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Tiecks neueſter Roman,„Vittoria Ae— corombona““, iſt ſo eben erſchienen und macht in Dresden großes Aufſeten. Ein dortiger Korreſp. ſagt in der A. A. 85 darüber:„Es gehört zu dem Gelun— genſten, was der Feder des Dichters jemals entfloſſen iſt, und es drängt ſich die Bemerkung auf, daß außer Goethe, wohl noch kein anderer Dichter in ſei— nem 67⸗ſten Lebensjahre ſo elaſtiſche Ju— gendkraft, ſolche Glut und Fälle der Phantaſie, ſo lebendige Kunſt im Schaf— fen plaſtiſcher Geſtalten durch ſeine Wer— ke verrathen hat, als wovon dieſes Buch durchdrungen iſt. Dabei iſt das Ganze bis in alle Einzelnheiten auf das Klar— ſte und Umſichtigſte geordnet, und die Zeitgeſchichte Italiens wird darin viel— ſeitig ſpeziell erklärt. Man muß dieſe Vittoria den vollendet ſten hi ſt o⸗ riſchen Roman nennen, der je er— ſchienen iſt; weder die deutſche noch eine andere Literatur hat ſeines Gleichen oder eine der Heldin äyn liche Geſtalt aufzuweiſen.“— Viel geſagt!
Mignon Zeitung.
Berlin. Bei Treptow ließ ſich dieſer Tage ein ſchwediſcher, adeliger Taucher, von Gerdten mit Namen, bewundern. Er ſtieg mit Stiefel und Sporen völlig angekleidet vor einer gaf⸗ fenden Menge in die Tiefe der Spree, ſchikte Merkwürdigkeiten aus ihrem Vet— te herauf, korreſpondirte mit der Ober— welt, zündete Feuer unter dem Waſſer an, ſägte Holz u. ſ. w. und kam nach einem ſtundenlangen Aufenthalt in dem wohligen Grunde wieder an Luft und Licht empor. Er bediente ſich des von Fjanhölm in Schweden erfundenen Tau— cher-Apparat?, den man wie ein Kleid nur anzuziehen braucht, um mit den Fiſchen und Fröſchen im Waſſer zu kon— verſiren. So ſchließt ſich uns auch das
Reich des Waſſers auf, während man immer weiter fortſchreitet, es im Fluge den Vögeln nachzuthun. Bald werden weder die Segler der Lüfte noch die Fiſche und Fröſche des Waſſers etwas vor uus voraus haben. Die ganze Erde muß ſich uns noch ergeben und ſich uns zum Genuß und zu beliebiger Diſpoſi— tion ſtellen.
Potpourri aus Paris. Auf den Boulevards ſteht jezt ein Haus, das alle Valläſte Europa's an Pracht und Eleganz übertrifft. Es ſoll beinahe ganz aus— Gold ſein und nur einige Zierrathen von Stein u. Marmor ha— ben, ſo daß man es im Sonnenſchein faſt gar nicht anſeben kann, wenn man nicht erblinden will. Jedes Fenſter be⸗ ſteht aus einer einzigen Kriſtallglasta⸗ fel, die mit Gold eingefaßft iſt. Alle Fenſter haben vergoldete Valkons. Man ſagt, nur ein Neſtaurateur könne den untern Stok und nur ein Tallleur die Belle⸗Etage miethen. Die Variſer Spei— ſewirthe und Schneider von der erſten Sorte haben aber auch mehr Einkommen als manche Fürſten kleiner Länder.— Mad. Dudevant, oder wie ſich das be— rühmte Mannweib lieber nennt, Georg Sand, hat bekanntlich ſehr verſchrobene Anſichten über weibliche Stellung und Würde. Aber ſie iſt in dieſer verdreb— ten Manie konſequent. So wird erzählt, daß ſie ihren beiden Töchtern eine reine Knabenerziehung geben laſſe; ſie dürfen auch nur in Männerkleidern erſcheinen!! Die armen Mädchen ſollen alſo durchaus die Karrikaturen ihrer Mutter u. die Opfer der Verrüktheit derſelben wer— den. Was bei der Mutter noch originell erſcheint, wird die Kinder, wenn ſie deren Geiſt und Launen nicht haben, verrükt machen. Solche Emanzipation gehört in's Tollhaus! a
Baden-Baden. Die„Allgemei— ne Bade zeitung vom 14. Auguſt ent— hält einen Artikel mir der Ueberſchrift:


