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ſchrieben....—„Er hat Alles, Alles vergeſſen..“—„Der Elende. Und ſo bleibt uns keine Hoffnung mehr.““—„Doch, Anna, noch eine bleibt uns.“ „Und dieſe eine?“—„Ich habe da noch Bücher, Shakſpeare, Milton, Byron, dieſe rieſigen Geiſter, mit denen ich leben wollte und ſterben, ich will mich ihrer entäußern, das ſei unſer leztes Opfer. Gott helfe uns weiter l,,
II.
Am andern Morgen ging ein Mann von etwa fünfundvierzig Jahren mit großen Schritten in einem Salon auf und ab, der mit Geſchmak und Luxus dekorirt war. In ſeiner Hand bielt er ein Manuſkript, das er ſo eben geleſen hatte, und dachte ernſt über deſſen Inhalt nach; ein junges Mädchen, das am Kamine ſaß, ſtörte ihn in ſeinem Sinnen, mit der Frage:„Nun, mein Vater, dieſes Drama?“—„Bei meiner Seele, es iſt ein Meiſterſtüx!“—„Und wer hat es gedichtet?“—„Ich weiß es nicht. Aber wer's auch ſei, ich kann dir ſchwören, ſo lange ich Direktor von Koventgarden bin, iſt noch keine Neuigkeit auf einem Theater in den drei Königreichen gegeben, die dieſer an Werth gleich käme.“—„Dann iſt's wahrbaft ſeltſam, daß der Verfaſſer ſich nicht genannt hat. Uebermaß von Beſcheidenheit iſt ſonſt ſelten der Fehler unſerer Poeten.“— Ein Bedienter trat ein, und kündigte, einen Fremden an.—„Wie heißt er?“ — Er bat ſeinen Namen nicht genannt,“ antwortete der Diener,„aber es iſt derſelbe Herr, der dieſen Morgen die Papiere brachte.“—„Gut, bitte ihn, in dieſes Zimmer zu treten.“— Einen Augenblik darauf trat der Fremde in den Saal.„Mein Herr,“ redete ihn der Direktor an,„Sie haben mir die Ehre erwieſen, mir Ihre Arbeit zu ſchiken, Sie ſehen, ich habe keinen Augen— blik gezögert, ſie zu leſen, obwohl es bei uns Direktoren ſo ziemlich Gebrauch iſt, daß ſie erſt drei Monate ſpäter nach Empfang eines Manuſkripts einen Blik hineinwerfen.“—„Und Ihre Meinung darüber iſt?“...“—„Daß Sheri⸗ dan ſelbſt nichts dieſem Gleichendes geſchrieben hat.““—„Es heißt, Sie ſeien nicht ſein Freund, und ich ſehe auch, Sie ſchmeicheln ihm nicht.“—„Ich bin vor Allem gerecht. Sheridan glaubt vielleicht, daß Charles Kemble als Thea⸗ terdichter und Theaterdirektor ihm doppelt abgeneigt ſei, weil er erſtens ein be— deutendes Talent beſizt, und dann ſeinen dramatiſchen Arbeiten, zum großen Schaden von Coventgarden, Drurylane bereichert. In beider Hinſicht aber täuſcht ſich Sheridan gleich ſehr. Ich bin ein Bewunderer, ſeines Talents und grolle keineswegs mit ihm, daß er den Gebrauch davon macht, der ihm gut dünkt. Nur thut es mir leid, daß er damit ein Theater, daß ihn ſelbſt, wie es heißt, am Nothwendigſten Mangel leiden läßt, bereichert.“—„Ja ſo heißt es.“— „Und Sie werden mir zugeben, daß das...“—„Mich wenig kümmert,“ un— terbrach ihn der Fremde mit einiger Verlegenheit.—„Ganz recht, mein Herr, ganz recht. Kommen wir alſo auf unſere eigenen Hämmel zurük, wie jener fran⸗ zöſiſche Dichter ſagt. Sie fragten mich um meine Meinung über Ihr Drama, und ich habe ſie Ihnen offen und ehrlich geſagt.“—„Und darf ich alſo hoſſen, daß Sie es geben werden?“—„Nein, Herr, nein.“—„Und der Grund, Sir Kemble?“—„Weil zwei Hauptrollen darin ſind; mit dem beſten Willen von der Welt kann ich ſie doch nicht beide ſpielen, und zur Rolle des Bukeligen fehlt mir der paſſende Schauſpieler.“—„Und wenn ich nun dieſen Schauſpieler fän—⸗


