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niſchen National tänzer unſer Publikum ergözten. Unſere ausgezeichnete Gaſtin Fräulein Charlotte v. Hagn ſezte Tags darauf ihr Gaſtſpiel fort. Gege ben ward eine Neuigkeit:Erziehungs Reſultate, oder: Guter und ſchlechter Ton, Luſtſpiel in 2 Akten von Karl Blum. Die Handlung dieſes ſehr lo kern und flüchtig bearbeiteten Stükes (nach einem franz. Opernbuche) dreht ſich um ein auf dem Lande erzogenes Mädchen, die im Hauſe ihrer überbil deten Verwandten in der Stadt durch ihre Hyper-Nalvität zu allerlei luſtigen Verwirrungen Anlaß gibt und nebſtbei gegen die nach den Normen der großen Welt erzogene Haustochter einen auf fallenden Kontraſt bildet. Beſäße Frln. v. Hagn nicht eine ſolche Meiſterſchaft in der Auffaſſung und Durchführung ähnlicher Charaktere, ſo hätte dies Opus, troz ſeinen drei oder vier guten Wizen und ſeinen ſchlagenden Situationen, un fehlbar unterliegen müſſen; aber ſo fand es in dieſer Künſtlerin ein belebendes

Princip, das es auf die Beine erhielt u.

wodurch nur allein es ungemeines Er gözen verſchaffte. Man kann ſich aber kaum etwas Liebenswürdigeres, Natür licheres und Erheitenderes denken, als Frln. v. Hagn, welche die Rolle der Margaretha Weſtern gab. Sie ſpielte ſo unbefangen, ſo frei, mit ſolcher un gefeſſelter Laune, und dabei doch mit ſolcher Decenz; ſie gab jedem Worte eine ſolche Bedeutung, jeder Bewegung eine ſolche charakteriſtiſche Färbung, daß ſie uns etwas ganz Vollendeteres hin ſtellte, als die Fantaſie des Verfaſſers geträumt haben mag. Das Publikum nahm dieſe Leiſtung mit enthuſſaſtiſchem Beifalle auf u. rief die Künſtlerin meh⸗ rere Male ſtürmiſch hervor. Als ſie nach dem erſten Akte, der ſich mit ihrem Einſchlafen auf dem Sopha endigt, ge rufen wurde, ſagte ſie ſehr ſinnig:An⸗ genehmer ward ich noch nie aus dem

Schlafe gewekt! Am Montage hat te die Künſtlerin ihr Benefiz. Es ward gegeben zum erſten Male:Der Fabri kant, Schauſp. in 3 A. nach E. Sou veſtre von Ed. Devrient und hierauf: Voltaires Ferien, Luſtſpiel in 2. A. nach dem Franz. v. B. A. Hermann. Das erſtere Schauſpiel iſt eine franzöſi ſche Thränodie, die auch der deutſche Iffland geſchrieben haben konnte. Eine Eiferſuchtsgeſchichte, verbunden mit Geld verlegenheiten u. allgemeinem Schluchzen, dann Verſöhnung u. Hilfe in der Noth ſind die Elemente des Stükes, dem Effekt und beſonders wirkungsvolle franzöſiſche Phraſen nicht abzuſprechen ſind. Frl. v. Hagn gab die Fabrikantensfrau, die viel zu klagen und zu jammern hat, recht wahr und mit innigem Gefühle. Sie bewegte jedes Herz und rührte zu Thränen. Die Titelrolle war in den Händen des Hrn. Dietrich, der ſehr er greifend ſpielte. Noch iſt Herr Berg durch die richtige Auffaſſung des biedern und ſchlichten Onkels zu erwähnen. Das zweite Stük iſt eines der vielen franzöſiſchen Rococco-Produkte, die in neueſter Zeit in Frankreich zum Vor⸗ ſchein kamen. Voltaire erſcheint hier in ſeinem 17. Jahre ſchon wiß- und ruhm begierig, geiſtreich, muthwillig u. wizig, der berühmten Ninon gegenüber, die ihn zu einer glorreichen Laufbahn auf muntert. Die feinern Beziehungen und Anſpielungen des Stükes aber können nur ganz von einem Pariſer Publikum erfaßt werden. Bei uns konnte nur die Rolle des Voltaire, ſo meiſterlich darge ſtellt durch Frln. v. Hagn, großen An- klang finden. Die Künſtlerin entwikelt darin ſo viel Verſtand, Geiſt und rich⸗ tigen Takt, daß ſie uns ein Gebilde lieferte, das unſere Phantaſie lebhaft in Anſpruch nahm, und wir uns ganz in jenes ſo berühmt gewordene Zeital ter verſezt glaubten. Die Künſtlerin hat auch auf dem erſten Theater des