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der diesjährigen Leipziger Meſſe haben dieſe Arbeiten des Herrn Gerdau rei— ßenden Abſaz gefunden, und eine Men— ge derſelben ſind von dort nach London gegangen. Allen achtbaren Mitgliedern des Schnupf- und Raucher-Ordens em— pfehlen wir dieſe Arbeiten aus Fiſch⸗ bein.— Herr Liutomskij, dieſer Name wird bald in Aller Munde ſein, Jung und Alt, Reich und Arm wird zu ihm eilen, denn er gehört offenbar zu den Wohlthätern der Menſchheit. Wie iſt das zu verſtehen?— Folgenderma— ßen: Hr. L. dekartirt neues Tuch auf ſolche Weiſe, daß es nicht von der Son— ne verſchießt, und daß weder Regen noch Staub ihm etwas anhaben kön— nen;— ſerner treibt Herr L. die hart— näkigſten Fleke aus, und— nun kömmt die Haupt ſache— macht alte Kleider neu, u. zwar für ein Billiges.— Nun noch etwas: Die beſtändigen Bewohner von Petersburg wiſſen ſehr wohl, wie unerträglich, wie unleidlich dort der Staub iſt, in deſſen Gefolge ſich lieb— liche Motten in unſere Zimmer einſtel— len, u. in den feſt verſchloſſenen Schrän— ken verzehren, was nur zu verzehren iſt. Gegen dieſe Motten nun hat L ein untrügliches Pulver erfunden, deſ— ſen Nuzen flch in dieſem Sommer viel— fach bewährt hat.
Berlin. Die Schneider Londons haben die dortigen Damen zu Hülfe ge⸗ rufen, damit die Männer den Makin— toſh abzulegen gezwungen werden; auch Karikaturen führen Kei eg gegen dieſe Mode, ſo daß man von einer Verſchwö— rung gegen den Makintoſh ſpricht, was immer beſſer iſt, wie jede politiſche. In einem hieſigen Theater ging es dieſem Kleidungsſtük auch übel. Ein Herr kam mit einem ganz neuen, der bekannt— lich keinen Wohlgeruch verbreitet. Sämmt— liche In haber empfindlicher Naſen er⸗ hoben ſich; als der Makintoſh-Mann keinesweges gutwillig auf ſeine Entfer—
nung einging, half man ihm nicht auf die höflichſte Weiſe von dannen.
Etwas von Allem. Neulich borten ſich in Dieppe zwei Greiſe, von denen der eine 75, der andere 78 Jah⸗ re zählte. Der Leztere wurde braun und blau geſchlagen Die beiden Sekun⸗ danten waren weit über die achtzig hinaus!— Ein amerikaniſches Blatt ſagt:„Die Bewohner des Staotes Miſ⸗ ſiſſippi ſind wahre Hexenkünſtler. Sie bilden eine Bank binnen einer Woche, u. machen ſich bankerott binnen drei Tagen.“ — Der Komet ſtellt folgendes Weltthea— ter auf: In London wird aufgeführt: „Trau, ſchau, wem 2% in Paris ſofort nach der Erbauung der detachirten Forts, „Die beiden Füchſe“; in Spanien:„Der Wirrwarr“ und„Die Königen von 165 Jahren.“ Espartero hat den„Militär— befehl“ auf's Repertoir gebracht. In Canton ſoll die„Erſtürmung v Smo⸗ lensk“ gegeben werden. In Ancona hat man„die Schrekensnacht im Schloſſe Pa— luzzi“ probirt; in Mexiko wird„Hinko, der Freiknecht“, dargeſtellt; in Rio Ja— neiro:„Die Vormundſchaft“; in Ale⸗ randrien:„Das lezte Mittel“, in Kon— ſtantinopel:„Allzu ſcharf macht ſchar— tig“, in Petersburg:„Der Diplomat“, in Hannover:„Die Waſſerkur“, in Holland:„Die Leibrente.“— In Wien iſt die alte Oper Mozarts„cosi fan tutte“ mit großem Beifalle in die Sze— ne gegangen.— Wir haben wieder eine neue deutſche Oper zu erwarten. Sie wird den Titel führen:„Katharina Cornaro“ und der Kompoſiteur iſt der Kapellmeiſter Lachner in München.— Man lieſt in einem Schreiben aus Peſth in der Allg. Zeitg..„Man erwartet, wie es heißt, im nächſten Jahr die Kon— kurrenz einer andern(Dampfſchifffahrts— Geſellſchaft, die für das Publikum ſehr erſprieslich ſein dürfte. Vorzüglich ſieht
man mehr Regelmäßigkeit, ermäßigten


