Jahrgang 
Band 1 (1835)
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ſter Trauer bis in ſeine Loge gedrungen und habe ſich ihm zu Füßen gewor⸗ fen. Sie erzählte ihm, außerordentliche Ereigniſſe hätten ſie dom Reichthume zu der größten Dürftigkeit gebracht. Ihr Mann ſei in Portugal in Oporto eingekerkert und aller ſeiner Güter beraubt worden. Sie habe einen einzigen Sohn bei ſich gehabt und dieſer ſei vor Kurzem im Dienſte Braſiliens geblie⸗ ben. Die vergangene Nacht habe ſie dieſe Trauernachrichten erhalten und in derſelben habe auch eine ſchrekliche Feuersbrunſt ihr Haus zerſtört, wobei das jüngſte ihrer Kinder verbrannt ſei. Don Pedro ſuchte die Vittende zu tröſten. Wir haben hienieden Alle Unglük und Ungemach zu ertragen, Madame, man muß ſich mit doppeltem Muthe waſſnen, wenn ſolche Ereigniſſe hereinbrechen. Uebrigens blikt auch durch die düſterſten Wolken bisweilen die Sonne. Dann wandte er ſich zu einem ſeiner Kammerherren und ſagte:Geben ſie der Frau alles Geld, das Sie bei ſich haben. Der Kammerherr hatte kurz vorher und zwar mit ſo viel Glük geſpielt, daß er 600,000 Franks in Vankzetteln bei ſich trug, als ihn der Kaiſer aufforderte, ſeinen Beutel der Bittenden zu rei⸗ chen. Er zögerte einen Aug enblik, that aber ſodann, was ihm befohlen war. Als Don Pedro den andern Tag erfuhr, welches Geſchenk er, ohne es zu wiſ ſen, der Dame gemacht habe, gerieth er in heftigen Zorn, mußte ſich aber in das Geſchehene fügen. Bei ſeiner Lan dung in Porto an der Spize des Be⸗ freiungsheeres, zeichnete ſich beſonders eine Dame unter der Menge durch ihre laute und enthuſiaſtiſche Freude aus. Einige Tage ſpäter erhielt er von un bekannter Hand 12,000 Dollars als Dank der Dame, welche er in Rio⸗Ja⸗ neiro einſt ſo freigebig unterſtüäzt. Während ſie ſo ihrer Schuld gegen Don Pedro ſich zu entledigen ſuchte, ließ ſich ihr Mann an der Spize einer Kom⸗ pagnie Konſtitutloneller, welche er gegen die Gegner geführt, umbringen und die beiden lezten Söhne der Dame traten in das Befreiungsheer ein, ohne eigentlich zur Führung der Waffen alt genug zu ſein.

S

Leitung der Novitäten und Anfichten.

Korreſpondenz.

Agram(im Januar.) Der ſchön ſte, heiterſte Wintertag, verklärte das hohe ſeltene Feſt, einer fünfzigjähri gen Jubelfeier der Prieſterweihe, und zwar durch Sr. Exzellenz unſern hoch⸗ würdigſten Viſchofes Alexander v. A l⸗ lagowich. Noch ſeltner trifft es ſich, daß in einem Zeitraum von einem De⸗ zenio zwei dergleichen Feſte in einem Orte aufeinander folgen. Denn im Jahre 1825 hielt auch der hochſelige Biſchof Maximilian Verhoba z v. Rakitovecz ſeine Jubel feier. Am 30,ten Dezember verfloffenen Jah⸗

res wurde dieſer feſtliche Tag mit al len üblichen Solennitäten begangen. Auch wurde auf dem neu erbauten gro⸗ ßen Chor der Kathedralkirche die neue maßive Orgel zum Erſtenmale geſpielt. Zu Mittag war bei Sr Exzellenz Ta⸗ fel auf 200 Gedeken. Abends wurde die ganze obere und untere Stadt il⸗ luminirt, Sr Exzellenz fuhren in Ve⸗ gleitung vieler Wagen, die Veleuch⸗ tung zu beſchauen, und wo Hochdieſel⸗ be erſchien, empfing den, um Wiſſen⸗ ſchaft und Verſchönerung Agrams hoch⸗

verdienten Prälaten ein vollſtimmiges

Vivat. Bei dieſer Gelegenheit ſind viele Gedichte in kroatiſcher, latei⸗