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Leben und Trelben, bleibt das Thea— ter der Brennpunkt aller Unterhaltung, und iſt die Spindel, um die ſich unſere Geſprächsfloskeln drehen.„Sie wün— ſchen Erheblicheres als Theater- neuigkeiten?“ Soll ich Ihnen etwa er— zählen, wie eine neukreirte, ein Jahr lang blühende iſrael. deutſche Hauptſchule wieder aufgelöſt wurde, u. was ſie für Früchte getragen, da in den leeren Schulzimmern jezt Getreide aufbe— wahrt wird! Soll ich Ihnen einen Fall melden, bei dem ſehr Viele hoch
intereſſirt waren— doch nein! dies gehört ins Merkantiliſche— kein Wort davon.— Alſo wieder vom lie—
ben Theater!! Zwei Vorſtellungen von Herold's„Zampa“ mißlangen gänzlich. Ein Hr. Kovac ſy verſuchte ſich darin als Zampa und that unſern Ohren mit ſeinem unausgebürſteten, grobſchmiedi— ſchen Bierbaſſe unendlich wehe; doch wie? ich ſagte Hr. Kovacſy habe einen Baß— da bitte ich tauſendmal um Vergebung— Hr. Kovaeſy hat weder eine Baß-⸗ noch Tenorſtimme, er iſt vollkommener Baritoniſt, d. h. er iſt aller Töne bar.— Noch ein Mal erſchien„Zampa“ auf den Brettern, aber diesmal mit ganz anderem Erfolge. Hr. Erkel, vom Peſther Nationalthea— ter, eröffnete gleichfalls in der Titelrolle den Cyklus ſeiner Gaſtſpiele. Obzwar dieſe Parthie wohl ſeine ſchwächſte ſein dürfte, ſo fand er doch durch den Wohl— klang ſeiner Stimme, und durch ſein einfach natürliches Spiel, allgemeinen Beifall u. wurde gerufen. Gleich kräf— tig und beifällig wirkten Dem. Kom— loſſy Pauline(Norma) und Hr. Havi (Alfonſo) mit, welchem Lezteren ich je— doch Eines freundſchaftlichſt rathen würde, nämlich: ſein„telegraphiſches Händeſpiel“ abzuſtellen.— Unſer Trauer-, Schau- und Luſtſpiel iſt bis jezt nicht am beſten beſtellt; wir beſizen zwar in Demoiſ. Ida Komloſſy, dem erklärten
Liebling des Publikums, einen Schaz für das Fach der naiven Parthien, doch mit dem Helden-, Liebhaber- und Anſtands— fach, in generis masculino et feminino, da hat es noch ziemlichen Anſtand. Bei der bekannten raſtloſen Thätigkeit un— ſeres Theaterdirektors iſt jedoch zu hoffen, daß dieſe Lüken bald ausgefüllt werden.
Ateratur.
Literariſches Portfolio. Es war voraus zu ſehen, daß der La— farge'ſche Prozeß nicht nur der Chemie und Kriminal-Juſtiz, ſondern auch der Kriminal-Novelliſtik reichliche Ausbeute gewähren und ſie zu erneuten Beſtre— bungen anregen würde. So haben denn bereits auch zwei Literaten, J. Chow— nitz und A. Patuzzi, gleichzeitig Ro— mane geliefert, deren Heldin Madame Lafarge iſt. Auf einer der Bühnen Lon— dons ſchritt ſie ſogar, dem Vernehmen nach, ſchon über die Bretter, und es iſt nicht abzuſehen, wie viel des geiſti— gen und wäſſerigen Akten-Extrakts uns noch geboten wird.— Goethe hat vom ſeligen Cotta an Ehrenſold für ſeine Werke nicht weniger als eine halbe Mil— lion Gulden bezogen; für die neuen Aus gaben hat der Sohn Cotta's gleich— falls erklekliche Summen gezahlt. Herr Geheimderath von Goethe waren ſehr reich geworden, u, nun muthen die Leute in Weimar, es ſtehe dem deutſchen Pu— blikum zu, Geld auszugeben, um Goe— the's Haus als Reliquie anzukaufen!— Der alte Arndt erzählt von Goethe, daß er 1813 in Schleſien vor jedem ſechszehnjährigen Lieutenant, wenn der— ſelbe von Adel war, Krazfüße machte, als ſei er, Hr. Geheimderath von Goe— the, ein Lakai. Er benahm ſich überhaupt wie eine Bedientennatur(22).— Näch⸗ ſtens werden die nachgelaſſenen Gedichte


