Jahrgang 
Band 2 (1840)
Seite
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die mit grabitaͤtiſcher Miene und bann und wann einem Lächeln dieſes Puppen⸗ ſpiel mit anſehen müſſen. Das größte Volkegewühl herrſcht unter den auf dem großen Begräbnißplaze aufgeplanzten Zelten.

Köln. Oer Untergang derStadt Köln durch den Kometen war Schik⸗ ſalsſchluß, die Kapitäne ſind al ſo durchaus nicht zurechnungs fähig wenn die Eil poſt für Moden Recht hat, welche in einer Notiz(ſie ſagt nicht, woher ihr dieſelbe kam) berichtet:Am Rhein herrſcht im Volksmunde eine alte Wahr⸗ ſagung, deren Quelle nicht zu ermitteln, die ſich aber deutlich dahin aus ſprach, daß die Stadt Köln im Jahre 1840 durch einen Kometen untergehen werde. Die Prophezeihung iſt al ſo richtig da⸗ durch in Erfüllung gegangen, daß das DampfbootKomet derStadt Köln auf dem Rheine den Untergang brachte!

Leipzig. Ein Leipziger Blatt er wähnt humoriſtiſch, daß die Akademie zu R die Preisfrage geſtellt habe: Wie dem Umſtande abzuhel fen ſei, daß die Schubkarren auf dem Pflaſter nicht mehr rumpeln? Die Schleich händler, welche dieſe Frage längſt praktiſch ge löſt haben, werden darauf die beſte Ant wort geben können. Wichtiger möchte wohl die Frage ſein:Wle iſt den Kut⸗ ſchern beizubringen, in engen Gaſſen, beſonders Abends, nicht zu jagen? Warnungen ſcheinen nicht immer zu fruchten; die Petersburger Polizei nur kennt das, freilich echtruſſiſche Mittel: die Equipage fällt dem Findelhauſe an heim, die Pferde werden ebenfalls zu ſtädtiſchen Zweken in Beſchlag genom men und der Kutſcher gewöhnlich ein Leibeigner muß Soldat werden, die Herrſchaft, ſo dreifach beſtraft, hat al ſo gegründete Urſache auf Ordnung zu halten. Und dürften noch einige andere Preisfragen der Art geſtellt wer den, ſchlüge ich dieſe vor: Wie ſind die

Karrenfährer an Artigkeit zu gewöb⸗ nen, da ſie jezt rükſichtslos in engen und belebten Straßen blind zu fahren und jeden Argloſen mit Stößen oft aus purem Muthwillen regalliren? Ferner: wie ſind gewiſſe Reiter dazu

zu bewegen, daß ſie in ſchlechter Jabra⸗

zeit die den Fußgängern reſervirten Pfa⸗ de mit Pferdefüßen verſchonen? a

Vele-mele aus London, Der engliſche Dienſtbotenverein, der ſich nach Courvoiſter's Hinrichtung bildete, und deſſen Verbrechen zu benuzen ſucht, um alle ausländiſchen Dienſtboten aus engl. Familien zu vertreiben, hat jezt bereits eine ſolche Ausdehnung gewonnen, daß er wöchentlich ein eigenes Journal heraus-

gibt, um die Reſultate ſeiner Wirkſamkelt

zu berichten. Vor einiger Zeit, als jenes Schreiben abgefaßt wurde, zählte der Verein bereits 1500 Mitglieder; jeder Einzelner zahlt wöchentlich 4 Groſchen in die Vereinskaſſe; viele Familien ha

ben ſich ſchon zur Abſchaffung ihrer aus-

ländiſchen Dienſtboten genöthigt geſe hen, weil ſonſt kein Engländer in ih rem Dienſte bleiben wollte, und bisher iſt, nach der Angabe jenes Blattes, noch kein Fall vorgekommen, wo es nöt hig war,brittiſche Feſtigkeit zu entſchädi⸗ gen, d. h. wo engliſche Dienſtboten in Folge eines ſolchen Schrittes brodlos wurden. Zu Eton wurde am 15. Au guſt ein Mann, der um ſeine Flinte zu probiren, die Taube eines Nachbars er ſchoſſen hatte, gerichtlich verurtheilt, den Werth derſelben mit 1 Syill. zu erſezen; zugleich ſollte er aber auch 1 Pfd. Sterl. und 2 Sbilling an Ko, ſten bezahlen, und wurde wegen Zah⸗ lungsunfähigkeit zu 14 Tagen Gefäng⸗ niß verurtheilt.

Frankfurt. Das Frankfurter Journal enthält Folgendes:In der hieſigen Ober⸗Poſt⸗Amte⸗Zeitung be fin⸗ det ſich aus der Hamburger Vörſenhalle

die Nachricht, daß durch einen gewiſſen