Jahrgang 
Band 2 (1840)
Seite
812
 
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Weihnachtsgeſchenke. Die Zeit der Geſchenke rükt heran; Weihnachten iſt vor der Thüre und eine Woche ſpäter klopft das neue Jahr an. Jeder will zu dieſer Zelt ſeinen Angehörigen, ſeinen Lieben u. Theuren eine Freude machen: aber man iſt oft in der Wahl verlegen, wenn man Wiederholungen und Abgenüztheiten vermeiden will. Wir machen daher auf etwas ganz Neues u. Paſ ſendes aufmerkſam. Hr. M. Lu eff, der be kannte Parfürmeriewaaren-Händlerzur Mi nerva in Peſth, hat ſo eben einige Ballen aus Paris erhalten, deren Inhalt das Schön ſte, Herrlichſte und zugleich Rüßlichſte in ſich faßt, was die Hauptſtadt der Modenwelt an Wohlgerüchen, Wäſſern, Savonnerien, Po maden, Tinkturen, Pulvern, Schminken, Arcanen de. de. je hervorbrachte. Die hoͤchſte Eleganz, der auserleſenſte Geſchmak und die reichſte Ausſtattung ſpricht ſich ſchon in den Enveloppen aus, und das Innere entſpricht vollkommen dem glänzenden Aeußern. Es iſt nicht zu viel, wenn wir ſagen: daß ſolch eine Nettigkeit und Zierlichkeit an ſolchen Dingen hier noch nicht geſehen worden iſt, und' eine ſolche Spende zu Weihnachten oder zum Jah reswechſel dürfte, da ſie das Nützliche mit dem Angenehmen vereint, eben ſo äußerſt überraſchend als willkommen ſein. Wir em pfehlen unſeren geehrten Leſerinen u. Leſern, die Boutiquezur Minerva zu beſuchen und jene herrlichen Dinge wenlgſtens zu beſehen; Hr. Lueff zeigt ſie bereitwillig Jedermann.

Erfreuliches für den künftl⸗ gen Karneval. Der thätige Gaſtwirth Hr. Mayer läßt in ſeinem renommirten Hotelzum König von Ungarn den daſelbſt befindlichen ſchͤnen Saal(nach den Redou tenſälen der geräumigſte in Peſth) auf das Eleganteſte herrichten. Der rühmlich bekann te Zimmermaler Hr. Mollie iſt ſo eben mit der Malerei zu Ende und es muß eine ausgezelchnete Arbeit genannt werden. Herr Molle, eln geborner Schwede, der ſich längere Zeit in Pe ſth aufhält, iſt ein in ſeiner Art ausgezeichneter Künſtler. Auch dieſe Arbelt iſt eben ſo glän⸗ zend als geſchmakvoll. In der übrigen Einrichtung werden Bequemlichkeit mit Ge ſchmak und Zierlichkeit Hand in Hand gehen. Vier daran ſtoßende Zimmer werden, als Kre

denz u. Traiteurten, damit in Verbindung ge⸗ ſezt werden, und ſo wird ſich dieſe artige und aufs Komfortabelſte arrangirte Lokalität zur Abhaltung öffentlicher und Geſellſchafts-Bäl⸗ le beſtens eignen. Das Anziehendſte bet der Sache aber iſt, daß Hr. Mayer mit großem Koſtenaufwand das in Wien ſo beliebte und elegant koſtumirte, aus 24 durchsehends aus gezeichneten Muſikern beſtehende Civilmuſik korps des vielbeſuchten Koloſſeums, für dieſen Saal engagirte, und daß daſſelbe unter der Leitung ihres Kapellmeiſters, Hrn. Index, mit den ausgewählteſten Kompoſi tionen das Publikum überraſchen wird. Das gibt wieder was Neues für die Pe ſther und man erwartet große Theilnahme. Wöchentlich ſollen zwei öffentliche Bälle gegen Entre gegeben, und die Zwiſchentage an Pri vatgeſellſchaften zu ihrer Benüzung überlaſſen werden. F.

Konzert. Die Virtuoſen Fes ea und Movalt, die ſich hier des einſtimmig ſten Beifalls erfreuen und deren hohe Vir tuoſität von allen Kunſtkennern anerkannt wird, geben künftigen Sonntag, den 20. Dez., ihr leztes Konzert im Redoutenſaale. Unter den zur Aufführung kommenden höchſt intereſſanten Piecen nennen wir ein neues Trio für Violine, Violoncell und Piano, komponirt von Hen. Fes ca, als ein höchſt gelungenes Werk, das gewiß die allgemeine Aufmerkſamkeit in Anſpruch nehmen wird. Eintrittskarten zu 2 und 1 fl. C. M. ſind in allen Kunſthandlungen zu haben.

Vom Muſükvereine. Die dritte Kunſtdarſtellung des Peſther und Ofner Mu. ſitvereines, im laufenden fünften Muſikjahre, wird am 25. Dez., Nachmittags, um halb 5 Uhr, im k. ſtädt. Redoutenſaale zu Peſth, 1 Die Eintrittskarten werden den bp. t. Vereinsmitgliedern(iedoch nur gegen 55 orweiſung ihrer Verſicherungskarte) am 27. u. 28. d. in Peſth bei Hrn. Vereins- taſſier A. L. Klauß, in Ofen bei Herrn Emerich v. Miletz am Tage der Vorſtel⸗ lung aber ausſchließlich in der Verelnstanzlei

verabfolgt.

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Beilage:Der Schmetterling. Nr. 29.

Herausgeber und Verleger Franz Wie ſen.