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er Zpiegel
für Run ſt, Eleganz und Mode.
Dreizehnter Jahrgaug. Halbjähriger Preis 4 fl., mit Poſtverſendung 5 fl. Auf Velinpapier mit erſten Kupferabdrüken
5 fl. u. poſtfrei 6 fl. C. M.—Man pränumerirt im Kommiſſlonsamt zu Ofen(Feſtung, außerhalb des Waſſerthors), in C. Millers u. J. Wagners Kunſthandl. in Peſth u. beh allen k.k. Poſtamtern.
944. Sonnabend, 21. November. 2840. — 28 2e— 5
Ein verſpäteter Zrief.
Ich will meinen Leſern eine Geſchichte erzählen, die wirklich iſt, wofür ſie ſich ausgibt, ein Faktum. Viel Lärm um nichts! könnte ich ſie betiteln; doch ich betitele ſie nicht ſo, weil ich den Poſtbeamten, zu deren ſpezieller Veherzigung ich dieſen Vorfall berichte, keine Ausreden an die Hand geben will. Ob ein Brief ein Stündchen früher oder ſpäter abgegeben wird, iſt in der Regel eine gleich— giltige Sache, eine Kleinigkeit, ein Nichts: wirklich? Aber ein ſolches Nichts kann ein folgenreiches Etwas werden, es kann ein Unglük veranlaſſen, ein Un— peil, viel größer, als dieſer Lärm um nichts, den ich heute ſchildern will. Die Sache verhält ſich, wie ich ſie darſtelle und war ich auch nicht dabei, ſo habe ich die Fakta doch aus der erſten Hand von einem Augenzeugen, der ſie in einer der neueſten Nummern des„Droit“ getreulich berichtet hat.
Der Held meiner Geſchichte iſt ein Advokat zu Bordeaux, welcher eine Ferienreiſe in die Pyrenäen unternahm und während des Ausfluges ſeinem Fa— mulus die Bewachung ſeiner Wohnung ſehr ernſtlich ans Herz legte. Die gute Seele ſtellte ſich denn auch Tag für Tag ein, ſtäubte Möbeln und Bücher ab,


