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Péle⸗-mele aus London. Char⸗ les Green will im nächſten Frühling im Vallon Naſſau von Dublin aus über England weg eine Luftfahrt nach dem Kontinente machen. Bis dahin arbeitet er an einem Werke über die Luftſchiff⸗ fahrt, welches bald erſcheinen ſoll. Auch iſt er jezt mit der Konſtruktionsart ei— nes Ballons, mit welchem er die Fahrt von England über den atlantiſchen Ozean nach Amerika machen kann, zum Schluſ— ſe gelangt. Der Bau eines ſolchen Val— lons iſt bereits im Werden.— Die Ex— kaiſerin von Braſilien hat der Königin Victoria ein Paar Affen von der Art der Marmuzets geſchenkt; den Thier— chen, welche nicht größer als eine Nat— te werden, iſt von Seiten der Königin Victoria ein ſehr ſchmeichelhaſter Em— pfang zu Theil geworden. Auch ließ ihnen Victoria ſogleich ein geheiztes Zimmer anweiſen, weil die kleinen Vraſilianer ſehr an der engliſchen Käl— te zu leiden ſchienen.— Hier iſt Thomas John ſon, ſeines Handwerks ein Böttcher, zum Lordmayor gewählt worden. Wie unziviliſirt doch dieſe Engländer ſind! Da wählen ſie zum erſten ſtädtiſchen Beamten der erſten Stadt der Welt nicht einen ſtudirten Mann, nicht Ei— nen, den der Doktorhut ſchmükt— nein, einen Handwerker, und dieſer Handwerker kommt mit den höchſten u. allerhöchſten Perſonen in Berührung; er macht die Honneurs, wenn Königin Viktoria ein Mittagsmahl von den ge— treuen Bürgern der City annimmt, und Herzoge und Grafen rechnen ſich's zur Ehre, mit ihm zu ſpeiſen.— Die Miß BVurdett Coutts hat von der Herzogin von St. Albans ein Vermögen geerbt, welches einer gerichtlichen Schäzung zu— folge nur 18,600,000 Gulden beträgt (1,800,000 Pf. St.) Kein Wunder, daß die Inhaberin dieſer Armuth von Frei— ern belagert wird. Gerade ſo viel hat auch der alte Jemmy Wood in Glou—
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ceſter hinterlaſſen. Man berechnet, daß dieſe Summe, wenn man ſie in Sou— vereigns(Goldſtüke) verwandelt und Stük bei Stük neben einander legt, eine Linie von 24 engliſchen Meilen und 260 Yards bilden würde.
Etwas von Allem. Wir ver⸗ nehmen aus Wien, daß die Preisrich— ter der Karl'ſchen Stüke in nicht ge— ringer Verlegenheit wären, da ſämmt— liche eingeſandte Piecen theils den Ve— dingniſſen nicht entſprächen, theils nichts als ſchofles Zeug ſeien. Schwer— lich dürfte Eines den Preis erhalten. Karl wird alſo die Dukaten in der Ta— ſche behalten u. nicht böſe drüber ſein. — In der Joſephſtadt macht wieder ei— ne neue Poſſe von Told, betitelt: „Blumenfeſt, Hochzeit feſt, Maskenfeſt““, viel Glük, das es aber mehr der ſze— niſchen Ausſtattung als dem innern Ge— halte zu verdanken hat. Der Humoriſt ſagt darüber:„Alles, Alles iſt hier ſchön, aber die Worte! Und wahrlich, es wä— re nicht der Mühe werth, ein Wort über dieſe Worte zu verlieren, würde es hier nicht gewiſſermaſſen zum Sy— ſtem heranreifen, die Worte, den Geiſt und Wiz todtzuſchlagen und ihn dann mit dem blendenſten, koſtbarſten Flitter herauszupuzen.“— Am Kohlmarkt in Wien wird ſchon wieder ein altes Ge— bäude niedergeriſſen, um einem neuen Plaz zu machen. Es iſt das Nachbar— haus des Daun'ſchen Hotels.— In Mailand gefällt eine neue Oper„Ober— to“ von Verdi. Sie ſoll große Schön— heiten haben.— Der Beſuch des Thea— ters in Bremen iſt lebensgefährlich; das Haus droht jeden Augenblik ein— zuſtürzen. Nur große Wagehälſe beſu— chen dieſes Theater.(Auch andere Thea— ter haben ihre Gefährlichkeiten).— Das neue Theater in Lemberg wird dieſer Tage eröffnet werden.— In Darmſtade hat der dortige Bürgermei—


