längſt abgegangene höchſt mittelmäßige und ſchülerhafte Geſellſchaft des Herrn Dumos, die ſich durchaus keine Theil— nahme erwerben konnte.— Der bek e nn— te Pantomimenmeiſter Schadetzky in Wien, iſt ſo eben in dem hohen Alter von 94 Jahren geſtorben.— In New— Vork trafen in dem Zeitraume vom 15. Mai bis 15. Juni mehrere Tauſend Auswanderer aus Europa ein, wovon die Hälfte Deutſche waren.— H. W. Ernſt wurde in Wien von ſeinen Freun— den mit einer prachtvollen Reiſechatouille überraſcht. Jedes einzelne Stük in der— ſelben trägt außer der Namenschiffre auch das Wappen des großen Virtuoſen, nämlich einige Takte aus verſchiedenen ſeiner Werke.— Im Theater an der Wien hat wieder ein Scholz'ſches Bene— fizſtük, betitelt:„der Menſchenfreſſer““, ein kanibaliſches Fiasko gemacht.— Der König von Preußen hat dem Dichter Ludwig Tieck in Dresden eine bedeu— tende Penſion unter der bloßen Bedin— gung bewilligt, daß er jedes Jahr ei— nige Monate im königl. Schloſſe Sans— ſouci verlebe.— In Prag veranſtaltete Herr Kinderfreund ein Konzert zum Beſten der durch Feuer Verunglükten in Baja, wobei der berühmte Violin— ſpieler Ghys mitwirkte.— Um der überhand nehmenden Duellwuth zu ſteuern, hat die nordamerikaniſche Re— gierung ein Mandat erlaſſen, daß Jeder, der eine Herausforderung ergehen läßt, ſich mit dem Scharfrichter und deſſen Knechten ſchießen müſſe, die noch neben— bei die erſten Schüſſe haben. Dieſe ori— ginelle Idee hat die Duellwuth etwas abgekühlt.— In Hamburger Blättern wurde neulich geſucht:„ein grüner Pa pagei mit einem meſſingenen Käfig, der ſchon einige Worte ſprechen kann.“— Ein berühmter Trinker ſagte:„Wenn ich gutes Bier habe, ſo laſſe ich das Waſſer ſtehen und trinke Wein.“— Jemand fragte einem Bekannten:„Wo ſind Sie
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jezt?“(Er meinte in welchem Gaſthofe). „Beim Ochſen“, war die Antwort. — Ein Reiſender, welcher mit dem Dampfboot Britannia von Boſton nach
England kam, legte vom 18. Juli bis zum 14. Auguſt auf Kanälen. Land⸗ ſtraßen, Eiſenbahnen und Dampfſchiffen 5921 engt. Meilen oder täglich 2197 Meilen zurük.— Bei Touleſe ſind am 17. v. M. mehrere Vulvermühlen in die Luft geſprungen; mehrere Menſchen ka— men um's Leben; der Schaden beträgt mehr als 100,000 Franks.— Der be— kannte Scharfrichter Sanſon zu Paris, iſt vor einigen Tagen, 73 Jahr alt, geſtorben.
Lokal-Zeitung.
Theatrallſchen s. Am 31. v. M. fand im Nationaltheater die Wiederholung der ueuen Oper:„Bätori Maria“ vom Kapell— meiſter Erkel ſtatt. Das Haus war ſehr voll. Die eben ſo liebliche als originelle Muſik, die durch und durch den nationalen Typus an ſich trägt, erhielt allgemeinen und gerechten Bel— fall. Hr. Erkel verdient die Anerkennung aller patriotiſchen Kunſtfreunde, da er ein Werk lieferte, die der heimiſchen Kunſt zur wahren Zierde gereicht. Gewiß wird dieſe Oper neben den erſten ausländiſchen muſikallſchen Erzeug— niſſen it Ehren ſeinen Plaz auf dem Reper— toir dieſer Nationalbühne behaupten:— Die Ausfuhrung war im Ganzen ſehr gelungen. Vorzuglich legte die liebliche u. höchſt talent volle Sängerin, Dem. Marie Felber, in der Hauptparthie die ſchönſten Belege ihres löb— lichen Fortſchreitens ab. Sie ſang mit Gefuhl und Ausdrut; ihre Verzierungen u. ihr Vor— trag zeigen von, weit vorgerukter Kunſtbil— dung. Auch im Spiel benimmt ſie ſich mit Anſtand und edler Haltung und ſchreiket nicht aus den Marken der Mäßigkeit und Ruhe heraus. Sie erhielt großen Belfall und ward mehrere Mal gerufen. Moge ſie größere Be— ſchäftigung an dieſer Bühne finden, und es würde der leztern bald zu ihrem Beſize zu gratuliren ſein.— Die H. H. Conti, Erkel, Varay, Szerdahely verdienen wegen ihren ſchonen Leiſtungen lobende Erwähnung. Die Ausſtattung der Qpen iſt brillant.
Sees.
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Benefiz. Ofner Arena. Sonnabend, den 7. d., hat Dem. Julie Leioh ihre


