Jahrgang 
Band 2 (1840)
Seite
698
 
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chen mke ungeſchminkten, rothen Wangen und lebensfriſch entlaſſen werden kön nen(2). Man ſagt, das Oel, welches bei Verarbeitung der Schafwolle ver braucht und deſſen Ausdünſtungen von der Haut der Arbeitenden eingeſogen wer den, habe mediziniſche Wirkung. Aehnliches bemerkt man bei Fleiſchern, welche von dem Dufte des Fleiſches fetter werden wie Falſtaf f, während die Leute, die das Fleiſch abkaufen und eſſen, mager bleiben, zumal wenn ſie in Reſtauratio nen zu eſſen verdammt ſind. Nun, das Ganze iſt ein Wink für die, welche gern

rothe Baken haben und geſund ſein wollen.

Anſichten. Mignon-eitung. Berlin. Die große Straße,

welche ſich vom Oranienburger Thore

nach Oranienburg bin erſtrekt, und welche ſeither den Namen Chauſſeeſtra ße führt, wird künftig nach Alexander von, Humboldt, die Humboldt-Stra⸗ ße genannt werden. Ein vortreflicher und glüklicher Gedanke, der Nachah mung überall in deutſchen Landen ver diente. Auch der Lokomotiven auf Ei ſenbahnen und die Dampfſchiffe ſollte man nicht mit völlig gleichgültigen Na men, wie Komet, Blitz, Pfeil, Aeo lus dc. belegen, ſondern nach großen Männern der Gegenwart oder der Ver gangenheit nennen. Namentlich hat doch das Rheinland hiſtoriſche Erinnerun gen genug. Weshalb gibt es auf un ſerm Strome z. B. noch kein Dampf ſchiff. Karl d. Große oder Walpode 2 de. Die Franzoſen wiſſen den Werth ge ſchichtlicher Namen zu würdigen. Die erſte Lokomotive auf der elſaſſer Ei ſenbahn nannten ſie Napoleon. München. Prof. Steinheil iſt gegenwärtig mit Einrichtung einer elek tro⸗galvaniſchen Uhr im Gebäude des

Damenſtiftes beſchäftigt. Durch einfache

Vorrichtung wird es möglich, mit einer

einzigen Uhr jedem Stokwerke und je

der Abtheilung dieſes weitläuftigen Ge bäudes, ja jedem Zimmer ſeine eigene, mit ihr auf's Genaueſte übereinſtimmen⸗

rtheile. Begebniſſe.

de Uhr zu geben, die nur in einem Zif ferblatte mit Zeigern beſteht, welche leztere mittelſt Drähten mit der Haupt⸗ uhr in Verbindung, eben durch den Strom des Eloktro-Galvanismus be wegt werden. Der außerordentliche Nu zen dieſer Anwendung leuchtet ein und wird in großen Städten, in Hotels und Schlöſſern bald Nachahmung finden.

Etwas von Allem. Der Ta⸗ ſchenſpieler Philippe hat nun auf dem Theater an der Wien debutirt und den Verſtand ſelbſt ſolcher Zuſchauer zum Stillſtehen gebracht, die gar kei nen hatten. Das iſt mehr als Zaube rei! Der Baron Klesheim iſt mit ſeiner Theatergeſellſchaft, beſtehend aus netto 28 Mitgliedern, glüklich und wohlbehalten in Kaſchau angelangt. Der Redakteur, derAllgemeinen Zei tung, Herr Doktor Guſtav Kolb, be findet ſich ſeit einigen Wochen in Ita lien. Er wird ſeine Reiſe bis nach Neapel ausdehnen, und will Anfangs November wieder zurük ſein. Die Sorge für die Reinlichkeit der Pariſer Straßen u. die Wegſchaffung alles Keh⸗ richts und Schmuzes iſt von den ſtädti ſchen Behörden drei Unternehmern über tragen worden, welche dafür die Sum⸗ me von 687,649 Franken, 720,000 Fr. und 697,995 Fr. erhalten. In Ue⸗ berlingen erhing ſich in Folge von Schwermuth die Wittwe des verſtorbe⸗