775 tigt, geziert, wird viel gefälliger werden.— Somit ſoll der Spiegel ſtets, wie es einem Spiegel geziemt, ein heiteres u. freundliches Geſicht zeigen, beſonders wenn die ſchöne Abonnentin fleißig hinein ſieht, und ſollte ihn einmal auch ein ſauertöpfiger Ariſtarch mit ſeinem Hauche etwas trüben, qu import“!— wird der Spiegel ge puzt, ſo iſt er dann deſto klarer und reiner.— Und bei dem Allen bleibt der Preis des Spiegels— der alte, bei⸗ ſpiellos niedrige— nämlich halbjährig: 4 fl, mit der Poſt 5 fl. und die Prachtausgabe 1 fl. C. M. mehr!! Dafür erhält der Abonnent jährlich wenigſtens 104 Nummern vom Spiegel, 80 bis 90 von der Hand⸗ lungszeitung, 30 vom Schmetterling, 55— 00 Modenbilder (mit 120-130 Figuren), 12— 15 Genrebilder, Portraits, oder andere Bilder u. ſ. w. Wer thut noch ſo viel für einen einzigen Abonnenten, und wer thut es für mehrere Tauſend?
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Die Redaktion des Spiegels.
Ein Abenthener in Spanien.
Während des für die Franzoſen ſo unglüklichen ſpaniſches Krieges, wo Napoleons Stern ſchon anfing zu erbleichen, war ein franzöſiſcher Soldat in einer kleinen Stadt einquartirt, welche nahe bei dem ſchönen und verführeriſchen Sevilla lag. Er verliebte ſich in die Nichte eines reichen Alkaden, der natür— lich nie in eine Heirath eingewilligt hätte, denn wenn er auch ſeinen Franzoſen⸗ haß vergeſſen wollte, ſo war doch Paul Daverne ohne Vermögen. Indeß der Pariſer Grenadier ſcheuete weder Liſt noch ſorgfältige Bewachung, um ſich Don⸗ na Ines zu nähern. Die Liebenden ſahen ſich ſelten und ſuchten ſich dafür durch Briefe zu entſchädigen.—„Mein hübſcher Paul,“ ſagte das junge Mäd— chen in ſeinem Schreiben,„warum haſt du meinem Onkel nicht geſagt, du ſeieſt eben ſo reich, als du jung und ſchön biſt! Du kommſt von Weitem her und könnteſt es ihm vorlügen, dieſe Unwahrheit wäre ja unſchuldig, weil ſie unſere Liebe begünſtigte. Er iſt oft erſtaunt, daß du ſo geläufig ſpaniſch ſprichſt und den Horaz ohne Stoken überſezeſt, auch weiß er wohl, daß Euer Kaiſer alle jungen Franzoſen in ſein Regiment ſtekt. Deine Eltern ſind geachtet in der Geſellſchaft, mache ſie auch reich, mein Freund, und du befreiſtſ unſere Liebe von einer Sor— ge mehr.“—„Schöne Ines,“ antwortete der junge Grenadier,„unſer Kaiſer iſt größer, als es Cäſar und Hannibal je geweſen ſind, und deshalb keine kleine Ehre, einer ſeiner Soldaten zu ſein; ſeine Lieutenants ſind mächtiger als Kö— nige und obgleich deine Landsleute unſere Feinde, ſo wiſſen ſie doch, daß die franzöſiſchen Anführer eben ſo tapfer ſind, als es Euer Cid war. Frankreichs junge Männer folgen freiwillig der militäriſchen Laufbahn, weil ſie die ehren⸗ vollſte und glänzendſte iſt, wenn man Napoleon folgt. Ich liebe dich wie meine Fahne, aber ich müßte erröthen, wenn ich deinetwegen Jemand betrügen ſollte.“
Uebrigens predigten nicht alle ſeine Briefe dieſe ſtrenge Moral, und in andern bot er viel Veredſamkeit auf, um ſich Ines liebenswürdig zu zeigen und ſie zu beſtimmen, ihren verdrießlichen Onkel zu verlaſſen und mit ihm zu ent⸗


