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antreten zu dürfen?“ Das alte Komplimentirbuch ſchreibt vor:„Mademoiſelle pardonniren, daß ſich Dero Diener erkühne, Sie zu einem ſchlechten Tanze auf— zuführen.“ Der neumodiſche Stuzer ſagt nach dem Tanz:„Unendlichen Dank für die Ehre und das Vergnügen. Ich fühle mich ſehr verpflichtet für die Nach— ſicht, mit der Sie die Mängel meines Tanzes ertragen haben.“ Der altmodiſche drükte ſich etwas breiter aus:„Ich ſage Mademoiſelle gehorſamen Dank, daß Sie mir die gütige Erlaubniß, Sie zu einem Tanz aufzufordern, gegeben ha— ben; doch geht mein inſtändiges Bitten dahin, diejenigen Fehler, ſo ergebenſter Diener begangen, Dero angeborenen Höflichkeit nach, zu bemänteln. Empfehle mich im Uebrigen ganz gehorſamſt zu Dero beſtändigen Affektion und Gewogen— heit.“ Jener erbietet ſich zur Begleitung mit den Worten:„Darf ich Ihnen meinen Arm anbieten. Sie nach Ihrer Wohnung zu begleiten?“ Dieſer:, Die Mademoiſelle werden nicht ungeneigt aufnehmen, daß ich meine Obſervanz beob— achte und Sie nach Dero Behauſung zu führen anbiete.“ Zum Schluß aus un— ſerm alten Komplimentirbuch noch ein Gratulations-Kompliment zum Neuenjahr: „Ich bin verbunden, der Mademoiſelle bei dem bereits neu angegangenen Jahre ergebenſt zu gratuliren. Einen anſtändigen Liebſten wollte zwar gern wünſchen, weil Sie aber damit ohne Zweifel ſchon verſehen ſein, ſo will ich mir die Ehre ausbitten, Ihnen in dieſem Jahre auf Ihre Hochzeit mit einem wohlgemeinten
carmine aufzuwarten.“
(B. f. l. U.)
N urteile e
Theater.
Peſth.(Geſchwiſter Lewy im Nationaltheater.) Das aus⸗ gezeichnete muſikaliſche Dreigeſtirn Le— wy aus Wien gab am 17. d. ſein er— ſtes Konzert im Nationaltheater. Der kleine Richard erſchien zuerſt u. elek— triſirte, gleich Oberon mit ſeinem Zau— berhorne, ſofort das ganze Auditorium. Man denke ſich einen wunderſchönen, et— wa zehnjährigen Knaben, der ſich ſo adrett, ſo routinirt bewegt, erwachſene Künſtler ganz drollig immitirt, und da— bei kindliche Grazie und Naivität in ſich bewahrt, wie er auf dem großen chromatiſchen Waldhorn ein ſchwieriges Imprompta von Lachner mit der größ— ten Virtuoſität vorträgt, u. man kann ſich den Eindruk erklären, den er her— vorbringen muß. Man bewunderte aber nicht nur die Technik in ſeinem Spiele, die Kraft und die Ausdauer ſeines Hau—
ches; es wohnt auch eine große Seele in dieſem kleinen Körper, und Gefühl und Ausdruk begleiteten alle Paſſagen und Wendungen dieſer ſchönen Töne. Der liebenswürdige Kleine ward mit Beifall überſchüttet und dreimal geru— fen. Nach ihm erſchien ſeine reizbegab— te Schweſter Melanie u. ſpielte eine Phantaſie auf der Pedal harfe von Pa— riſh-Alours. Sie entlokte dieſem herr— lichen Inſtrumente die augenehmſten Ak— korde, und leicht über die Saiten hin— ſchwebend, berührte ſie auch in den Herzen der Zuhörer die angenehmſten Saiten.— Sie gefiel ungemein und ward dreimal gerufen.— Hierauf er— ſchien der Dritte in dieſem Künſtler— bunde, Karl, der eine Phantaſie auf dem Piano vortrug, und obwohl noch kein Jahr verfloſſen iſt, als der große Liszt auf derſelben Stelle unerhörte Triumphe feierte, ſo wußte ſich doch auch dieſer junge Virtuoſe, durch ſein


