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ſorgfaltig von allen Gewürzen entblößten Huhne, wozu er nichts als Limonade oder ein, höchſtens zwei Gläschen leichten, mit reinem Brunnenwaſſer verdünn—
ten Wein trinkt. Nach
dem Eſſen ſezt er ſich aufs Pferd, reitet nicht weniger als eine deutſche Meile und dann macht er ſich
friſch und munter, wie er At,
an die Arbeit. Während des Spiels nimmt er nie eine andere Erfriſchung als
kaltes Waſſer oder Thee zu ſich, oder Punſch trinken, ſo daß zulezt ſein
ſieht es aber ſehr gern, wenn die Tauben Wein
Erfolg wirklich als Folge geiſtiger Ue—
berlegenheit erſcheint, und der Verſpielende, beſonders wenn es 20 bis 30,000
Pfd. Sterl. an einem Abend verloren,
darüber zulezt noch den Verſtand einbüßt. Und bei alle dem iſt es doch eine Seltenheit in England
„einen reichen
Griechen zu ſehen— in Wien dagegen ſah ich deren eine ganze Menge, von de— nen ein einziger ein halbes Duzend Engländer aufgekauft hätte; denn mit Aus—
nahme des alten Generals Scott 1
des Vaters der Herzogin von Portland und
der Viscounteſſe Channing, und des berüchtigten Herrn Lalor, Vater des je zi⸗
gen Parlamentsmitgliedes Power,
ſind ſie beinahe alle arm verſtorben, oder haben doch
im Verhältniſſe zu ihrem Gewinne nur ein höchſt unbedeutendes Bermögen hinter—
laſſen. Faſt immer heißt es: Wie gewonnen, ſo zerronnen; nene Geld ſogleich andern Zweigen der Betriebſamkeit
ausgezeichneten, mit der
da jedoch das gewon— namentlich aber gewiſſen
vorſtellenden Kunſt in Verbindung ſtehenden Perſonen
zugewandt wird, welche ebenfalls nicht lange damit haushalten, ſo haben die neueſten Staatswirthſchaftslehrer nichts dagegen einzuwenden, denn je öfter
eine beſtimmte Summe Hände wechſelt,
deſto mehr und es iſt auf dieſe Weiſe ſchon mehr Geld durch die größte Freigebigkeit des Adels, und
gewinnt ja dabei der Staat; unter die Leute gekommen, als was auf dieſe Art unter das Pu-
blikum kommt, kehrt nicht leicht wieder zu dem Adel zurük. 5(Fortſezung.)
Theater.
Veſt h.(Mozarts Figaro.) Endlich kam am 9. d. die lang erſehn⸗ te Mozart'ſche Oper:„die Hochzeit des Figaro“ in die Szene. Wir ſagen Mozart' ſche und nicht deutſche Oper, weil ſich dieſe wahrhaft klaſſiſche Muſik, in der Melodie mit Harmonie Hand in Hand gehen, worin Geiſt, Phantaſie und Geſchmak ſich zur Ge— ſtaltung eines ächten Meiſterwerkes ver— einen, keinesweges mit jenen neuern Erſcheinungen vergleichen läßt, die bloß die Geburt pedantiſcher Gelehrſamkeit, ei⸗ ſernen Fleißes und regelrechter Zuſam⸗ meufügung ſind, dabei aber aller Genia—
lität, aller Grazie und Eleganz ent⸗ rathen und die man gewöhnlich de u t— ſche Muſik nennt.— Die Hochzeit des Figaro iſt eine der ſchönſten Schöpfun— gen des unſterblichen Mozart, die aber, mehr als irgend eine, große Kräfte zur Ausführung fordert. Bedeutende Ge— ſangsmittel reichen allein nicht hin; die Erequirenden müſſen im Beſize höherer Geſangsbildung ſein und ſich auf die Darſtellungskunſt beſonders verſtehen; vor Allem aber iſt ein innig amal gamir⸗ tes Zuſammenwirken die Condlitio sine qua non zum Gelingen der Oper. Bei der hieſigen Erequirung bemerkten wir einen löblichen Eifer, um ſich dem Geiſte des Tonwerkes würdig zu zeigen. Mad.


