Jahrgang 
Band 2 (1840)
Seite
625
 
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der Muſik, don der Kunſt des

Geſanges, von der Toilette,

von der Malerei,

von der Deklamation, von der Mimik, von Tanz u. ſ. w. in Anwendung.

Wer vermag, da die Schauſpiekunſt, wie mit

dem Alltäglichſten im Leben, ſo

mit dem Zauber aller ſchönen Künſte in Berührung und Verbindung ſteht, hier

Alles zu nennen, was nach dem Genuſſe den kann! Und wie ſehr wird die The keit geſteigert! Eine ganze Stadt zerfällt oft

des Theaters Geſpräch wird oder wer⸗

ilnahme nicht noch durch Perſönlich⸗

in ſtreitende Partheien, wenn

es die Verherrlichung zweier großer Künſtler oder zweier ſchönen Künſtlerinen gilt. So bewegten Gemüthern wollte man Schweigen auferlegen? Das

Theater iſt Bildung; Bildung

daß die Menſchen, während ſie zu immer urtheilen, räſonniren. Sch.

chen, was ſie empfinden,

Anſichte Theater

Peſth(Charlotte Hagn.) Es war am 28. Febr. des Schaltjahres 1832, als ein prächtiger Stern auf dem Peſther Theaterhorizonte aufging, ein Stern, wie ſeitdem noch keiner daſelbſt glänzender u. ſprühender geſtrahlt. Es war Charlotte Hagn, die inder Jugend erſter Friſche, als Julie in Shak ſpearesRomeo und Julie, zum erſten Male die Peſther Bühne betrat, und ſofort einen Zauber auf das Pu⸗ blikum ergoß, der Alles in Bewunde⸗ rung und Anbetung umſtrikte. Es war ein Chef-d'oeuvre der Natur, eine Per⸗ ſönlichkeit, voll Liebreiz und Anmuth, eine leibhaftige Grazie, unumſchränkt gebietend über Auge und Herz. Die unerhörte Senſation, die Charlotte Hagn damals hervorbrachte, war ſo notoriſch, ſo allgemein, daß ſie zum Sprichworte geworden u. ſich gewiß bei Jedem noch im friſcheſten Andenken er⸗ hielt. Acht Jahre ſind verſtrichen, Charl. Hagn kehrte wieder Kronos ſchien noch zu wenig Zeit gehabt zu haben, an dies Meiſterbild ſeine zerſtörende Waffe an zulegen; oder ſoll er ſelbſt vor ſo vie⸗ len Reizen zurükgewichen ſein? Sie kam wieder und ſtrahlt u. glänzt nach wie

erfordert Uebung.

n. Urtheile. Vegebniſſe.

Zur Uebung aber gehört auch, beſſerm Geſchmak fortſchreiten, ausſpre⸗

vor, aber jezt ſchmükt das junoniſch⸗ ſchöne Haupt ein reicher Lorbeer hoher mimiſcher Kunſt. Ihre erſte Rolle war Donna Diana(am 22.). Wenn gleich nicht zu verkennen war, daß beſonders im erſten Akt ihr Organ, vermuthlich von der Reiſe etwas angegriffen, nicht ſeine volle melodiſche Weichheit hatte, ſo frappirten doch die ſonſtigen herrli⸗ chen Mittel der Künſtlerin auf die er⸗ quiklichſte Weiſe. Noch immer eine der intereſſanteſten Bühnenerſcheinungen, die es je gegeben. Aber überraſchend wa⸗ ren die Fortſchritte auf der Bahn der Kunſt; hier iſt es, wo Frl. Hagn äl⸗ ter geworden iſt; ſie präſentirte ſich als die vogſtändig gereifte, denkende Künſtlerin. Wir gewahrten eine Mimik, die den Stempel eigener Forſchung an ſich trug; dieſe Geſtikulation, dieſes Pulſiren, dieſes Betonen, dieſes herr⸗ liche Händeſpiel können nur die Folge eines geiſtreichen u. ſinnigen Studiums ſein, und wenn auch die Berechnung hin und wieder zu offenbar hervortrat, ſo ſind doch auch tiefe Empfindung, Leben⸗ digkeit, Wärme u. Friſche der Phantaſie Haupt vorzüge der ſchäzbaren Künſtlerin. Wunderſchöne Momente zählte die Rolle ſehr viele, aber der vierte Akt, und

vorzüglich jene ſchlagende Szene mit