e N a 2 8 N e
i An
N
Der piegel
für Kunſt, Eleganz und Mode.
2
10 Dreizehnter Jahrgaug.
Halbjähriger preis 4 fl., mit Poſtverſendung s fl. Auf Velinpapier mit erſten Kupferabdrüken 5 fl. u. poſtfrei 6 fl. C. M.—Mau pränumerirt im Kommiſſionsamt zu Ofen Feſtung, außerhalb des Waſſerthors), in C. Millers u. J. Wagners Kunſthandl. in Peſth u. beb allen k.k. Poſtämtern.
86. Sonnabend, 24. Oktober. 1840. 5 ee———
Chevalier Parny auf der Inſel Bourbon.
Der bekannte Verfaſſer der guerre des Dieux war noch ein ſehr liebens— würdiger und brillanter junger Mann, als er ſein Vaterland, die Inſel Bour— bon, wieder mit einem Beſuche beehrte. Er fand die Ziviliſation der Kolonie nur wenig vorgerükt, aber die Frauen waren ſehr ſchön, der Chevalier machte allen den Hof, und viele ließen ſich das ſehr gefallen. Er hat zwar nur eine Eleo— nora beſungen, doch geſchieht dies wohl nur, um Einheit in ſeine Gedichte zu bringen; denn man hielt damals in den Werken der Kunſt noch viel auf die Ari— ſtoteliſche Grille, auf die man in den Liebesintriguen nie Nükſicht nahm. Er entſchädigte ſich durch naive und herzliche Gefühle für die großen Airs, die ihm in Verſailles lange Weile gemacht, wie für die Koketterie, die ihn in Pa— ris verfolgt hatte. Aber die Roſen der Freude, welche dem Chevalier in ſeiner Heimath blühten, waren nicht ohne Dornen. Die jungen Herren der Inſel näm— lich, die ihm die Ehre anthaten, das Muſter eines vollkommenen Kavaliers in ihm zu finden, ſtrengten ſich an, ihn zu kopiren, folgten ihm auf Schritt und Tritt, buhlten um einen Blik von ihm, ſtritten ſich um einen ſeiner Händedrüke und erkannten ſeine Freundſchaftsbezeugungen als die herrlichſten Trophäen.


