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te, endlich am 7. d. in beiden Theatern auf ein Mal von Stapel gelaſſen wurde. Der Himmel begünſtigte dies unternehmen durch beſondere Freundlichkeit. Doch unſer peſther Referent meldet, daß der neue Leſage etwas ſtümperhaft ſchreibe und ſein Wert wizlos wäre; der Ofner Referent aber meinte im Ge— gentheil, daß der Verfaſſer wißlos ſchreibe und ſein Opus ſtümperhaft wäre. Beide Re⸗ ferenten kamen aber darin überein, daß ſich dle Darſtellenden alle Mühe gaben, mit dem frrundlichſten Himmel zu ſympathiſtren. Der peſther lobt beſonders Gäde, Zöllner, Rott (ſebr fruchtlos beſchäftigt) und Roſenſchon; der Ofner: Seydl, Revie, Kurt, Nitſch. Aber Alles vergebens! In Peſth ward indeſſen et— was gewonnen: eine Stotuhr, die richtig geht, ſechs Kaffeloffel und ein Obersſchöpfer! Der Benefiziant, Herr Zollner, und der Gewinner der Stotuhr wußten doch wie viel es geſchla⸗ gen— in Ofen ſchaute gar nichts heraus.
Am 9. d. gaſtirte Mad. Melchlor von Preßburg als Griſeldis zum erſten Male auf der Ofner Bühne, und präſentirte ſich als eine denkende, gebildete Schauſpielerin mit ſchonen Mitteln und bedeutender Auffaſſungs⸗ gabe. Sie wußte beſonders alle Gefuhls⸗Mo⸗ mente zu benuzen, die Herzen zu rühren und tein Auge blieb thränenleer. Sie erhielt wohlverdienten Beifall u. ward mehrere Mal. gerufen. Ihre Ac qulſitlon wäre für die hieſi⸗ ge Bühne wunſchenswerth.— Nebſt ihr ga⸗ ſtirte an demſelhen Abend Hr. Brückner, vom Bamberger Stadttheater, als Cedric u. zelg⸗ te ſich ſehr befriedigend.
— Am 10. d. kam auf der Peſther deut ſchen Buhne eine Novität zur erſten Auffüh⸗ rung:„die Pfleglinge““, Schauſp. in 3 Akt. von Adolph v. Frankenburg.— Der Bf. hat früher welt Gelungeneres geliefert. Die Hand⸗ lung iſt zwar nicht ohne Intereſſe, aber nicht ſehr originell, daſſelbe gilt von den Charak⸗ teren, und der Ausführung ermangelt Büh⸗ neneffekt. uebrigens ſind die Expoſitlonsſßze⸗ nen etwas laſelver Natur und die folgenden allzu ſentimental; jedoch iſt die Diktion zu loben. Die Auffübrung war flau.
— Auf der Ofner Bübne fand am 10. d., auf höchſtes Verlangen, zum Beſten des wohl⸗ thätigen Frauenverein, von der in Peſth an; weſenden italienlſchen Geſellſchaft eine Opern⸗ vorſtellung ſtatt. Gegeben wurde: der erſte
Akt von„Liebestrank“, der zweite von„Be liſar“ u. der dritte von„Lucla di Lammer moor.“ Das ſebr gewählte, wenn auch nicht ſehr zahlreiche Publikum, ſpendete den ſchö. nen Leiſtungen reichlichen Beifall. J k. k. H. die durchlaucht. Ersherz. Hermine verherr— lichte die Vorſtellung mit Allerhöchſt Ihrer Gegenwart.
— Die italieniſche Operngeſellſchaft gad am 9. d. M. im Peſther Theater zum dritten Male„b Elisire d'amore,“ Das Theater war zwar nicht ſehr beſucht, aber die Reprä⸗ ſentation ſehr gelungen. Vorzüglich glänzte de Bezzi(Nemorino) durch ſeinen äußerſt ge- bildeten und kunſtgerechten Vortrag und ſeln ſchoncs, berechnetes Spiel. Die Romanze im 2. Akte, ſang er ſo hinreißend, ſo bezau⸗ bernd, daß er ſie unter ſtürmiſchem Beifalle zwei Mal wiederholen mußte. Er trug die Wlederholung deut ſch vor, und obwohl ſeine Ausſprache etwas fehlerhaft war, ſo hat uns dieſe Romanze noch kein deutſcher Sän⸗ ger ſo deutlich, ſo verſtändlich vorgeſun. gen. Sgra. Mazza war netiſch, ſchelmiſch, totett und kaprizlös als Adina, und ſang die Einlage recht ſchön. Hr. Polonini Belcore) war beſonders gut bel Stimme.
— Die Bedulnen Abdallah u. Rhl⸗ gas ſezten mit ihren außcrordentlichen Pro⸗ duttionen im Nationaltheater Alles in Exſtau⸗ nen. Der Beifall war unermeßlich.
— Benefiz. Ofner Arena.) Statt dem angekündigten Beneſiz des Hrn. Uhlich, findet beute das des beliebten Schauſplelers Herrn Stein kſtatt. Gegeben wird dle ſo ſehr un · ter haltende und ſo überaus gern geſehene Poſſe:„Kluk und Krepelkas, worin die H. H. Seydl und Kurt ſo äußerſt drol⸗ lig find.
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Spartaſſa. Dle halbjährige große Verſammlung der erſten vaterländiſchen Spar⸗ taſſa wird am 27. Sept. l. J., Vormittag, um halb 10 ubr, in dem großen Verſamm⸗ lungs- Saal des Peſther Komitats abgehalten, wozu ſämmtliche p. t. Aktionäre hlemlt eln. geladen werden.
Mo denbild. Uro. 38.
paris, 1. Sept. Neueſte Hüte. Kleld
von indiſchem Otgandie mlt Sammetblättern geziert. 15
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen-⸗
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