Jahrgang 
Band 2 (1840)
Seite
587
 
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den edleren Kunſtgenüſſen zuzurechnen, eine Auszeichnung, die eben ſo ehren voll für unſern äſthetiſchen Sinn als be ruhigend für den beſonnenen Beobachter iſt, der das gegenwärtig ſo allgemein graſſirende Muſikwüthen in Erwägung bringt. Senn. Danzig. Seit einigen Tagen ward hier ein jüdiſcher Handelsmann vermißt. Später ergab es ſich, daß er von ſeinem Schuldner ertränkt worden iſt! Dieſer führte ihn nach dem neuen Wege. Da der Gläubiger ihm Vorwür fe wegen ſeiner Saumſeligkeit im Zah len machte, ſo fing er Händel mit ihm an und pakte ihn bei der Bruſt, um ihn in die Weichſel zu werfen. In der Todesangſt klammerte der Andere ſich aber ſo feſt an den Angreifer, daß die ſer mit in's Waſſer fiel, jedoch bald wie der an's Land kam, dort noch einige Momente paßte, ob der Ertränkte nicht wieder auftauchen würde und dann in den triefend naſſen Kleidern ſeines We ges ging. Ein Paar Fuhrleute u. Holzar beiter, welche die Beiden ſahen, da ſie im heftigſten Streite begriffen waren, haben durch ihre Ausſagen die Ermitt lung des Thatbeſtandes bewirkt. Der Ge mordete war der 30-jährige Iſrael Hirſch Cohn, ein als ehrlich und ordentlich be kannter Mann. Er hinterläßt eine trauernde Braut, die einen Antheil an dem lezten Gewinne von 100,000 Tha⸗ lern hatte. Der Mörder heißt Georg Wendt, aus Paſewark in der Nehrung, 4 Meilen von Danzig. Derſelbe ſoll bereits als Knabe einen Geſpielen durch einen Schlag mit der Harke über den Kopf getödtet haben, die Sache aber nicht zur Unterſuchung gekommen ſein. Der Thäter wurde in Paſewark von Gend' armen aus dem Bette geholt, und geſtand bald ſein Verbrechen. Er iſt noch nicht volle 23 Jahre alt. Gent. Vielleicht iſt Gent jezt

die vorzüglichſte Stadt in ganz Europa,

wo die Kultur der lieblichen Göttin Flora, wie ein eleganter Philolog ſa gen würde, wo die Blumenzucht am umfangreichſten getrieben wird. Ihre Blumenausſtellung, die alle zwei Jahre ſtattfindet, ſoll wahrhaft großartig ſein, und die kühnſten Erwartungen fremder Beſucher übertreffen. An Zahl der Pflan⸗ zen und an ihrer Auswahl ſoll das Au ßerordentlichſte vorhanden ſein. Auch iſt der Blumenhandel, den Gent nach Deutſchland, Frankreich, Italien und ſelbſt nach Rußland treibt, ſehr bedeu tend, und trägt der Stadt mehr als anderthalb Millionen Franken ein. Zu den vielen Blumenfreunden in Gent kommt übrigens auch noch eine gute Zahl Orangiſten, deren Flor Leopold, König der Velgier, nicht eben gern ſehen ſoll.

Etwas von Allem. In London greift die Mäßigkeit auf eine für die Branntweinſchenken ſehr bedenkliche Wei ſe um ſich. Sie klagen allgemein über den Verluſt ihrer Kunden. Der Hu moriſt bringt einen Artikel:Kuku ruz⸗Kolben aus Peſth der bei vielem Wiz auch manches Wahre enthält. Da der Wiener Stephansthurm bereits 6 Klafter 4 Schuh abgetragen iſt, ſo wird nun zu den eiten des Wie⸗ deraufbaues geſch itt Kreuz u. Adler werden ganz neu angefertigt. 8 Bevölkerung Vrags beträgt gegenwärtig 112,065 Seelen. Am 17. u. 18. Aug. ward zu Lutzern ein großes Turnfeſt

t, woran über 200 Turner theil⸗ Wir ſind auf gutem Wege in uterliche Ritterzeit zurükzu en. Am 8. und 12. Nov. d. J. wird in der k. k. Reitſchule zu Wien, unter Witwirkung von 1000 Muſikern, ein Muſikfeſt abgehalten werden, wozu HändelsTimotheus gewählt wurde. Am 5. d. gab Ernſt zu Brünn ſein Abſchiedskonzert. Man lieſt in der Salzburger Zeit. v. 2. Sept.:Der