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Killmann in dem Hauſe Rothſchild in
Wien eine Veruntreuung verübt wor—
den wäre. Wir ſind zu der Erklärung
ermächtigt: daß dieſe Nachricht völlig
grundlos iſt, daß das beſagte Haus mit dem fraglichen Killmann in gar keiner Bekanntſchaft geſtanden und ihn als Handlungskommiſſionär niemals beſchäf— tigt hat.““
Etwas von Allem. Die Thea⸗ terzeitung widerſpricht der von uns mit getheilten Nachricht, daß der Pantomi— menmeiſter Schadetzky in Wien im 94. Jahre oder überhaupt geſtorben ſei. Sie bemerkt ſeyr richtig, daß ein 94--jäh⸗ riger Pantomimenmeiſter etwas ſehr Sonderbores ſein und kurjoſe Sprünge machen müſſe.(Es ſcheint, daß unſer Ein⸗ ſender ſich eine Perſonen-Verwechslung habe zu Schulden kommen laſſen.)— Auch der Humoriſt iſt etwas unwirſch über den Spiegel, weil dieſer einen ſei⸗ ner guten Gedanken dem Danziger Dampfboot zuſchrieb. Der Humoriſt hätte über das Leztere, da es gekaper— tes Gut für eigenes ausgab, noch un— wirſcher ſein ſollen, ohne erſt einen Um— weg nach Peſth zu nehmen.— Demoiſ. Charlotte Hagn eröffnete am 3. Sept. ihre Gaſtrollen zu Nürnberg. Sie be— gibt ſich von dort nach Peſth.— Der Sänger Breiting gaſtirt jezt zu Mann— heim. Er gab am 30. Aug. den Zam⸗ pa.— In Trieſt gibt die prima Don— na Deqiuli die Norma, die ſie nicht im Geringſten aufzufaſſen verſtehen ſoll, u. dennoch darin mit Beifall überſchüttet wird, wie nämlich die„Carniola“ mel⸗ det.— Unter allen Ehemännern, den günſtigen Leſer nicht ausgenommen, hat keiner die Liebe zu ſeiner Frau ſo hoch getrieben, wie der Engländer Sheales. Weil ihm die Ausſicht auf dem Gipfel des Montblanc ſehr wohl gefallen hat, ſo läßt er einen bequemen Fußweg hin⸗ auf machen, damit ſeine Frau, welche
die Bequemlichkeit liebt, ſie auch genie⸗ ßen kann. Er gedenkt ſeine ſülberne Hochzeit dort oben zu feiern.— In Mailand ließ ſich ein Hr. Sivori, der ſich als Schüler Paganinis angekündigt, hoͤ⸗ ren; er zeigte ſich aber nur in muſika⸗ liſchen Purzelbänmen und Saltimorta— lis jenes Meiſters würdig, von deſſen Gemüth war keine Rede.— Die Fahr- ten auf der erſt kürzlich eröffneten Ei⸗ ſenbahn von Mailand nach Monza muß— ten bereits, wegen ſchon nöthig gewor— dener Reparaturen, wieder eingeſtellt werden.— Man berechnet jezt mit ziem⸗ licher Gewißbeit, daß der Themſetun⸗ nel in 3 bis 4 Monaten dem Publikum geöffnet werden kann. Seine ganze Län⸗ ge wird 1300 Fuß betragen.— Faſt alle Schreiner- und Steinhauerwerk— ſtätten zu Paris ſind, wegen der ver— ſuchten Emeuten, geſchloſſen; die Ge— fängniſſe füllen ſich mit verhafteten Ar— beitern an.— Die Sängerin Madame Anna Thillon in Paris wird für das ſchönſte und anmuthigſte Weib aller Va⸗ riſer Theater gehalten. Ein Variſer Blatt bedauert, daß ſie in der komi⸗ ſchen Oper entgagirt iſt, denn ſie ge— höre durch die Beſchaffenheit und den Umfang ihrer Stimme, durch ihr aus— druksvolles dramatiſches Spiel, u. ihre au— ßerordentliche Leichtigkeit auf eine weit edlere, ausgedehntere Bühne.— Noch ein Jubelfeſt ſteht in dieſem Jahre be— vor: das erſte hundertjährige der allge— meinen Anpflanzung der Kartoffeln in Sachſen. In dem höchſt unwahrſchein— chen Fall, daß die Manie der Jubelfeſte noch in hundert Jahren vorhanden ſein ſollte, ſo wird man im Jahr 1940 das erſte hundertjährige Jubelfeſt der Ju— belfeſte-Ueberſchwenglichkeit feiern.
Lokal-Zeitung.
Theatratiſches.„Der Schneider und ſeine Töchter, oder Liebesqualen elnes Scheerenſchlelfers“ heißt eine neue Lokalpoſſe vom Verfaſſer des„hinkenden Teufels“(nicht von Leſage), die im Peſther Sommertheater und in der Ofner Arena ſchon ſeit längerer Zeit angekündigt, aber nachdem ſie lange vergebens mit der Tüke der Witterung kämpf⸗


