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be ſich nach den Fleiſchtöpfen Sachſens zurükgeſehnt.“ Nun aber geſtehen wir offen, daß Sachſen uns nie wie das Laud der Fleiſchtöpfe vorgekommen iſt, und das eine Reiſe nach Oeſterreich u. Ober— Italien jene— falls ſie wirklich exiſtirten — leicht vergeſſen machen kann.“— Der deutſche Poſtillon ſchreibt:„Ochſen gibt es bekanntlich überall, allein der Auerochſe (bos urus) findet ſich jezt nur noch in Rußland in der beloweſhaſchen Einöde. Der Kaiſer hat die allerhöchſte Erlaub— niß ertheilt, für das Naturalienkabi— net zu Mainz einen Auerochſen zu ſchie— ßen.“— Durch alle Zeitungen macht die unrichtige Angabe, daß drei Kinder des Hrn. von Rothſchild durch den Biſchof von Verſailles in ſeiner Pri— vatkapelle, in Gegenwart ihres Vaters und ihrer Mutter getauft worden ſeien, de Runde.— Am 18. Nov. fand in Leipzig die Hinrichtung eines Mörders ſtatt. Der Andrang der Schauluſtigen war leider außerordentlich. Eine Menge vornehmer Oamen ſtand mit Verläug— nung alles Zartgefühls unmittelbar am Blutgerüſt und einer großen Maſſe lag eine gewiſſe freudiger Neugier auf den Geſichtern.— Heurathsluſtige, die Män— ner ſuchen, brauchen ſich nur an Herrn Auerheimer jun. in Regensburg zu wen— den; derſelbe hat ein vorzüglich ſortir— tes Lager von dieſem Artikel:„Einen 36⸗jährigen Apotheker, körperlich und wiſſenſchaftlich gebildet, drei Kaufleute, Konditor, Bräuer, Oekonomiebeſizer Witwer, Lit hographen. Portraits der— ſelben, und alle Verhältniſſe noch über andere 339 Heirathsgeſuche auf fran⸗ kirte Briefe.“— Die Armen in Ver- lin haben gute Ausſichten. Außer den 40,000 Thalern, welche die Kaiſerin von Rußland von der Erbſchaft ihres Vaters geſchenkt hat, hat ein Privat— mann, Dr. Becker, der Stadt ein Ar— menlegat von 80,000 Thalern gemacht. — In Wien iſt der berühmte Aſtronom
Litrow und in Freiburg der berühmte Hiſtoriker Carl v. Rottek geſtorben.— Ein neues Diebſtahlgeſez im Meklen— burg'ſchen iſt ſehr freigebig mit Prü⸗ geln, wie überhaupt in ganz Deut ſch⸗ land Stok und Peitſche wieder ſehr in Aufſchwung kommen ſollen.— In Berlin wird ein Seminär für jüdiſche Schul— lehrer gegründet.— Seit dem der Bã⸗ kermeiſter Vorholz in Carlsruhe als Dichter aufgetreten, heißt es nicht mehr allein: die Kunſt geht nach Brot, ſon—
dern auch: das Brot geht nach der Kunſt. — Halm, der Verfaſſer der Griſeldis, hat ein neues Drama„König u. Bauer“ gedichtet.—„Patkul“, Trauerſpiel in 5 Akten, mit einem Vorſpiel: Der Reichstag zu Stockholm“, heißt ein neues Trauerſpiel von Carl Gutzkow.— In Leipzig erſcheint ein Prachtwerk über Verſchimmelungen unter dem Titel: „Prachtflora europälſcher Schimmelbel— dungen.“
Lokal-Zeitung.
Joſe ph Merk. Am 7. d. M. gab dieſer berühmte Künſtler ſein erſtes Konzert im Redoutenſaale. Er ſpielte ein Concertino, Variationen über ein Tiroler Lled und ein Divertiſſement über ungar. Motive, ſämmt— lich eigener Kompoſition. Der große Virtuoſe entſprach vollkommen den aufs Höchſte geſpann⸗ ten Erwartungen. Es war ein Genuß der ſeltenſten Art. Wir ſind in der That verle— gen in der Wahl der Epithete, die wir die ſem Meiſterſpiel beilegen ſollen. Was nur immer möglich iſt, um das herrliche Inſtru— ment zu verherrlichen, leiſtet Merk auf dem Violoncell. Welch ein Adagio! Wie elegiſch, wie geſangreich, wie tief ergreifend! Welch ein Humors, welch eine Laune in den kapri⸗ zlöſen Stellen! Welch eine Eleganz, welch eine Galanterie, welche Zartheit und Sub⸗ tilität athmet jede Note dieſes grandioſen Vortrages, der uns bald ſüße 2 zehmuth in die Seele träufelt, bald das Herz zum lau⸗ ten Frohloken erhebt. Merk iſt unübertreff— lich und in Hinſicht der Zierlichteit und Si— cherheit ſeines Spieles unverg leich lich auf ſeinem Inſtrumente. Dieſe wenigen Wor— te mögen lange Tiraden erſezen und wir ſind überzeugt, das Auditorium, das dem Vir—


