„ich thue meine Pflicht und Gott wird mich ſtarken.“— So ließ man ſie die Achſeln, achtete höher. Am allerunerträglichſten war ihr das ewi mehr um ihr herbes Loos bekümmerte, leichter zu ertragen.— Tobias Wahnſi mung aller geiſtigen Kräfte, ein ſtilles,
ſchüttelte wohl den Kopf oder zukte
beit, Gegenwart und wie die Zeit unterſchied er die
Gemurmel öfter über die Lippen: ſprach er aus:„Genovefa!““— So verſchwand ein Tag
Zukunft waren für ihn nicht mehr da,
einförmig wie der andere.
gehen, ſie aber innerlich deſto ge Bedauern; als ſich Niemand war ihr Unglük um ein Bedeutendes un war Stumpfſinn, eine völlige Läh— kaltes, ſtarres Hinbrüten. Vergangen— und eben ſo wenig
Verhältniſſe des Lebens überhaupt. Für ihn war Alles todt, ſein Gedächtniß war erloſchen;
nur eins kam ihm noch wie dumpfes
„Trente et quarante!“ und nur einen Namen
Ein Jahr mochte er
etwa in dieſem Zuſtande verlebt haben mals die Nebel ſeines Geiſtes hin und
wieder halb zerriſſen; wenn er ein Gemälde anſah und eines rung ein Bild an,
vefa, mir einen Gefallen thun e
ibn beim Arme, „Sieh, beſter Mann, ans Werk. Hier liegen die Farben,
Woran denkſt du denn, „Se dich hier n
an die Arbeit!““
Theater.
Pe ſt h.(Norma.) Wehmut hsvolle Gefühle durchdringen meine Bruſt bei jedesmaligem Anhören dieſer herrlichen Seria; jene ſchwärmeriſch-klagenden Tö— ne, jene herzergreifenden Melodien ſind dem Geiſte eines Mannes entſprungen, dem die Muſe ſchon als Jüngling den Weihek uß auf die Stirne gedrükt, deſſen ſtrahlendes Genie nicht im Vaterlande allein, ſondern in der ganzen gebildeten Welt Anerkennung fand, und den in der
wenigſtens wurde es oft lichter in Tages lächelte er das er Genovefa als Vraut ſchenkte und zu deſſen Veräußerung ſie ſich deshalb immer noch nicht entſchließen konnte.
—„Und was willſt du nun?“ portraitiren!“— Genovefa rükte den Stuhl, deſtrahlend an und rief jubelnd:„So recht,
(Fortſezung folgt.)
ſeinem ſtarren Auge, mit ſtiller Verwunde—
eine, ſagte Geno—
welche ihn von ihrem Stikrahmen aus beobachtete,„Tobias, willſt du
„Ja!“ antwortete er lebhafter als ſonſt, ſprang auf und ging mit großen Schritten im Stübchen auf und
ab.— Genoveſa nahm
führte ihn aus dem Zimmer die Treppe hinauf, machte die Thür einer kleinen Dachkammer auf, zog ihn hinein und dies iſt dein Atelier; der, die du noch nicht ganz fertig machteſt; nun, ich hoffe, Pinſel und Palette, Tobias? Du
ſagte ſchmeichelnd: da ſtehen an den Wänden die Bil— du gehſt jezt friſch und dort die Leinwand ſiehſt mich ſo forſchend an!“— —„Dich ſezte ſich zurecht, ſah ihn freu⸗ Tobias! Nun aber auch recht friſch
Blüte ſeines Wirkens der grauſe Sen— ſenmann hinwegraffte! Armer Bellini! Mit dem warm fühlenden Herzen biſt du eingeſcharrt in die kalte Erde und Meiriaden Melodien ſchlummern mit dir im allzufrühen Grabe! Was hätte die ſer Geiſt noch Alles geſchaffen! Tau⸗ ſende lauſchen ſeinen himmliſchen Schö— pfungen, u. der Maeſtro ſelbſt iſt todt für ſeine Werke und die Muſe weint an ſeinem ſtillen Grabe. Hierher kommt, ihr Feinde italieniſcher Muſik, und laßt euch bekehren, wenn ein Herz in eurem


