Jahrgang 
Band 2 (1840)
Seite
586
 
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ram, von Coburg, iſt engagirt und in der Oper wie im Schauſpiel aufgetre ten. Alſo ein Theateramphibium, nur wiſſen wir nicht, in welchem Element Dem. Allram zu Hauſe iſt und ob die Oper das Waſſer und das Schauſpiel das Land oder umgekehrt. Auch der Ihnen wohlbekannte Cſermak von Ofen iſt hier und wird gaſtiren. Morgen be tritt zum erſten Male die heißen Bret ter Hr. Mayer, der ehemalige Cantor des israel. Tempels, als Richard in den Puritanern. Vederemo! Literari ſche Erſcheinungen gibt es wenige. Dr. Naudnitz ſchüttelt eine populär-medizi⸗ niſche Schrift nach der andern aus dem Aermel heraus, unddie Veilchen, ge⸗ pflükt im Frühlinge meines Lebens von dem tragiſch vollendeten Cnik wer den die ſchöngeiſtige Literatur eben nicht bereichern. Graf Schireding ſezt ſeinen AlmanachCamelien alsAlbum für Vaterland, Kunſt, Wiſſenſchaft u. Le ben heftweiſe fort u. bereits ſind zwei Lieferungen ausgegeben worden, deren Inhalt(wir finden Beiträge von Herrn Kuranda und Fr. Bach) die Leſer zu frieden ſtellen werden Hr. Franz Böym in Oberſchönau(bei Wernſtadtl) gibt einenVaterlandsboten(Prag, ge⸗ drukt bei Tabor) heraus, der zunächſt fürs Landvolk beſtimmt iſt und Kunde bringen ſoll von den Merkwürdigkeiten, Denkmälern berühmter Perſonen, hiſto⸗ riſch wichtigen Thaten des Vöhmerlan des, und Volkslieder, Romanzen, Val laden in ſeinem poetiſchen Torniſter hat. Das erſte Heft iſt bereits erſchienen, das uns mit dieſem literariſchen Unterneh⸗ men näher bekannt macht und das Ver ſprechen des Herausgebers ziemlich er füllt. Vom literariſchen Feld ſpringe ich zur Reitergeſellſchaft des Tournaire junior, deren Spektakel eben nicht fre⸗ quent beſucht werden. Auch eine Mena⸗ gerie iſt zu ſehen, die auch nichts Sel⸗ tenes bietet. Von Intereſſe ſowohl für

den Kunst- als Vaterlandsfreund iſt das Model der Vrager Domkirche zu St. Veit, von einem Erfurter Bürger mit beſonderem Fleiße und großer Kunſt ge arbeitet. Auf Wiederſehn, oder viel mehr auf Wiederleſen, mein lieber, ge⸗ duldiger Leſer. A.

Hlignon Zeitung.

Wien. Das geſellſchaftliche Leben der Wiener konzentrirt ſich nun haupt- ſächlich auf den Landaufenhalt. Dieſer wird Sommer für Sommer beinahe im mer mehr zur Manie, Alles, was Geld hat, nimmt ein Sommerquartier in Hie tzing, Döbling, Mödling ge. und wer kein Geld oder zu wenig beſizt, treibt ſeine werthe Perſönlichkeit wenigſtens an Sonntagen auf die grüne Modewei de. Dem Genügſamern ſprudelt vor der Herrnalſer Linie eine Bier quelle, außer Mariahilf erhebt die Bierhalle u. ſ. w., wie alle die Gerſtenſaft-Wallhal la's heißen, wo der Durſtige die Lethe für ſeine Gurgel und die Werkeltags⸗ ſorgen findet. Bier u. Muſſk ſind pa- nis et eircenses für die niedern Stän de der Wiener, denn wo man das Stroh bündel oder den elegantern grünblecher nen Korbſchild erblikt, tönt auch die Fi del. Vom Zigeunerquartett bis zu Strauß und Lanners herrlichen Orche ſtern, vom Harfeniſtenchorus bis zur Oberonsouverture hört man da die ma nigfaltigſten Melodien. Mit den Kirch tagen, welche gegen fünfzig an der Zahl in den Vorſtädten u. Umgebungen flo⸗ riren, ſind ſtets muſikaliſche Produktio nen verbunden, worunter einige die glän zendſten Verſammlungen zählen. Die Beneſizen unſerer Walzerheroſe(wie ſich unlängſt ein Wirthshaus referent aus⸗ drükte) vereinigen die elegante Welt, wie die höchſten Stände in ihren Loka⸗ len in Wien, Hietzing, Döbling de. und ihre Muſikſpenden ſind auch in der That