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niſcher er⸗ ſchienen.
Seit 1. Januar wird hier auch eine politiſche Zeitung in der Landes⸗ ſprache ausgegeben, die viele Abnehmer zählt.
Das Theater findet in der gün⸗ ſtigen Saiſon immer mehr Zuſpruch, um ſo mehr, da ſich der Unternehmer angelegen ſein läßt, den Wünſchen des Publikums möglichſt zu entſprechen. Die Oper wurde durch Ankunft einer Sängerin für Sopranparthien er— gänzt, die aber noch nicht aufgetreten iſt. Nächſtens folget ein vollſtändiger Theaterbericht, über das Perſonal und die Darſtellungen. Da faſt täglich ge ſpielt wird, ſo kommt im Nepertoir viel Wechſel neuer und alter Bühnenſtüke vor. S-C.
und deutſcher Sprache
Miszellen.
Petersburg. Ein achtjähri⸗ ges Koſakenmädchen rettete einem in den Terek gefallenen ſechsjährigen Kna⸗ ben, mit eigener Lebensgefahr, das Le— ben. Sr. Maj. der Kaiſer hat befohlen dem braven Mädchen die Rettungsme— taille zu verleihen, und 500 Rubel für ſeine einſtige Mitgift auf Zinſen zu legen. N.
London. Eine neue Art Diebe treibt jezt hier ihr Unweſen und hat bereits ſchon manchen Gaunerſtreich glüklich vollbracht. Es ſind anſtändig gekleidete, hübſche junge Frauenzim— mer. Sie gehen, anſcheinend unbefan⸗ gen auf der Straße, gleiten aus und fallen erſchroken auf die Erde. Wie natürlich ſpringen vorübergehende junge und alte Gentlemans ihnen zu Hilfe, und während ſie bemüht ſind, ihnen auf die Beine zu helfen, bemächtigen ſich die gefallenen Schönen ſehr geſchikt
der Börſen, Uhren, Saktücher ete. der galanten Herren. R. Frankfurt. Ein am Weih⸗ nachts⸗Abend in unſerer Stadt Statt gehabter Mordverſuch iſt gegenwärtig der Gegenſtand des allgemeinen Stadt— geſprächs. Hr. Golmik, ein achtbares Mitglied unſeres Theater-Orcheſters, begab ſich an dieſem Abend nach 9 Uhr aus der Wohnung der Sänger Familie Fiſcher(⸗Achten), durch den ſogenann— ten„rothen Hof““ nach Hauſe. An ei— nem in der Mitte dieſes Hofes ſtehen— den großen Baum angekommen, wurde er plözlich von mehreren Perſonen an— gegriffen, zu Boden geworfen und mit einem ſchneidenden Inſtrumente in der Nähe des Herzens verwundet. Geſtern noch glaubte man ihn gefährlich, heute aber iſt Hr. Golmik außer Gefahr. Auf den Hilferuf des Verwundeten entflohen die Mörder. Hr. Golmik raffte ſich auf, und kehrte mühſam in die Wohnung der Familie Fiſcher(-Ach⸗ ten) zurük, die er erreichte, aber beim Eintritt erſchöpft zu Boden ſank; an dem Hervorſtrömen des Blutes ſah man, daß er verwundet war. Nachdem die erſchrokene Familie von dem Vorfall in Kenntniß geſezt war, eilte(wie man ſagt) die Mutter der Madame Fi⸗ ſcher(Achten) nach der Hauptwache, um militäriſche Hilfe herbeizuholen und — nun kommt das Komiſche der Ge— ſchichte. Als Madam Achten auf die Wache kam, fragte ſie nach dem wacht— habenden Offizier; der Wachtpoſten ver— wies ſie in das Offizierszimmer. Als dieſelbe in das Zimmer eintrat, lag der Offizier ſchlummernd auf dem So— pha. Durch das Geräuſch gewekt, ſieht er in der Dame, die auf ihn zu⸗ eilt, eine ſich dem Tode weihende Frei— heitsheldin, die ihn(den Offizier) er— morden wolle; er ſpringt ſchnell auf und zieht den Degen. Aber ſein küh⸗ ner Muth war hier überflüſſig; doch


