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E (Fortſezung.)
Nur wenige waren, ſelbſt von der nächſten Umgebung Don Carlos, in Maroto's furchtbaren Plan eingeweiht, und wenn es ſich gerade nicht zufällig ereignet, daß Diego von Pater Cyrillo, einem von den Miniſtern des Thron— prätendenten und Maroto's vertraulichſtem Freunde, an jenem Tage mit gehei— men Depeſchen nach Eſtella geſendet wird, ſo hätte derſelbe von der gefahrvol⸗ len Lage Don Garcia's nichts erfahren. Pater Marco, Garcia's alter Vekann— ter und Beichtvater, hat Diego den traurigen Zuſtand des Gouverneurs von Navarra entdekt, der denn auch, den unbeugſamen Charakter ſeines Oheims zu gut kennend, als daß er hoffen könnte, ſeine vorläufigen Bitten um Gar— cig's Leben würden den erwünſchten Erfolg haben, und bei ſo bewandten und drükenden Umſtänden befürchtend, daß er, Don Garcia vertheidigend, nicht ſelbſt in einen Verdacht falle, und alſo nicht alle Hoffnung ſchwinde, den Vater ſeiner Geliebten befreien zu können, es für das Räthlichſte hielt, Pater Cyril⸗ lo's Vermittlung anzugehen. Aus welchem Grunde er, Maroto's Beſcheid er⸗ haltend, nach Don Carlos Hauptlager eilte, um Pater Cyrillo von Garcia's Unſchuld und unerſchütterlichen Treue und Anhänglichkeit an die Sache des Für⸗ ſten zu überzeugen und ihn zu bewegen, denſelben von der falſchen Anklage zu entheben, und ihn zu Maroto's früherem Zutrauen und ſeinem vorigen Amte zu verhelfen.
Obſchon Maroto ſeinen blutigen Entſchluß recht geheim zu vollführen be— abſichtigte, ſo konnte er doch nicht verhindern, daß die zahlreichen Gefangenneh— mungen in Eſtella's Umgegend nicht bald ruchbar wurden. Der Ruf drang auch nach Olide und bahnte ſich einen Weg in Elvirens Stübchen, die ſehnſüchtig der Nükkehr ihres Vaters harrte, und ſobald ſie von der drohenden Gefahr un⸗ terrichtet wurde, den feſten Entſchluß faßte, ihren Vater noch einmal zu ſehen, und ihn, wenn auch mit der Aufopferung ihres eigenen Lebens, vom Tode zu erretten. Fruchtlos waren alle Bitten der alten Duenna, und alle Vorſtellun— gen Diego's, ihres Geliebten, der ſie unfern von Eſtella traf, und ihr die Ge— fahr, der ſie ſich preiszugeben Willens war, mit den lebhafteſten Farben ſchil⸗ derte. In ihre kriegeriſche Uniform gekleidet, eilte Elvire von einem treuen Waffenträger begleitet, den ſpäter Diego's Ankunft entbehrlich machte, nach Eſtella.— Mit anbrechender Nacht hat ſich das Kriegsgericht verſammelt. Gar⸗ cia wurde mit mehreren andern Kriegern zum Tode verurtheilt. Seine ganze Vertheidigung beſtand, außer ſeiner edlen und würdevollen Haltung, in dieſen drei Worten:„ich bin unſchuldig!“ Aber was half das bloße, mit ſtolzem Selbſtbewußtſein ausgeſprochene Wort der Unſchuld, welche von der, im benarb— ten Antlize leuchtenden Seelenruhe bekräftigt war, gegenüber jener fälſchlich unterſchobenen Papiere, die ihn zum Verräther ſtempelten, und ſeinen Anſchlag auf Maroto's Leben bezeugten?— Garcia mußte ſterben.
VII.
Der Lampe matter Schein erhellte nur ſchwach den einen Kerker des Gefäng⸗ niſſes zu Eſtella, wo auf einem unſörmlichen, mit einer hohen Lehne verſehe— nen Holzſtuhle ein Mann, den Kopf auf die Bruſt gebeugt, nikte; ſein ruhi⸗


