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fertiges Spiel, durch ſeine ungemeine Gewandtheit in den Fingern und ſei— nen herzlichen Vortrag dieſer ſchwieri— gen Piece, allgemeinen Beifall u. Herror— ruf zu verſchaffen.— Zum Sckluſſe er— ſchien das muſikaliſche Kleeblatt zuſam— men und ſpielte ein Trio auf alle drei Inſtrumente, das ſich ebenfalls gerechte Anerkennung erwarb.— Auf lautes Verlangen wurden dann Variationen über ein ungar. Thema vorgetragen, die enthuſiaſtiſchen Wiederhall fanden. — Vor dem Konzerte gab man den er— ſten Akt der Oper„Lucrezia Borgia“, worin Mad. Schodel ſehr excellirte. Volles Haus. D.
Mignon Zeitung.
Madrid. Am 16. Okt. wurden in Toledo zwei Vanditen hingerichtet, die lange der Schreken der ganzen Ge— gend geweſen waren; der Aeltere von ihnen, El Rajo de la Fuente, hatte hundert und einige Perſonen ermordet, der andere noch jüngere hatte erſt ſie— benundzwanzig Flintenſchüſſe gethan, die ſeinen Nebenmeſchen ihr Leben ko— ſteten.
Potpourri aus Paris. Eine junge Dame in einer großen Stadt ging aus, ihrem Manne zu deſſen Geburts— tage ein hübſches Toilettenneceſſalre zu kaufen, das ſie Tags zuvor in einem eleganten Waarenlager geſehen hatte. Einige Schritte von dem Laden begeg— net ihr ein Kind von ſechs bis ſieben Jahren mit ausdruksvollen Zügen, aber in Lumpen gehüllt und bleich vor Hun— ger und Entbehrungen. Frau von B. ſpricht die Kleine freundlich an, und erhält bald die Geſchichte langer Lei— den einer unglüklichen Familie, ſie ver— gißt darüber den Zwek ihres Ausganges, läßt ſich von dem Kinde in ein elendes Zimmerchen im vierten Stoke eines al—⸗ ten Hau ſes führen, und ſieht dort eine
unglükliche Frau u. zwei kleine Kinder auf dem ärmlichen Strohlager. Es wa⸗ ren Mutter und Schweſtern der Klei— nen. Frau von BV. verließ die Armen, nachdem ſie ſie reichlich beſchenkt hatte. Statt einer Gabe zum Geburtstag aber überraſchte ſie ihren Mann mit den Quittungen der Kaufleute, bei denen ſie für die arme Familie eingekauft hatte, was dieſe ihrer dringenden Noth entheben konate.— In St. Omer be— ſuchte ein Bilder händler die dortige Kir— che,„zum heiligen Grabe“, die ſehr reich an Bildwerken iſt; er hegte den Wunſch, eines der Bilder zu kaufen, oder mit einem andern aus ſeinem Ve— ſize zu vertauſchen, das in der Kirche ven größerem Effekte ſein würde. Der Pfarrer und einige der Kirchenälteſten waren mit dem Bilderhändler; man ta— rirte die Bilder, und einer der Aelte⸗ ſten ſagte:„Wenn Sie für das Bild, das Ihnen am beſten gefällt, 20,000 Franken geben, ſo ſollen Sie es ha⸗ ben.“—„Gut, der Handel gilt,“ ant— wartete jener, zog ſeine Brieftaſche, u. bot dem Aelteſten die verlangte Sum— me in Bankbillets. Der Pfarrer und die Kirchenälteſten waren nicht in geringer Ueberraſchung, und erklärten gleich, die Forderung, die einer ihrer Kollegen ge— ſtellt, ſei nur ein Scherz geweſen, da ihnen keineswegs die Vefugniß zuſtehe, ein Bild zu verkaufen, an dem ihre ganze Gemeinde Rechte habe. Der Bil⸗ derhändler beſtand aber darauf, er habe den Kauf in rechtlicher Form und vor Zeugen abheſchloſſen, und werde ſeine Anſprüche geltend zu machen wiſſen. Das Bild iſt ein prachtvoller Jordanes, und minde ſtens 40,000 Franken werth.— Nun miſcht ſich auch der Magnetismus in die Politik, und zwar auf eine ge— fährliche Weiſe. Ein gewiſſer Dr. Al— bert, der ein Buch über den Magnetis— mus herausgegeben, ſchreibt neulich von einer Pyrenäenſtadt aus an einen ſei⸗


