Ein Bild, das weinet, lachet, ſcherzt und nekt;

Das Qual im Aug' auch trägt und ſchrekt,

Ein Bild, das Liebe, Haß und herbe Pein

Und jede Regung wiederſplegelt rein,

Kurz, ſolch ein Bild, das ſtumm auch Wunder ſchafft, Deß Blites Glut malt jede Leidenſchaft,

Das Lug' und Wahrheik notiſch, ſcharf und ſchlau Schon in den Mienen täuſch nd trägt zur Schau: Solch kunſtlich Bild, mein Sohn Pygmalkon, Eczeug für meine Gunſt mir auch zum Lobn. Dem Meißel, Göttin, Pyamalion ſpricht,

Solch großes Wunderbild gelinget nicht; Doch lachet aus der Zutunft Zeitenflor In Mimenkunſt ſolch Zauberbild hervor. Und was der hohe Bildner prophezelht Hat Muſengunſt in Hagen hochgeweiht.

Euphroſine.

Anſich ten. Urtheile. pegebniſſe.

te. Sie erhielt den rauſchendſten Applaus u. ward ſehr oft gerufen. In dem Rau- pach'ſchen ſinnigen Drama erſchien die

Theater

Veſt h.(Charlotte v. Hagn.) Mit dem glüklichſten Erfolge ſezt unſere gefeierte Gaſtin ihre Rollen auf unſe rer Bühne fort und zählt jeden Abend einen Triumph mehr. Sie gab am 29. v. M. die Baronin imMarkt zu El lerbrunn u. am 30. die Prinzeſſin in RaupachsSchule des Lebens. Die erſtere Rolle, die für Frln. von Hagn geſchrieben zu ſein ſcheint, gewann in ihren Händen einen unwiderſtehlichen Zauber, ſo ſeicht und ſchwankend der Charakter von dem Dichter auch gehal ten ſein mag. Es dürfte wohl ſchwer lich eine Baronin in der geſellſchaftlichen Welt zu finden ſein, die ſich, bei ähn⸗ lichem Verhältniſſe, ſo meiſterhaft auf die Verſtellungskunſt verſtünde, um da durch den Herrn Baron ſo urplözlich von ſeinem einmal eingeſchlagenen Irr wege abzubringen; es ſei denn, daß ihr ein ſo unnachahmliches, mimiſches Ta lent, eine ſolche tiefe pſychologiſche Kenntniß eigen ſei, wie Frl v. Hagn, und auf dieſe Darſtellerin ſchien der Dichter geſündigt zu haben. Die zarte ſte Au faſſung, die feinſten Nüancirungen wandte die Künſtlerin an, um ihre Auf gabe mit jener Plauſibilität zu löſen, die die Bekehrung des Mannes ſo rechtfertig⸗

Künſtlerin in einem andern Genre. Wenn wir gleich zugeben, daß wir in den erſten Akten jene falſche Extaſe ver mißten, die das Publikum nur allzuoft bei dazu auffordernden Stellen verlangt, ſo entwikelte ſie doch in der Folge Le ben und Feuer genug, um auch hierin vollſtändig zu genügen; aber ein Kunſt werk blieb die Leiſtung im Ganzen doch auf jedem Falle. Die edle Haltung, das wahrhaft Plaſtiſche der Stellungen, das Gemüth u. die richtige Bezeichnung des innern Vorganges machten dieſe Lei ſtung zu einer höchſt ausgezeichneten, und wenn ſie auch nicht ganz dem Ge ſchmake der Menge genügen konnte, ſo wird ſie doch der Kunſtkenner in ihrem wahren Werthe zu würdigen wiſſen. In⸗ deſſen ſei es zur Ehre unſers Vublikums geſagt, daß dieſe treffliche Rolle größ tentheils allgemein gewürdigt wurde, indem die Künſtlerin etwa acht Mal ge rufen wurde. Zu Anfang der Vorſtel lung wurden ihr reiche Blumenkränze geſpendet. In beiden Stüken zeich⸗ nete ſich Hr. Kalis durch einſichtsvolles und kunſtgewandtes Spiel aus, was ihm gerechten Beifall zuzog. In dem Luſt ſpiele erwähnen wir noch die H. H. Berg