Jahrgang 
Band 1 (1835)
Seite
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ob dieſer unerwarteten ſchreklichen De⸗ monſtration war die Mutter der Ma dame Fiſcher(Achten) nicht wenig er⸗ ſchroken. Die auf der Stelle ange⸗ ordneten polizeilichen Nachforſchungen im rothen Hofe, ſo wie die emſig be⸗ triebene gerichtliche Unterſuchung über den Mordanfall, haben bis jezt noch zu keinem Reſultat geführt. Von po⸗ litiſchen Umtrieben ſoll hier durchaus nicht die Rede ſein, wohl aber von ed lem(1) Künſtlerneid. Verſchiedenheit der Kunſtanſichten und des Urtheils über das Talent irgend einer ausge⸗ zeichneten Sängerin u. dgl.; denn vor nicht gar langer Zeit ſoll 95. Golmik ſchon einmal überfallen und durchge prügelt worden ſein. Hr. Golmik ſoll, nach dieſem erſten Abenteuer, des Abends nie ohne Waffen ausgegangen ſein; warum er aber am Weihnachts- abend keinen Gebrauch davon machte, iſt nicht bekannt. L. Dublin. Ein äußerſt betrun⸗ kener Irländer kam in ein Wirthshaus, ließ ſich noch ein Maaß Whisky geben, und gerieth dadurch in einen Zuſtand, der es ihm ſchlechterdings unmöglich machte, ſeinen Weg fortzuſezen. Der menſchlich fühlende Wirth erlaubte ihm die Nacht vor dem Kamine zuzubringen, und ging zu Vette, aber als er am Morgen wieder ins Zimmer trat, ach! da war dem Unglüklichen das rechte Bein völlig abgebrannt, und ſeine entſezliche Trunkenheit hatte ihn ſo gar verhindert, es eher zu merken, als bis das Feuer das Knie völlig erreicht hatte. Glüklicher Weiſe war das Bein von Holz. B. London. Hier hat ſich ein Ver⸗ ein von Dieben zuſammen gefunden und ſich den Namen:Geſellſchaft wah rer Freunde gegeben. Sie beſchränkt ſich auf 60 Mitglieder, welche ſich all⸗

monatlich in einer Taverne verſammeln. Wer ohne hinlänglichen Grund aus bleibt, muß eine Geldſtrafe erlegen. Bei der lezten Verſammlung fehlten 45, doch es fanden ſich gültige Ent⸗ ſchuldigungen; 8 waren gehängt, 11 deportirt, 9 flüchtig, und 18 ſaßen im Gefängniß. M. Paris. Ein junges Mädchen, Namens Alphonſine de Vernon, welches ſeit mehreren Wochen in polniſcher Of⸗ fiziers⸗Uniform durch die Straßen von Paris ſtolzirte, iſt von der Polizei feſtgenommen worden. H. Paris. In einer Empfehlung der prachtvollen Bijouteriehandlung Giroux und Komp. in Paris, zu Neu⸗ jahrsgeſchenken, kommt auch der origi nelle Ausdruk vor: mille superfluités indispensables(tauſenderlei Unent⸗ behrlich-Ueberflüſſiges.) V. Cadix. In Marocco erſcheint jezt ein politiſches Journal, das immer mit einem Räthſel anfaͤngt und auch damit aufhört. Der Raum zwiſchen beiden iſt gewöhnlich leer. Dem Kai ſer gefällt die Tendenz des Blattes ſo außerordentlich, daß er es zum Leſe buch für die Schulen verwenden will.

Stollberg. Auf naſio zu Stollberg iſt an die bürgerli chen Schüler das gemeſſene Gebot er gangen, ihre adeligen Kameraden nicht ſchlechtweg bei Namen zu nennen, ſon⸗ dern immer das Wörtchenvon deutlich und vernehmlich vorangehen zu laſſen; wer es weglaſſe, begehe eine Art Diebſtahl. i V.

Modenbil d. Nr. 3.

Neueſte Pariſer Masken⸗ Anzüge für den Karneval.

Beilage: Der Schmetter⸗ ling. Nr. 1.

Herausgeber und Verleger Franz Wie ſe u. 0