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ſuchen die Seektſte oder halten die Run de bei ibren noble friends, nachdem ſie zwei Stunden ſanft in ihrem gepolſter ten Kirchenſtuhle geſchlafen haben. Was ſoll aber der Arme und Ungebildete thun, der keine Freunde zu beſuchen, keine Bücher zu leſen bat? Man ver ſagt ihm das unſchuldige Vergnügen, und ſo greift er gezwungen nach dem ſtrafbaren; er zieht mit Weib u Kind nach dem Gin-shop, und vertrinkt ſei nen Erwerb und ſeine Vernunft. Wer in der Nacht vom Sonntag auf den Mon tag durch die Straßen am Oſtende der Stadt wandert, oder durch St. Giles, oder durch manche Straßen am Strande der City und der Tower Hamlets, der wird ſehen, was für Folgen unſere hierlän diſche Sonntagsfeier hat, und wie man es hier verſteht: Gott zu dienen. Und ſollte irgend Wer es wagen, etwa ſo ein Deutſcher, der an frohe Helmath denkt, wo die jungen Leute in munte rem Scherze die Stunden verbringen, die ihnen vom Gottes dienſte übrig blei ben, ſollte Wer es wagen, einem über die Verdorbenheit des Pöbels klagenden Britten Rath zu geben, was man zu ſeiner Beſſerung thun, daß man ihm Tanz u. Muſik nicht ſo unbedingt ver ſagen müſſe, wie würde ihn bald die ausbrechende Entrüſtung belehren, daß die Branntweinpeſt vorzuziehen ſei, weil ſie ſtill entſtehe und wirke!Wenn der Staat ſo was erlaubte, ſo würde der Staat, das heißt Alle, ſündigen; was aber der Einzeln ne thun will, dafür iſt nur der Einzelne verantwort lich. Das ſagte mir einſt ein Englän⸗ der über dieſen Gegenſtand.Und was ſoll der arme Mann denn thun, da er doch eine Beſchäftigung haben muß?Er ſoll ſich mit Gott be ſchäftigen?Aber wie das? Soll er von Morgens bis Abends beten und erbaulich thun? Darauf blieb man die Antwort ſchuldig. Und ſollte man

denken, daß die über frommen Eiferer ſich möglichſt bemühen, die Wüſtenei der bieſigen Sonntage noch wüſter für den Armen zu machen! Die Leſer der Par lamentsdebatten werden ſicht entſinnen, daß der Vorſchlag gemacht wurde, alle Eiſenbahnfahrten am Sonntage zu ver bieten; u. es fehlte nicht viel, ſo re es durchgegangen. So groß iſt die offizielle Heuchelei bei uns! Denn man gab keinen andern Grund dafür an, als daß die Maſchiniſten und Kondukteurs den Sonntag feiern ſollten; aber mit eigener Equipage ſpaziren zu fahren, wurde nicht verboten. Und doch ſind bei Kutſche u. Pferden eben ſo viele Leute angeſtellt, um eine einzige Fami lie zu bedienen, als bei der Eiſenbahn, um hundert Perſonen zu fahren. Aber die leztere dient auch den ärmeren Klaſ ſen, wenn ſie nach einer durcharbeite ten Woche friſche Luft ſchöpfen wollen; Equipagen ſind ein Privileg der Rei chen. Das allein liegt im Hintergrunde ſolcher hartherzigen Frömmelei. Der mo raliſche Zuſtand des engliſchen Vöbels wird nicht eher ſich beſſern, bis die Sonntagefeier eine andere ſein wird, bis die Kinder der Fabrikarbeiter ein geringeres Maß von Arbeit und alle unteren Klaſſen eine beſſere Erziehung erhalten.

Mlgnon-Zeitung.

Votpourri aus Paris. Die Waſſerheilkunde hat in Paris bei ihrem erſten Auftreten ſogleich einen Todes ſtoß bekommen. Die Doktoren Engel und Werther hatten beim Miniſter des Innern darauf angetragen, eine Waſ ſerheil-Anſtalt à la Prießnitz errichten zu dürfen. Der Miniſter verlangte ein Gutachten der Académie de Médieine, dieſelbe beſchloß in ihrer Sizung vom 17. Aug. nachdem der Berichterſtat

ter am Schluſſe ſeines Berichts ſich dar⸗