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zuthun kann, weshalb er denn auch den Stok zwiſchen den Fingern tragt, wie Hans wurſt ſein Peitſchholz.
Der Stok. Das Pfefferrohr deutet auf den Provinzialen, das ſpani— ſche Rohr auf den Zopf, der Knotenſtok auf den Bewohner der Vorſtadt; ein zu diker Stok iſt gemein, ein zu dünner abgeſchmakt; ein Stok, der zugleich als Angelruthe, Pfeife, Flöte oder Regenſchirm dient, iſt eine Albernheit. Ein mit Edelſteinen verzierter Stokknopf iſt gekenhaft; ein großer Handgriff iſt rococo; ein Türken- oder Hundskopf oben auf bekundet ſchlechten Geſchmak; der Kom— mis voyageur hat gern im Stokknopfe eine Schnupftabaksdoſe, eine Harmonika, eine Pfeife und ähnliche Kunſtſtükchen. Der Geſell, welcher Sonntags beſtokt geht, ſtößt ihn derb aufs Uflaſter; der Stuzer hält den Knopf an den Mund; der Vergnügte faßt den Stok in der Mitte und ſpielt mit ihm; der Traurige trägt ihn unter den Arm; der Zerſtreute haut blind um ſich; der Student hält ihr jedem Philiſter unter die Naſe und der Pflaſtertreter und Maulaffe t ägt ihn mit beiden Händen auf dem Küken.
Die Chauſſfürſe.— Feine, ſaubere und brillante Chauſſüre iſt das Hauptkenntzeichen wirklicher Eleganz. Der Faſhionable trägt Morgens Reit— ſtiefel, Mittags und Nachmittags elegante Stadtſtiefel und Abends lakirte Schuhe. Die große Oper, oder einen Salon in Stiefeln betreten oder in Schu— hen über die Gaſſe gehen iſt der ärgſte Verſtoß.——
Anſichten. Urtheile. Begebniſſe.
Räthſels.“— Jakob Grimms„Weis—
Literatur. g i thümer“ ſind im erſten Vande erſchie—
Literariſches Portfolio. Ein Blatt ſagt:„Herr Laube hat eine ſehr feine Weiſe erfunden, um die Kri— tik über ſeine neue Geſchichte der deut— ſchen Literatur fein zahm zu erhalten. In Hellers„Roſen“ wird kund und zu wiſſen gethan, daß H. Laube ſeine Li— teraturgeſchichte nicht als geſchloſſen be— trachte; ſondern zu ſeiner Zeit Nach— träge zur Charakteriſtik der jängeren Autoren liefern werde. Das iſt ganz gut. Doch der hinkende Bote kommt nach, denn weiter heißt es:„Auch wird er die Kritiken, die über das Werk er— ſcheinen, ſammeln eu in einer beſondern Broſchüre neben einander hal— ten und beut heilen.“ Iſt das der Grund, weshalb über L's Werk bisher noch ſo wenig laut wurde? oder will L. dadurch zum Urtheile aufreizen? Wir bitten um gefällige Löſung dieſes
nen; eben ſo die erſte Abtheilung ſei— ner klaſſiſchen deutſchen Grammatik in einer neuen Umarbeitung.— Die frü— here Mitternachtzeitung, welche im Juni in eine Braunſchweiger Morgen— zeitung umgewandelt wurde, wechſelte ſchon wieder den Redakteur. G. Ba— cherer, Brinkmeiers Nachfolger ſeit dem Juni iſt mit Michaelis wieder fortgezo— gen. Der als Ueberſezer bekannte Dr. Steger übernimmt die Redaktion des Blattes.
Mignon Zeitung. London. Es iſt etwas Bekann⸗ tes, daß in England bei allen Unter— nehmungen die Koſten für Annoncen und Bekanntmachungen ſehr bedeutend ſind, bisweilen ſogar das Theuerſte bei dem ganzen Unternehmen; dagegen aber


