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gewendet, lich erworbenes Vermögen beſizt.
da ſtatt einer in der Einbildung verlorenen Frau, er ſchon ein wirk—
Anſich ten Mrrheſkr Pegebniſſe.
Ateratur.
Literariſches Portfolio. Man lieſt Folgendes im Mailänder „Echo“:„Eröffnung einer Subſkrip— tion zur Errichtung eines Monumen— tes für einen großen Mann. Nicht in vielen Thaten, nicht in vielen Schö— pfungen liegt die Größe, alſo nicht in der Quantität, ſondern in der Quali- tät. In einem einzigen Worte, in ei— nem einzigen Ausſpruche kann eine gan— ze Unſterblichkeit liegen. Ein ſolcher Mann, der in einen einzigen Saz ſei— ne künftige Unſterblichkeit zuſammen— preßte, iſt ein Hr. Tommaſeo in Ve— nedig. Die Welt kannte bisher dieſen großen Mann nicht, der zum Ruhme des Jahrhunderts lebt, ein einziges ge— hörtes Wort wirft ihn mitten in das Erſtaunen von Millionen Menſchen hin— ein, die ſich ſehr verwundern, bisher mit ſolcher Blindheit geſchlagen geweſen zu ſein. Dieſer große Mann, Herr Tommaſeo nämlich, läßt ſich in der Zei— tung von Venedig, auf folgende Art vernehmen, welche bewunderungswürdi— ge Worte wir hier in getreuer Ueber— tragung wiedergeben. Es wird eine Ue— berſezung von Schillers Werken ange— kündigt— dazu ſchreibt Herr Tomma— ſeo folgenden Prologus:
„Aber wer hätte es den Freunden des Ruhmes Italiens geſagt, daß im Lande der Orangen und der Sprache Virgil's die verrükten Phantaſien des barbariſchen Schiller's überſezt werden würden? Und wie könnten die Vereh— rer der olimpiſchen Götter je eine Stü— ze ihres frommen Glaubens in den my— thologiſchen Dichtungen Schiller! ſin—
den? Wir wiſſen nicht, ob eine Ueber- tragung dieſer gleichſam gelehrten Ly—
rik, die ſo ſehr bloßen rethoriſchen Ue— bungen gleichen, zu wünſchen ſein möge. Tommaſeo.“
Nach dieſem Ausſpruche des Herrn Tommaſeo ſind wir— im Bezuge der Warnungsſtimme Nicolai's— mit Ita— lien vollkommen quitt, ja Italien muß uns noch etwas darauf herauszahlen. In vier Zeilen hat Hr. Tommaſeo für einen diken Band mit Hrn. Nicolai abgerechnet.——— Wir danken dir, großer Tommaſeo! Du haſt mit vier Zeilen den verjährten Staar von Mil— lionen Augen geſtochen— u. die Schup— pen fallen uns von denſelben, ſo daß wir Kniehoch in ihnen herumwaten, wie die Neapolitaner im veſuviſchen Aſchen— regen. Auf, ihr emanzipirten Deut— ſchen, werft die Statue Schillers herab von ſeinem Sokel, auf den ihn ein pu⸗ res Mißverſtändniß erhob, und ſtellt Hrn. Tommaſeo hinauf, eine Tafel hal— tend, in welche er ſeine inhaltsſchwe— ren kritiſchen Zeilen gräbt. Wir eröff— nen hier die Subſkription zu dieſem Standbilde ge. de.“—— Von Oliver— Goldſmith's ewig jungem Romane„der Landprediger von Wakefield“ erſcheint bei G. Wigand in Leipzig eine neue Ueberſezung von E. Suſemihl mit 60 Holzſchnitten von L. Richter. Den Pro— ben nach zu urtheilen ſind die Illuſtra— tionen vortrefflich. Das Werk kommt in 10 Lieferungen, jede zu 30 kr. her— aus und wird bis Weihnachten beendet ſein. Möge dieſer treffliche Roman in dieſer prachtvollen Ausſtattung Allen empfohlen ſein!
Mignon Zeitung. Potpourri aus Paris. Die pariſer Preſſe beſchäftigt ſich noch im⸗


