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verlaſſen und verloren.“— Das Bad Homburg ſoll nun auch von einer Ge— ſellſchaft Franzoſen mit einer Spielbank verſehen werden.— Saphir in Wien ſoll im nächſten Herbſte einen Cyklus von dramatiſchen Vorleſungen zu eröff⸗ nen gedenken.— Auf den 1. Ok tober d. J. wird in Köln eine„Rheiniſche Allgemeine Zeitung:“ angekündigt, die wie das„Frankfurter Journal“ täglich zweimal erſcheinen wird.— Die Sän— gerin Sophie Löwe in Verlin lernt jezt Franzöſiſch, um in Paris ſingen zu kön— nen. Mit dem Deutſchſingen ſcheint es bei ihr nicht mehr recht gehen zu wollen.
Lokal-Zeitung.
Theatraliſche s. Das erſte Auftre- ten der Frl. Henriette Carl in der ita— lieniſchen Oper iſt auf Dienſtag, den 1. Sept., beſtimmt. Dieſe Meiſterin in der italieniſchen Geſangsweiſe gibt als Antrittsparthie die Antonina, in Donizettis„Beliſar lo“, wo— durch das Intereſſe dieſer Seria, unſtreitig das Paradeſtük der hier anweſenden italieni⸗ ſchen Geſellſchaft, das vor allen andern das entſchiedenſte Glüt machte, ſo bedeutend er— höhet werden wird. Außer dieſer wichtigen Veränderung, wird noch der wakeresund ge— bildete Baritoniſt, Hr. Paltrinieri, ſtatt des abgegangenen Herrn Nulli, den Beliſar io übernehmen. Hr. Roppa bleibt im Beſize des Alamiro, den er ſo wunderbar ſchön ſin at, u. ſomit dürften wir einem der ſeltenſten Kunſt— genüſſe entgegen ſehen.— Als die fernern Parthien der Fel. Carl nennt man vorläu— ſig: Desdemona, Nachtwandlerin und Luere⸗ via Borgia.
— Herr Direktor Schmid hat nun auch das Theater in Temesvar übernommen.
— Mad. Stokel-Heinefetter, die ſich ei⸗ nlge Tage hier aufhielt, iſt nach Berlin ab—
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gereiſt, von wo ſie eine ſehr ehrenvolle Einla— dung erhalten haben ſoll.
— Die mit Recht ſo beliebte Prima ⸗Don— na des Nationaltheaters, Mad. Schodel, reiſt dieſer Tage nach Wien.
— Man bofft, daß nun die Wiederho— lung von Erkels trefflichen mit ſo allgemei- nem Beifalle aufgenommenen neuen Oper: „Bätori Maria“ im Nationaltheater ſtattfinden werde.
— Benefiz.(peſther Sommertheater.) Heute findet die Einnahme des wakern und beliebten Komiters Hen. Zöllner Statt. Ge— geben wird zum erſten Male dle Geſangs- poſſe:„Der Schneider und ſeine Töchter.“ Verbunden mit einer Lotterie.
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Morgen findet Stuwers zweites und lez— tes diesjähriges Feuerwerk im Stadtwäldchen Statt.
Berichtlaung. So wahrhaft ehren— voll für mich auch eine geachtete Stimme in dieſem vielgeleſenen Blakte über meine eben erſchienenen„Wiener-St zen“ ſpricht, wofür ich dem Hrn. Dr. St. nur meinen ü n- nigſten und verbindlichſten Dank bezeugen kann, ſo gebletet mir dennoch dle Beſcheidenheit, zwei Elogen von mir abzu— lehnen, die ich— ſo ſchmeichelhaft ſie auch gemeint ſein mögen— nicht mit Stillſchwel⸗ gen binnebmen darf. Die erſte beſteht darin, daß der geſchäzte Hr. Referent meint, es be- ſäße nach Hrn. Saphir nicht bald ein vaterländiſcher Schriftſteller ſo viel üͤberra— ſchenden Wiz u. Humor, als meine anſpruchs. loſe Wenigkeit. Bedarf es wohl hier der freundlich ſtrahlenden Sterne des Vaterlan— des: Caſtelli, J. G. Seidl, Bauernfeld, nebſt ſo manchen andern glänzenden Repräſentan— ten vaterländiſchen Humors zu nennen, um meine geeingen Leiſtungen mit einem Male in die beſcheidene Kategorie des Verſuches zu⸗ rüͤkzudrängen?— Was die zweite Berichti— gung betrifft, ſo fühle ich mich innigſt ange— reget, gegen den mir zugedachten ehrenvollen Titel, eines„Staatsbeamte n“, wozu meines Erachtens wohl eine bedeutende Rang- ſtufe im Staate erforderlich iſt, boflichſt zu proteſtleen 0
Im uebeigen wiederhole ich meinen unge⸗ heuchelten, waͤrmſten Dank für des Hrn. Ne— ferenten gütiges und nachſichtsvolles Urtheil.
Wien, den 25. Aug. 1840.
Auguſt Schilling.
Genrebil d. Ur o. 5
Neapolitaniſcher Fiſcher. Dieſe Kople eines großen Gemäldes der dies
jährigen Parlſer Kunſtausſtellung dürfte wegen der darin
Nationalität nicht unwillkommen ſein.
vorherrſchenden Charakteriſtit und
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen—


