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Der Spiegel
für Kun ſt, Eleganz und Mode.
Dreizehnter Jahrgaug.
Halbjähriger Preis 4 fl., mit Poſtverſendung 5 fl. Auf Velinpapler mit erſten Kupfcrabdrttken 5 fl. u. poſtfrel 6 fl. C. M.—Man pränumerirt im Kommiſſtonsamt zu Ofen Feſtung, außerhalb des Waſſerthors), in C. Millers u. J. Wagners Kunſthandl. in Peſth u. bet allen k. k. Poſtämtern.
72. Sonnabend, 5. September. 1840. — 8 53-?»
Der Spieler. (Beſchluß.)
Der Zuſtand des ſchönen, bleichen Mannes mit dem ſtieren Blike und Genovefas Sorgſamkeit erregten die Neugierde der eleganten Welt und die Theilnahme der Menſchenfreunde. So großes Unglük hier und ſo treue, auf⸗ opfernde Liebe dort, erwekten herzliches Mitleid, bald machten ſich manche dar— aus ein Vergnügen, Tobias zu unterhalten, zu zerſtreuen und wo möglich zu ſeiner Heilung beizutragen; Genova wurde, je beſcheidener und anſpruchsloſer ſie war, der Liebling edler Frauen. Es wurde zum guten Tone, ſich mit dem in— tereſſanten Paare zu beſchäftigen. Genovefa mußte, wohl oder übel, an einigen Luſtpartien und Vällen Theil nehmen, Beſuche machen und empfangen, und To⸗ bias benuzte ſolche Gelegenheiten zu Ausflügen in den Spielſaal. Es war de für geſorgt, daß ihm dort nichts Unangenehmes widerfahren konnte, denn ſeine Gei— ſtesſchwäche, wie ſeine Monomanie für das Spiel waren bekannt; man ließ ihn lachend gewähren und er ſpielte nach Herzensluſt, ohne etwas zu gewinnen oder zu berlieren.— Mit Argusaugen wachte er äber dem Spieltiſche und trieb ſein


