daran verändert baben; ja, hierin liegt der Jammer. Eine Veränderung indeſſen macht ſich bemerklich, zu welcher der Gang der Ereigniſſe immerhin mächtig beigetragen hat, auf welche aber ſchon in den lezten Jahren der alten Regierung die Zeit und der Nationalcharakter hinarbeiteten. Die allmälige Verſchmelzung der verſchiedenen Stände, welche die alten Bräuche geſondert hielten, würde, auch ohne den Stoß, der Alles gewaltſam unter einander warf, im naturgemäßen Gang der Dinge der einen Klaſſe die Ideen und Gewohnheiten der andern mitgetheilt haben, Jezt ſieht man in Paris keinen Adel mehr, der auf Kre dit lebt und die Zerrüttung ſeines Vermögens prahlend zur Schau trägt. Die Familien, welche noch die großen Hotels in Faubourg St. Germain bewoh⸗ nen, ſind geordneter, häuslicher, ſittlicher als zuvor. Wenn aber in einem