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Carl ſich Theilnahme und Hervorruf zu erwerben.— Ueber ihre Antonina ſprachen ſich alle bedeutenden Blätter höchſt günſtig aus. Der„Sammler“ ſchließt ſein ſehr ſchönes Referat mit den Worten:„Ohne der Vorzüge der Dem. Carl als Sängerin hier wieder— holt zu erinnern, wollen wir eine An— gabe des Faktiſchen liefern und melden, daß Dem. Carl ſehr beifällig aufgenom— men wurde, was bei dem olympiſchen Partheikampfe des Antonina-Haſſeltis⸗ mus gewiß viel, ſehr viel geſagt ſein will.“— Man ſchreibt aus Wien:„Die Lutzer benehme ſich ſehr freundlich, die
Haſſelt ſehr unfreundlich gegen die Carl.“ Dieſe Unfreundlichkeit ſpricht
mehr für die Leztere, als jene Freund— lichkeit“— a
Lokal-Zeitung.
Theatraliſches. Im ungar. Na⸗ tionaltheater wird nächſtens die in Wien mit ſo außerordentlichem Beifall gegebene Poſſe: „die ſchlimmen Frauen im Serail“ mit gro— ßer ſzeniſcher Ausſtattung gegeben werden.
— Die nächſte Gaſtrolle des Hrn. Veß— ter Szandor auf der ungar. Nationalbühne wird Vetter Benjamin aus Polen ſein.
— Ein ansgezeichneter Baritoniſt, Herr Mayer aus Prag, iſt ſo eben in Peſth ange— kommen.
— Benefiz.(Ofen.) Die allbeliebte Sängerin Dem. Emilie Revie hat künf⸗ tigen Samſtag, den 21. Nov., ihre Einnah⸗ me. Gegeben wird zum erſten Male:„Die Mas ke, oder: die Männerfeindin auf dem Katharinenball.“ Neues komiſches Gemälde in 3 Akt. mit Geſang von Schickh, Muſik von Kapelmeiſter Micheux, in die Szene geſezt v. Hon. Reſſigeur Seydl. Dieſes in Wien mit ſo vielem Beifalle auf— genommene und fortwährend auf dem Reper— toire zweier Bühnen befindliche Stük, das zu den heiterſten ſeiner Gattung gehört, dürf— te auch hier um ſo mehr eine günſtige Auf— nahme finden, da es mit den beſten Kräften beſezt ſein wird.
— Kunſtreitergeſellſchaft.(Ein⸗ geſandt.) Das Künſtler-Geſchwiſter Kaul
und Adelheid Hinne ſind die beiden Pole, die das Publikum fortwährend in den Cirkus ziehen. In Wahrheit bietet aber auch ſeine männlich-ſchöne Geſtalt, ſeine Kühnheit und Virtuoſität, ſo wie ihre liebliche Aumuth, und Amazonen-Grazie ſtets eine ergdzliche Augenweide und faſt voetiſche Genüſſe.—
An Herrn u. Madame Popowits machte die
Kunſtgeſellſchaft eine erwünſchte Acquiſitlon. Sein Humor, ſeine wizige Drollerie erhei— tert die ſchaumüden Zuſeher, während ſie in anmuthigen Evolutlonen das Ihrige leiſtet.— Auch Herr Nautmann, Stallmeiſter der Ge— ſellſchaft, liefert durch die Produktionen der Pferde Perſival und Soliman die ſchoͤnſten Belege ſeiner Dreſſur-Fähigkeit. Sowohl in dieſer Elgenſchaft, wie als Kunſtmitglied der Geſellſchaft und insbeſondere als Lehrer der Reitkunſt, wo er die beſte Form mit der ge— diegenſten Methode verbindet, iſt Hr. Naut— man der Gunſt und der Beachtung des Pu— blikums beſters zu empfehlen. Dieſen reihen ſich die Hen. Huber und Wrowel würdig an, Solchergeſtalt hat der Entreprenneur dem kunſtträftigen Einwirken ſeiner Mitglieder, insbeſondere der allgemein beliebten Geſchwi— ſter Hinne, den fortdauernden Zuſpruch des Publikums zu verdanken.—9.
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Kaffeſieder krieg. In dem Pe⸗ ſther Tageblatt hat ſich ein furchtbarer Kampf zwiſchen zwei Peſther Kaffeſiedern entſponnen. Hr. Vinzenz Valentin Mayer, der angebliche Urheber des berüchtigten Kaffe-Erhöhungs⸗ Projektes, deſſen Groll daher ſehr verzeihlich iſt, attaquirte den konſervatlven Kaffeſieder Hen. Martin Dalmer, den Vernichter jener Spekulation auf die Taſchen des Publikums, mit grobem Geſchüze. Der„Spiegel“, oder vielmehr ein Referent deſſelben, iſt die un⸗ ſchuldige Urſache dieſes Donnerwetters, und einige Bomben waren auch für ihn beſtimmt, weil derſelbe in ſeiner unſchuld Hrn. Dalmer lobte u. ſagte, daß er ſein Geſchäft verſtehe. Andere verſtehen zwar auch ihr Geſchäft, Kaufleute eben ſo gut wie Kaffeſieder, wenn auch wieder Andere über eine ſolſch eGeſchäfts— kenntniß blutige Thränen zu weinen haben; aber das thut nichts, Hr. Maper ſchlug dar— auf los. Aber Hr. Dalmer ließ das Schwerdt nicht in der Scheide ſteken, er, hieb ſcharf ein, ſchlug auf ſeinen Gegner mit ſeinen ei⸗ genen Waffen, ward mitunter ſehr anz ü g⸗ lüch und ſchloß mit dem Denkzettel:„Der kraze ſich, den's jukt!“— Hr. Mayer ſoll ſich gekrazt haben.
Beilage:„Der Schmetterling.“ Nr. 20.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


