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tieſe Feil beit wahrnehmen gewiß, Sie ſagten von une, daß wir das Ding nicht ſehr wahr nehmen. Aber wir dürfen behaupten, Hr. Roſenſchön ſei ein Schauspieler, der dieſem Namen alle Chre macht und unſere Achtung und Liebe vollkommen verdient, und durch ſo gemäßigte Worte wollen wir weder unſern, noch Hrn. R's. Kredit kompro mittiren. Hr. Burggraf verſpricht recht viel, er leiſtet oft Gelungenes, und wird ſeinen Anlagen gemäß noch ein tüchtiger Künſtler werden, bildet er jene mit Kunſtfleiß aus. Hr. Hen⸗ ſel konnte ſich noch nicht allgemein be⸗ liebt machen, und führwahr, ſeine we nig ausgebildete Plaſtik⸗ und ſein wei nerlicher, monotoner Vortrag iſt wenig geeignet, anzuſprechen. Hr. Fenzl hat wohl ſeine guten, aber auch ſeine ſchwachen Seiten. Von einem Herrn Schweizer begnügen wir uns zu wün⸗ ſchen, daß er zum Holländer würde. Beide oben genannten Komiker verdie⸗ nen recht ſehr den allgemeinen Beifall; Herrn Schemmer rufen wir aber zu: Nur ſolid! Ein allzu leicht fer⸗ tiger Komiker kann auch leicht fertig werden mit der Gunſt des Publikums, oder doch der Kritik. Nur ſolid, und nicht frivol! Mad. Roſenſchön iſt eine treffliche und begabte Schauſpiele rin, der wir volles Recht zollen; aber dann bedauern wir die Brave, wenn ſie genöthigt iſt, Gurli's zu geben, denn in ſolchen Parthien kann es weder ihr noch uns behaglich ſein. Mad. Schindel⸗ meiſſer iſt durch ihr, alles Lobes wür⸗ diges Spiel, das ſie durch eine tiefe Ge⸗ müthlichkeit im Vortrage, die ſelten ihre Wirkung verfehlt, zu unterſtüzen weiß, ein Liebling des Publik ums ge worden, wovon ſie zahlreiche Beweiſe erhält u. verdient. Das etwas ſchwäch liche Organ dieſer jungen Schauſpiele rin reicht gerade für unſer Haus aus. (Veſchluß folgt.)

Königsberg. Die Sängerin Stöckl⸗Heinefetter, welche bei der Schu⸗ mannſchen Geſellſchaft aus Mainz in die⸗ ſem Sommer zu den Opern-Vorſtellun⸗ gen in London engagirt war und von dem dortigen verwähnten Publikum mit vielem Beifall aufgenommen wur de, wird hier zu zwölf Gaſtrollen erwartet, auch Ole Bull, der weltberühmte Violiniſt, Profeſſor Döbler, ein zweiter Pinetti und Philadelphia, wie auch Averino ſollen hier ankommen. Dem. Agneſe Schebeſt trat hier am 20. Nov. noch ein Mal als Romeo in der bekannten Bel⸗ liniſchen Oper auf, fand aber eine ſo kalte Aufnahme(das Haus war erbar⸗ mungswürdig leer), die ihr klaſſiſches Spiel wahrlich nicht verdiente, daß ſie ſchon am andern Morgen in der Frühe unſerer Stadt den Rüken wandte und ihre Neiſe nach Petersburg for tſezte.

Literatur.

Literariſches Portfolio. Vom 1. Jan. an hört der muſikaliſche An⸗ zeiger, der bei Haslinger in Wien her⸗ ausgegeben wurde, auf zu e rſcheinen und ſtatt deſſen edirt Schmidt, Heraus⸗ geber desOrpheus, eine muſikaliſche Zeitſchrift, der wir alles Gedeihen wün ſchen. DerOrpheus iſt auch heuer mit Luxus u. gediegenem Inhalte aus geſtattet, findet aber leider keinen Ab⸗ gang. Das im Joſephſtädter Theater mit Beifall gegebene Schauſpiel:der Hut des Raubſchüzen von Chriſtian Kuffner wird eheſtens in Druk erſchei⸗ nen. R. Michlböck u. J. A. Mann⸗ bach wer kennt nicht dieſe glorreichen Namen? ſchon wieder beglükten ſie die Leſewelt mit den unnachahmlichen Er zeugniſſen ihrer erhabenen Muſe. Ec⸗ ſterer beſchenkte uns mit einer hiſtoriſch⸗ romantiſchen Geſchichte:Fernando von Alcantara, oder das Schrek horn um Mitternacht in den ſchauerlichen Klüften