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gleich die Nachricht derbreitet, daß die Königin angekommen, indem man die Puzmacherin für dieſelbe hält, gebt An laß zu vielen beluſtigenden Szenen uad ergözlichen Quiproquos. Die gewandte Feder Kochs wußte Alles geſchikt zu be nüzen und dieſer Opernhandlung auch einen Luſtſpielgeſchmak zu ertheilen. Die Darſtellung beider Stüke war im Ganzen gelungen. Mad. Grill war in beiden Stüken(Alexiewna u. Leontine) ausgezeichnet u. liebenswürdig Natürlich keit, Naivität, feine Charakterzeichnung u. Laune machten dieſe Rollen zu wahren Kunſtgebilden. Herr Rott(Raſch mann) bewies uns, daß er die natürli chen Gaben ſeines ächten, unerſchöpfli chen Humors auch in fein komiſchen Rol len geltend zu machen weiß, und ſein bloßes Erſcheinen auf der Bühne ver ſezt das Publikum ſtets in die heiterſte Stimmung Hr Berg gab den Gaſt wirth mit einer meiſterhaften, über aus wirkſamen Auffaſſung und einer höchſt anſprechenden Eigenthümlichkeit. Hr. Kalis ſpielte den Eduard mit vie lem Gefühle. Hr. Dietrich befriedigte als Belfort durch ſein beſonnenes Spiel; ſo wie auch Hr. Wagner als Marcel durch Lebhaftigkeit genügte. Unſere brave Mad. Deny, ſo wie die anmu thige Dem Wilhelmi trugen ihr Schärf lein zum Gelingen des Ganzen bei. Am 5. gaben die jungen Lewy's auch auf dieſem Theater ein(Abſchieds-) Konzert, und machten auch da ihre ſchö nen und erfreulichen Talente geltend, die in dieſen Blättern ſchon mehrmal gewürdigt worden ſind. Die jungen Vir tuoſen erhielten auch auf dieſer Bühne verdienten Applaus. Herr Arnſtein ſpielte denKarneval von Ernſt, und, die großen Erinnerungen abgerechnet, nicht ohne Verdienſt. Eine an dieſem Abend gegebene Pantomime von Koloſ ſansky ward beifällig auſgenommen. Aber man begriff nicht, was zu der

Tags vorher ſtattgefundenen Wiederho lung der Pferdepantomime veranlaßte, da dieſe doch ſo ſehr erbärmlich iſt. J. Sndr.

Temes var(1. Dez.)Nur ſolid, nur immer ſolid! Die⸗ ſen weiſen Denkſpruch desZwirn, den wir unſern Kollegen nicht genug empfehlen können, ſezen wir auf den Wimpel unſers gegenwärtigen Schiff leins, und werfen im Vorgeſühle eines möglichen Ungewitters alle Gemeinpläze, alle rezenſentlichen Patronen für Pa trone, alle Blaſebälge für eigene Auf geblaſenheit über Vord, und behalten nur den Kompaß der Selbſtſtändigkeit des Urtheils, unbekümmert, von wo der Wind herbläſt. Und ſo ſchiffen wir denn dahin, einzig beſorgt, jene Sandbänke zu meiden, worauf der weltberühmte RitterSans peur der Welt weiß ma chen wollte, ein Seelöwe ſei ein wirk licher Löwe. Doch zur Sache! Unſer Publikum hegte vom heurigen Theater große Erwartungen, u zwar mit Recht, denn Hr. Schmid iſt gewiß ein ſeltener Direktor und als liberaler, ſplendider Mann, der auch etwas auf Ehrgeiz hält, bekannt. Unſer Schauſpiel beſteht aus den Herren: Roſenſchön, Burggraf, Henſel, Fenzl; den Damen: Roſen ſchön, Schindelmeiſſer, Nitſch. Die Lo kalpoſſe wird repräſentirt von den Hrn. Schemmer und Blank, die Lokalſänge rin aber(proviſoriſch?) ſupplirt von der zweiten Sängerin Dem. Limmer. Die übrigen rezitirenden Unter-Götter u. Göttinen können wir unaufgeführt laſ ſen. Dies ſind zwar wenig Namen, aber für uns doch genug, dennſo et was haben wir noch nicht geſehen. Hrn. Roſenſchön kennen Sie; wenn wir Ihnen wöchentlich mit ausgeſuchten Hy perbeln verſichern wollten, er ſei der erſte Schauſpieler Deutſchlands, und hiezu unſere Rezenſenten-Feile dermaſ⸗ ſen aufwenden würden, daß Sie leicht