Jahrgang 
Band 2 (1840)
Seite
813
 
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für Runſt, Eleganz und Mode.

Dreizehnter Jahrgang.

Halbjähriger Preis 4 fl., mit Poſtverſendung 5 fl. Auf Velinpapler mit erſten Kupferabdrüken 5 fl. u. poſtfrei 6 fl. C. M. Man pränumerirt im Kommiſſionsamt zu Ofen Feſtung, außerhalb des Waſſerthors), in C. Millers u. J. Wagners Kunſthandl. in Peſth u. bei allen k. t. Poſtämtern.

102. Sonnabend, 19. Dezember. 1840.

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Vor dreißig Jahren kannte ich einen Knaben mit den größten Anlagen für den Soldatenſtand; dabei war nur Eines fatal, der kleine Heinrich hatte einen Bukel. Auch ich war noch ein Kind, und wir Veide liefen zuſammen überall hin, wo getrommelt wurde. Mir war es mehr um die Uniformen zu thun, ſein Sinn aber ſtand höher. Ich lief im Grund auch nur ſeinetwegen mit, denn ich hatte den ſonderbaren Buben ſehr lieb. Trommeln und Pfeifen hatte er ſchon ſehr gern, wenn er aber gar volle Militärmuſik hörte, da wurde er immer un beſchreiblich aufgeregt, ſeine Augen glübten vor Luſt und kriegeriſcher Begeiſte rung. Kam's nun gar zum Rottenfeuer, zum Feuern mit Kanonen, rükten die Regimenter gegen einander an zum Scheinangriff, zur Vertheidigung, Rük zug und Sieg, ſo gerieth der Kleine ganz außer ſich und drang mitten in Rauch und Getümmel hinein. Da war an kein Halten zu denken; gar oft wurde er von den Kolonnen umgerannt, kam faſt unter die Pferde, öfter aber noch ſcho ben ihn die Soldaten mit Kolbenſtößen auf die Seite wenn er ihnen im Weg ſtand. Waren die Uebungen zu Ende, ſo marſchirte der Kleine