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geringen Gegenſtand, betrachtend, ſchloß
der Kaufmann einen Vertrag ab, einen
bedeutenden Theil ſeiner Juwelen für das Geheimniß herzugeben, Pferde- und Kühefutter in Gold zu verwandeln. Als der Handel abgeſchloſſen, ward der Kaufmann geheimnißvoll in das Labo⸗ ratorium des Alchymiſten eingeführt, das ſich in einem kleinen Gemache be— fand. Nachdem der Schmelzofen geheizt, und der Tiegel gehörig heiß geworden, ward eine Quantität Heu mit allen vorgeſchriebenen Maaßregeln und ern— ſter Miene hinein gethan. Bald erſchien auf der Oberfläche ein Schaum von Goldglätte, welcher als reines, unver— fälſchtes Gold begrüßt ward. Es konnte
erſt den folgenden Tag von der Schlake 775 werden, wenn es kalt und eſt ſein würde. Unſer vorſichtige Nor— mann, um einem Betruge vorzubeugen, nahm den Schlüſſel des Zimmers zu ſich, welches nicht früher geöffnet, als bis der Schmelztiegel angebrochen ward. Dies geſchah zur beſtimmten Stunde; der Handelsmann empfing ſein neuge— machtes Gold, und der Alchymiſt ſeine Diamanten. Ein Freund des erſten,
dem derſelbe ſein werthvolles Geheim-
niß mittheilte, rieth ihm, das Metall zuvor prüfen zu laſſen, ehe er es als reines Gold annehme. Dies geſchah, und es zeigte ſich, daß nicht der ge⸗ ringſte Theil Gold in der ganzen Maſſe zu finden war. Sogleich wendete man ſich an den Staatsprokurator, um den Betrüger zu verfolgen. Allein eine ſonderbare Epiſode zeigte ſich. Der Al⸗ chymiſt wollte ſeinen Wirth mit eini— gen dieſer Diamanten bezahlen; nach— dem ſie dieſer aber hatte unterſuchen laſſen, fand man, daß ſie eben ſo we— nig ächt waren, als das aus Heu ge— machte Gold. W.
Auszeichnung.
Peſth. Se. k. k. apoſtoliſche Majeſtät geruheten ein Exemplar des von dem Kalli— graphen Joſeph Fiſcher in Peſth ausge— fübeten und lithographirt herausgegebenen al— legoriſchen Tableau's, die öſterreichiſche Volks⸗ Hymne darſtellend, in Gnaden aufzunehmen
und demſelben; mit einem ſchmelchelhaften Schreiben des Herrn Vorſtehers der kaiſerl. Privatbibliothet, ad. 12 Dez. 1834, ein nam⸗ haftes Honorar huldreich zuſtellen zu laſſen. 2 Da über dieſes höchſt ſinnreich inven— tirte und ausgeführte Kunſtblatt in mehrern offentlichen Blättern verdiente rühmliche Er⸗ wähnung geſchah, ſo machen wir blos darauf aufmerkſam, daß außer der kleinen Anzahl vorräthiger Exemplare keine neuen Abdrüke mehr gemacht werden, und jene zu haben ſind in der Kunſthandlung des Herrn To— mala, in der Buchhandlung des Hrn. Ki— lian sen., und bei dem Herausgeber ſelbſt (Landſtraße, Kolb'ſches Haus, Nr. 530, 2. Stot) von 11 bis 12 uhr Vormittag.— Möge Hr. Fiſcher durch dieſe zweite ihm zu Theil gewordene allerhöchſte Auszeichnung*) ange— eifert werden, ſein Kunſtſtreben uns bald wieder in einer neuen Geſtalt vorzuführen. Wei dieſer Gelegenheit empfehlen wir, ſowohl wegen des gewählten Textes, als auch der vorzüglichen Muſter zur Erlangung einer ſchönen kurſiven Handſchrift, Hen. Fü ſchers: „Magyar és franczia Iräspéldäk ,“ welche, beſonders allen Erziehungsanſtalten willtom— men ſein müſſen. v. N.
*) Hr. Fiſcher erhielt ſchon im J. 1820 von Se. Maj. dem Kaiſer, fur ein Aller- hoͤchſt denſelben überreichtes Original- blatt der Kalligraphie, eine goldene Me— daille. d. Red.
Damen-Korſetten mit Gu m⸗ f mi⸗Elaſtik um verfertigt Johann Palofneck in Peſth, unter den Schilde:„zur ſchönen Unga⸗ rin“. Er gibt ſich die Ehre, einem ho— hen Adel und verehrungswürdigen Pub— likum gehorſamſt anzuzeigen, daß bei ihm die vorzüglichſten Damen-Korſetten mit Gummi-Elaſtikum, die ohne dem, Körper nachtheilig zu ſein, vielmehr denſelben bilden, ſo auch elaſtiſch gear⸗ beitete, in reicher Auswahl zu haben ſind, und zwar: 1. Mieder bei vollem Anzuge. 2. Morgen- und Nacht-Mie⸗ den. 5. Mieder für Kinder, durch wel— che die Vorbeugung des Körpers ver— hindert wird. Auch ſind elaſtiſche Schuh— riemen bei ihm zu bekommen. Hat ſein Gewölbe in der innern Stadt, im Hauſe zum Paradies, nächſt dem Gaſthof„zum
weißen Schiff“, Nro 650.
Herausgeber und Verleger Franz Wie ſe en.


