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dieſe feurigen, ſüdlichen Gedankenblize, dieſes melodienreiche Verſchmelzen be— ſtrikender Akkorde. Donizetti iſt auch in dieſer Seria ganz Donizetti geblieben, Alles wimmelt von Anklängen an ſeine früheren Opern; die Leichtigkeit, mit welcher der Maeſtro arbeitet, ſchimmert deutlich durch, nur einzelne Nummern ſind mit Fleiß ausgeführt, das Ganze trägt das Gepräge eines flüchtigen Schaf— fens. Das heroiſche Element iſt vorherr— ſchend, wird aber nirgends zum pedan— tiſch Ernſten, die ſüdliche Glut weicht nicht dem leidenſchaftlichen Charakter des Drama's. Und nun zur Aufführung! Sgra Nulli ſang den Titelpart; ihr Spiel war kunſtvoll, im geſteigerten Affekte hinreißend, der zweite Akt ſo wie der dritte waren ſchöne dramatiſche Studien; im Geſange blieb ſowohl rük— ſichtlich der Kraft und Ausdauer, wie auch der Reinheit der Intonation ſo Manches zu wünſchen übrig. Indeß war die Parthie im Geiſte des Kompoſiteurs gehalten. Nichts ward darin durch an— widernde Manieren verunſtaltet. In den Gefühlsregungen bemerkten wir wohl Feuer, aber keine Verzerrungen, keine Unnatur und Raſerei.— Sgr. de Bezzi (Gennaro) war wieder ganz Dichter ſei— ner Parthie, der durch ſeinen kunſtge— bildeten, meiſterhaften Vortrag beſtri— kende Sänger, der deklamatoriſche Aus— druk ſchmiegte ſich den muſikaliſchen For— men innig an.— Sgr. Polonini(Al— fonſo) machte den Wunderklang ſeines Organes glänzend geltend; ſeine Arie im zweiten Akte mußte er wieder holen. Das Terzett in demſelben Akte(Lucia, Gennaro, Alfonſo) und das folgende Finalduett(Lucia und Gennaro) grif— fen auf überraſchende Weiſe ineinander. Das Trinklied wurde von Sgra Caſ— ſiani(Orſini) mit liebenswürdiger Mun—⸗ terkeit vorgetragen, ſo wie ſie ſich über— haupt durch Lebendigkeit u. Grazie aus— zeichnete. Es iſt hier zu bemerken, daß

Donizetti dieſen Part für Mezzoſopran (Sgra Brambilla) geſchrieben hat, und daher die Beſezung durch dieſe Dame ge— rechtfertigt wird.— Die Uebrigen wirk— ten nicht ſtörend.— Chöre und Orcheſter hielten ſich waker. Zahlreicher Beſuch; allgemeiner Beifall; oftmaliges ſtürmi⸗ ſches Forarufen. Semper idem. Wien(Mitte Auguſt.) Die Wie— dereröffnung des Hofburgtheaters und der Beginn der deutſchen Oper im Kärnthnerthortheater machte das etwas ſtokende Blut des dramatiſchen Lebens mit erneuter Wärme und Kraft wieder cirkuliren, um ſo mehr gegenwärtig, wo alle Bühnenmatadore von ihren Som— merausflügen zurükgekehrt ſind und an der Spize ihrer Streitkräfte ihre Stel— lung eingenommen haben. Schon genoſ— ſen wir auch klaſſiſche uud moderne Schauſpiele und ſtets mit jener aner— kannt entſprechenden Beſezung, die einen bedeutenden Theil des Rufes vindicirt, in dem unſere Hofbühne glänzt. Olle. Enghaus, welche einem neuen Engage— ment entgegengeht, gaſtirte einige Male mit entſchiedenem Beifalle; als ſie vor einem Jahre ihre Debüts begann, ſprach bereits Vieles zu ihren Gunſten, die ausländiſche deutſche Bühne bildete ſie durch ſteten Wechſel des Neuen, öftere Beſchäftigung und ſtrengere Forderung der Kritik wie der öffentlichen Stimme zur ſcharfſinnigen, die Rollenſubjekti— vität beurtheilenden Schauſpielerin aus, welche ihr Fach, gemüthliche und ideale Partien im Luſt- und Trauerſpiele, vollkommen zu verſehen vermag. Ihre eklatanteſte Darſtellung bleibt die Je— anne d'Arc, worin ſie Milde, Kühn— heit und Liebeswärme wunderbar ver— eint.— Das Operntheater gab, nach Abgang der Italiener, ſchwach beſuchte und ſelten beifallsreiche Vorſtellungen, bald jedoch wich dieſe ungewohnte Kraft⸗ loſigkeit ſeines Wirkens. Dlle. Lutzer, erſt kürzlich lorbeerreich wiedergekehrt,