Jahrgang 
Band 2 (1840)
Seite
772
 
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um ſie zu bekehren. O wie hätten auch wir dieſe Liebhaber hiſe b gehabt, wären ſie nur um drei Akte früher erſchlenen. In dem ganzen Stüke iſt keine Spur von einer heitern geiſtreichen Konverſation, nichts als leeres Geſchwäz und lange, matte Phraſen. Blos der Thee, den die Damen im 1. und 2. Akte ſchlürfen, iſt das einzig Genießbare, was im Stüke vorkommt, Falls der Thee eine Wahrheit, keine Spielerei war. J. Sour. 5

unſere ausgezeichnete und beliebte Schauſpielerin, Dem. Emilie Müller, begibt ſich dieſer Tage nach Temesvar, um dort einige Gaſtrollen zu geben. Wir gratu liren dem dortigen Publikum zu dieſem inte reſſanten Gaſte.

Wir vernehmen ſo eben, daß Herrn Alexander Schmid, die Direktion des Peſther deutſchen Theaters auf weitere ſechs Jahre, das iſt von Oſtern 1842 bis Oſtern 1848, zugeht ee ede

Die erſte Aufführung des bereits an gezeigten PreisluſtſpielsRoszaé« von Szigle gety findet künftigen Montag im National theater Statt.

Muſikaliſches. Heute gibt die Fa milie Lewey ihr drittes und leztes Kon zert im Nationaltheater. Die trefflichen jun gen Künſtler werden durch eine Auswahl ſehr brillanter Piecen beſondere Gelegenheit zum Auszeichnen haben.

Hr. Prof. C. Kloß aus Berlin, ein rühmlich bekannter Muſiker u. Kompoſiteur, iſt hier angekommen. Bei der morgen ſtatt findenden Muſikvereins-Produktion wird eine von ihm komponirte Kantate nach Worten von Gellert exekutirt werden.

Mit dem bereits ſchon erwähnten be rühmten Violiniſten Hrn. Mo valt, iſt auch ein ſehr ausgezeichneter Pianiſt Hr. Fesc a aus Karlsruhe, hier angekommen, den kom petente, Kunſtkenner als einen der Erſten ſeines Faches bezeichnen.

Literarlſches. Der bekannte unga riſche Literat Hr. von Kovacſoczy gibt vom künftigen J. 1841 ein neues Blatt in ungariſcher Sprache heraus. Es wird den Titel Közlemények(Mitheilungen) führen und wöchentlich viermal erſcheineu.

Kirchenmuſik. Am 22. d. wurde die neue Meſſe in D-moll von dem ausgezeichne ten Kapellmeiſter Hrn. Schindelmeiſſer, unter Leitung des wakern Chorregenten Hrn. Franz Bräuer und Mitwirkung des Muſikvereins, ausgeführt. Die zahlreich verſammelten Mu ſikkenner wurden von dieſem gediegenen Ton ſtütke im Innerſten entzükt. Zum vortreffli chen Gelingen dieſes mit Geiſt u. Kraft exe kutirten Kunſtwerkes trug beſonders die treff liche Inſtrumentirung, die ſchoͤnen Geſangs ſtimmen der Mitglieder des Muſikvereins, ſo wie die ausgezeichnete Leitung des Dirigen ten Hrn. Fr. Bräuer, deſſen regem Elfer und unermüdetem Fleiß wir es zu danken haben, daß die Kirchenmuſik bei uns einen ſolchen Grad von Vollkommenheit erreichte, bei. Hrn. Schindelmeiſſer aber, deſſen ausgezeich netes Talent als Kompoſiteur ſich wieder auf eine glänzende Weiſe bewährte, und der ſich heute im Gebiete der ernſten Kirchenmuſik, ſo wie früher im heitern Opernfache als Meiſter zeigte, verdient die ehrenvollſte Aner kennung. Möge Hr. Schindelmeiſſer bald fri ſche Bluͤthen ſeiner reichen Phantaſie pfluͤken, welches der aufrichtigſte Wunſch aller Muſik kenner und Derjenigen iſt, die ſein großarti ges Talent zu ſchäzen wiſſen. J. Sdur.

Der Maskenball in den peſther k. ſtädt. Redoutenſälen, zum Vortheile des Arme-Kinder-Spitals, war, zur Freude al ler Menſchenfreunde, äußerſt glänzend un über aus zahlreich beſucht. Die drei Muſikbanden, der in Ofen u. Peſth garnlſontrenden Regimen ter ſpielten die beliebteſten Tanzweiſen mit rühmlicher Gewandtheit; der impoſante Mas kenzug, unter der Leitung des Balletmeiſters Koloſſanzky, überraſchte durch ſeine Bizarre rie; Tanz, Beleuchtung, Konverſation, Mas ken, Kredenz, Traiteurie, Muſik, kurz, Alles einigte ſich, um die Nacht eben ſo pi tant als genußreich zu geſtalten. Die Ziehung der Lotteriegewinnſte ging mit Ord nung und Präziſion vor ſich. Der Ertrag des Abends wohl die eigentliche Tendenz war ein überaus günſtiger und jeder Menſch lichdentende fühlt ſich verpflichtet, Allen, die zur Durchführung des Ganzen irgendwie bei getragen, Worte des innigſten Dankes offen zu ſpenden.5.

Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.