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Anſichten. Urtheile. Vegebniſſe.

Korreſpondenz.

Agram(im Auguſt*). Die große Landes feier, der St. Stephanstag, iſt vorüber. Dieſer Feſttag verſammelte ſtets zahlreiche Fremde und Landesbe wohner in der Hauptſtadt, die ſich an den manigſaltigen Genüſſen für Augen und Gaumenluſt ſattſam ergözen. Die ſesmal bot ein Wachsfigurenkabinet, zu ſammengeſezt aus Mord- und Raubge⸗ ſchichten und grauenvoll gruppirt, dann einige Seiltänzer den Veſuchenden Nah⸗ rung für ihre Schauluſt. Die dra matiſchen Darſtellungen in illiriſcher Sprache erfreuten ſich, wie im Beginn, regen Antheils; in der Folge werden ſich die Darſteller mehr heranbilden, u. die Schriftſprache, in welchen die Thea terſtüke abgefaßt ſind, dürfte auch dem Lajen verſtändlicher werden, und ſo das Intereſſe höber anregen. Bereits ſind in der lezten Rathsſizung namhafte Bei⸗ träge zur Begründung einer ſtehenden Nationalbühne zugeſagt worden. Im deutſchen Theater hatten die Gaſtrol len des Hrn. Quandt und ſpäter jene des Hrn. Hofſchauſpielers Wothe Bei⸗ fall und zahlreichen Beſuch erhalten. Uebrigens wird, wie überall, im Som⸗ mer der Muſentempel wenig beſucht. Direktor Bernſtein gehet dieſer Tage mit der Schauſpieler-Geſellſchaft aber mals nach Trieſt, und läßt hier die Opernmit glieder zurük, welche jedoch bei dem Publikum wenig Anklang haben, da nur Wenige den gehörigen Stimmen⸗ fond beſizen. Es verlautet, eine neue Schauſpielergeſellſchaft von 21 Perſonen werden erwartet, um das Theater für

) Der geehrte Korreſpondent wird gebeten, uns die Berichte mittelſt der Vriefpoſt zu ſenden, da ſie ſonſt, wie dieſer, verſpätet ein⸗ laufen. N.

den Winter vollſtändig zu beſezen. Ihre königl. Hoheit die Frau Herzo gin von Berry war vor mehreren Wo⸗ chen in dem Töplizer Bad, nächſt Wa⸗ rasdin, angelangt. Sie nahm 13 Zimmer mit ihrer Suite in Beſiz und beſuchte die ſchönen Umgebungen zu Pferde. Sie beehrte auch unſere Hauptſtadt zur Zeit der Landes feier mit ihrer Gegenwart, wo ſle bei Sr. Excellenz unſerm hoch⸗ würdigen Biſchof v. Haulik abſtieg und den folgenden Tag zu Wagen die ro mantiſche Umgegend in Augenſchein nahm. In Töpliz ließ ſie ſich vor ihren Fen⸗ ſtern den vaterländiſchen Nationaltanz vorführen, beſchenkte alle Tänzer reich⸗ lich, erhandelte von dem hübſcheſten Mäd⸗ chen den VBauernanzug und ließ auch drei Puppen nach dem verſchiedenen Na tionalkoſtüm bekleiden. Am 22. reiſte ſie über Zagorina, nach ihrem Gute in Steiermark wieder von hier ab. * 8

London.(Der Sonntag in London.) Es iſt heute Sonntag, u. das heißt was Beſonderes in England, das heißt ein Tag der Ernſthaftigkeit und Trübſeligkeit, ein Tag der lang weiligſten Ruhe. In den brittiſchen Reichen iſt jedes Vergnügenam Sab bath unterſagt, als ob Fröhlichkeit ein Verrath an Gott wäre! Die Erholungs orte, die Theater, die Volksgärten ſind geſchloſſen; keine Muſik darf ſich, ſelbſt in den inneren Räumen eines Privat hauſes, hören laſſen, und wenn es ei ner Geſellſchaft einftele zu tanzen, ſo würden die Frommen den Saal ſtürmen und demoliren. Dafür ſind die Brannt⸗ weinläden geöffnet, und wir haben noch nicht gehört, daß der gottſelige Sab⸗ bathfeierer, Sir Andrew Agnew, etwas dagegen hätte. Den Reichen wird es frei⸗ lich leicht, ihren Geiſt zu beſchäftigen u. zu erheitern; ſie fahren auf's Land, be⸗